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Enerige & Management > Bilanz - Enercity setzt weiter auf Wachstum bei Erneuerbaren
Bild: alexmat46, Fotolia
BILANZ:
Enercity setzt weiter auf Wachstum bei Erneuerbaren
Der hannoversche Versorger ist gut ins Jahr 2019 gestartet. Die Kundenzahlen wachsen, der Ausbau der Erneuerbaren liegt im Plan, das Beteiligungsportfolio wurde gestrafft.
 
„Wir sind bei der Zielerreichung auf Kurs“, berichtete Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende des kommunalen Energieversorger Enercity in Hannover, bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Der Energiedienstleister hat im ersten Halbjahr 2019 seinen Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 28 % auf rund 1,6 Mrd. Euro erhöht.

Das sei vor allem auf gestiegene Absatzzahlen und starke Kundenzuwächse in Hannover wie auch bundesweit zurückzuführen. Zapreva wollte diese aus Wettbewerbsgründen jedoch nicht beziffern.
 
Enercity-Chefin Susanna Zapreva mit Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz (l.) und dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Axel von der Ohe
Bild: Sybille Nobel-Sagolla

Das operative Ergebnis (Ebit) lag mit 91,8 Mio. Euro rund 36 % unter dem Vorjahreswert. Grund dafür sei die bilanziellen Ausgliederung der Netzgesellschaft. „Wir werden das Ergebnis auf dem Niveau von 2018 halten“, versicherte Zapreva. Auch der angestrebten Gewinnverdoppelung bis 2025 stehe nichts im Wege.

Die gesamte Enercity-Gruppe habe zahlreiche Geschäftskunden gewinnen können, zu denen Uni-Kliniken, Tourismusunternehmen sowie ein internationaler Sportartikelhersteller gehören, so die Vorstandschefin weiter. Dem Vernehmen nach soll die Drogeriekette Rossmann dazu gehören, die Deutsche Messe AG sei wieder zu Enercity als Energielieferanten zurückgekehrt.

Neukundengeschäft erfolgreich – bei Ökostrom bundesweit Platz vier

„Wir bieten Industrie und Gewerbekunden unser komplettes Dienstleistungspaket von der Abrechnung bis zur E-Mobilitätslösung an“, berichtete Zapreva. Bis 2035 soll sich das Dienstleistungsgeschäft auf über 70 Mio. Euro mehr als verdoppeln und sich positiv im Ebit niederschlagen. „Wir verstehen uns immer mehr als Dienstleister“; so Zapreva.

Im Energievertrieb haben seit Jahren stabile Tarife sowie wettbewerbsgerechte Preise im ersten Halbjahr beim Stromabsatz zu einem Plus von 57,7 % geführt. Der Gasabsatz stieg um 21,9 %. Fernwärme ging dagegen witterungsbedingt leicht zurück. Im eigenen Konzessionsgebiet sank die abgesetzte Strom- und Gasmenge leicht. Das sei auf erhöhte Effizienz- und Energieeinsparmaßnahmen zurückzuführen, hieß es.

Darüber hinaus konnte Enercity seine Marktposition bei Grünstrom festigen. „Mit rund 300 000 Kunden konnten wir uns in der Ökostromumfrage des Branchenmagazins E&M um einen Rang auf Platz vier verbessern“; freute sich die Vorstandschefin. Auch da liege man bis 2015 voll im Plan. „Wir sind 2016 im Strombereich mit 16 Prozent Erneuerbaren-Anteil gestartet und sind jetzt schon bei 41,6 Prozent.“

Veränderungen stehen im Beteiligungsgeschäft an. Enercity trennt sich von seinem Wärmegeschäft in Litauen. Die Contractingtochter Danpower verkauft ihren 50-%-Anteil an der Danpower Baltic UAB in Vilnius, dem größten unabhängigen Wärmeversorger in Litauen, an das französische Unternehmen Idex.

Verkauf von Danpower Baltic in Litauen – Weidmüller steigt bei Wallbe ein

Danpower Baltic habe sich seit 2014 gut entwickelt, erklärte Zapreva. Doch der Partner wolle Richtung Weißrussland expandieren. Diese Strategie passe nicht ins Enercity-Portfolio. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Am Danpower-Geschäft in Estland halte man fest.

Für das Geschäft mit Ladelösungen für Elektroautos präsentieren die Hannoveraner einen neuen Partner. Mit 25,1 % Prozent steigt die Weidmüller Mobility Concepts aus Detmold bei Wallbe, dem erst vor einem Jahr von Enercity übernommenen Anbieter für Ladelösungen ein.

Das Startup hatte sich seither mit inzwischen 50 Mitarbeitern prächtig entwickelt. 2018 wurden 5,2 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet, 2019 wird mit einer Verdopplung gerechnet. „Die Mobilitäts- und Energiewende kann nur partnerschaftlich gelingen“, bergründete Zapreva die Entscheidung, Kernkompetenzen zu bündeln.

Zusätzlich übernommen hat Enercity Anfang 2019 die Biosolid GmbH, die sich auf Lagerung, Trocknung und Aufbereitung von Klärschlamm spezialisiert hat. Auch hier wurden keine Angaben zum Kaufpreis gemacht.

Der Energiedienstleister plant, ab 2022 jährlich rund 130 000 Tonnen Klärschlamm in einer neuen Anlage in Hannover-Lahe zu verbrennen und Wärme aus der Anlage ins hannoversche Fernwärmenetz einzuspeisen. Dafür werden 60 Mio. Euro investiert. Eine weitere Klärschlammverbrennungsanlage baut Enercity in Bitterfeld.

 
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Donnerstag, 12.09.2019, 17:21 Uhr