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Enerige & Management > Bilanz - Enercity plant Altholzheizwerk
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
Enercity plant Altholzheizwerk
Statt Wärme aus dem kohlebefeuerten Kraftwerk Hannover-Stöcken zu beziehen, setzt Enercity für seinen Kohleausstieg künftig auf grüne Wärme aus einer Biomasseanlage mit 80 MW Leistung.
 
Dem Ende September verkündeten Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2030 lässt die Enercity AG (die früheren Stadtwerke Hannover) Taten folgen: Neben dem bereits gestarteten Bau einer Klärschlammverwertungsanlage plant Niedersachsens größtes Stadtwerk als weiteren Baustein für die künftige grüne Wärmeversorgung ein neues Biomasseheizwerk mit Altholzfeuerung. Rund 80 Mio. Euro will Enercity in die 80-MW-Anlage investieren, deren Inbetriebnahme für das Jahr 2025 vorgesehen ist.

Parallel, so der Zeitplan, soll der erste Block des kohlegefeuerten Heizkraftwerks Hannover-Stöcken abgeschaltet werden. Neben dem VW-Konzern ist Enercity mit mittlerweile 85 Prozent an dem sogenannten Gemeinschaftskraftwerk beteiligt, das eine Wärmeleistung von insgesamt maximal 425 MW bei einer gleichzeitigen Stromerzeugung von 230 MW erbringen kann. Das Aus für den zweiten Block des Kraftwerkes, das unter anderem das nahe gelegene Werk von VW Nutzfahrzeuge und die Produktionsanlagen des Reifenherstellers Continental versorgt, ist für 2030 angekündigt.

Gebraucht werden 100.000 Tonnen Altholz

Für die benötigten 100.000 Tonnen Altholz legt Susanna Zapreva, Vorstandschefin von Enercity, Wert auf „nachhaltige Kriterien“: „Um lange Transportwege zu vermeiden, ist es uns wichtig, dass das Gros des Altholzes aus einem Umkreis von 50 Kilometer um Hannover kommt, maximal akzeptieren wir eine Entfernung von 200 Kilometern“. Sollten die Verhandlungen mit Lieferanten nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen, werde Enercity nach Worten Zaprevas dieses Altholzheizwerk nicht bauen.

Für den Kohleausstieg kündigte die gebürtige Österreicherin weitere Erzeugungsanlagen auf dem Stadtgebiet Hannovers an. Absehbar ist, dass Enercity für den angekündigten Kohleausstieg neben Klärschlamm, Altholz und Abfall auch auf Großwärmepumpen und die Nutzung industrieller Abwärme setzen wird. Für diesen künftigen Erzeugungsmix, so Zapreva, sind Investitionen in Höhe von rund 500 Mio. Euro notwendig.

Bei diesem kräftigen Schluck aus der Pulle zeigte sich Finanzvorstand Marc Hansmann bei einem Online-Pressegespräch zufrieden, dass sich die für dieses Geschäftsjahr zu erwartenden Bremsspuren in der Bilanz in Grenzen halten: „Wir rechnen mit einem Ergebnis vor Steuern von rund 100 Millionen, was gegenüber dem Vorjahr ein Minus von etwa 16 Prozent bedeutet.“ Mit zu diesem Minus trägt der gesunkene Stromabsatz im Netzgebiet bei: „Wir merken, dass Hannover ein wichtiger Industriestandort ist“, so Hansmann mit Blick auf die Corona-Folgen für die Fertigungsbranche.

Für ihn ist es aber keine Frage, dass Enercity weiterhin auf Wachstumskurs liegt. So erwartet das Unternehmen, das zu den bundesweit zehn größten Kommunalversorgern zählt, für dieses Jahr ein Umsatzplus von knapp 20 Prozent auf dann circa 3,7 Mrd. Euro.

Zunächst keine Preiserhöhung beim Gas

Während Vorstandschefin Zapreva für Beginn des Jahres eine Preiserhöhung beim Gasbezug ausschloss (O-Ton: „Nicht in den Wintermonaten und zu diesen Corona-Zeiten“), müssen sich die Wasserkunden auf höhere Tarife einstellen. Abhängig vom Verbrauch schwanken die monatlichen Mehrausgaben um einige Euros.
Als Gründe für die Erhöhung nannte Zapreva zum einen die vom Land Niedersachsen beschlossene Verdoppelung der sogenannten Wasserentnahmegebühr auf 15 Cent pro Kubikmeter, mit der verschiedene Umweltschutzmaßnahmen bei der Wasserwirtschaft finanziert werden.

Vor allem plant Enercity aber für die kommenden fünf Jahre rund 150 Mio. Euro in die eigene Wassersparte zu investieren. „Diese Maßnahmen sind notwendig, um uns auf den heute schon spürbaren Klimawandel vorzubereiten.“ Enercity wolle vermeiden, dass es künftig zu „Restriktionen“ bei der Wasserversorgung komme.

„Wir brauchen einfach höhere Wasserpreise für die künftige Versorgungssicherheit mit diesem wichtigen Grundnahrungsmittel“, betonte auch Zaprevas Vorstandskollege Hansmann, „ansonsten laufen wir Gefahr, dass Wasser auch bei uns zu einem rarer werdenden Gut wird.“
 

 
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Donnerstag, 03.12.2020, 17:01 Uhr