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PORTRAIT:
Energetisch: Rainer Knieper
Unter „Energetisch" stellen wir regelmäßig einen Energie-VIP vor. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt, die Antworten müssen nicht streng wissenschaftlich oder immer seriös nachvollziehbar sein. Sie dürfen ironisch und satirisch sein und können reines Wunschdenken ausdrücken.
 

„Mit unserem Ziel, Stroh energetisch zu nutzen, leisten wir in Deutschland echte Pionierarbeit", sagt Rainer Knieper. Nach dem Maschinenbau/Energietechnik-Studium an der Universität Duisburg arbeitete der Niedersachse zunächst drei Jahre lang für ein Ingenieurbüro. Seit 1997 konzentriert sich Knieper ganz auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Als technischer Leiter der AgRo-Energieagentur GmbH in Twist beschäftigt er sich mit Biomasse-, Windkraft-, Solarthermie- und Geothermie-Projekten - und unter anderem auch mit einem Energiekonzept für die Emsland-Stärke GmbH in Emlichheim. Bei seinen Recherchen im Biomasse-Bereich entdeckt der hoch gewachsene Norddeutsche nicht nur, dass der Energiebedarf des Industriebetriebes mit Stroh gedeckt werden kann, sondern „dass Stroh - nach Holz - das größte Energiepotenzial in Deutschland aufweist". 2006 wird Knieper technischer Leiter der BE Bioenergie GmbH, die den als schwierig geltenden Brennstoff künftig in einer ersten Anlage in Ehmlichheim und später in weiteren Heizkraftwerken im niedersächsischen Cloppenburg sowie im brandenburgischen Kyritz verfeuern will.
Die politische Initiative für die Erschließung der bislang nahezu ungenutzten Stroh-Potenziale in Deutschland, die der Niedersachse im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Bundesverbandes Bioenergie startete, war offenbar erfolgreich: Mit der EEG-Novelle wurde Stroh erstmals in die Positivliste der Nawaro-Bonus-fähigen Biomasse aufgenommen, das auf Stroh ausgelegte thermochemische Konversionsverfahren wird seit Jahresanfang zudem mit dem Technologie-Bonus gefördert.
Knieper engagiert sich als Delegierter des Regionalverbandes Emsland im Bundesverband Windenergie und gehört dem Arbeitskreis „Energie und Ressourceneffizienz" der 6. Regierungskommission Niedersachsen an. Zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt der 41-Jährige in Meppen.

Welche toten oder lebenden Energiedenker imponieren Ihnen?

Alle, die nachhaltig denken und zudem wissen, was das bedeutet.

Was hätte für Sie Priorität, wenn Sie Zukunftsminister wären?

Bildung und freie Information der Menschen, damit sie Verantwortung für Klima- und Artenschutz sowie unsere künftigen Generationen übernehmen können.

Welchen Prozentanteil wird die Kernenergie im Jahr 2020 an der Stromerzeugung in Deutschland haben?

Ich kann mir durchaus eine strahlende Zukunft für den Wirtschaftsstandort Deutschland ohne Kernenergie vorstellen.

Erklären Sie in maximal drei Sätzen ohne Nebensatz einem außerhalb der Zivilisation lebenden Menschen den Unterschied zwischen Megawatt und Negawatt.

Einem Naturmenschen, der nachhaltig und im Einklang mit der Natur lebt, Negawatt zu erklären ist leicht: „Nutze nicht mehr, als Du wirklich brauchst." Aber Megawatt wird er nicht verstehen. Beim modernen Konsummenschen ist dies wohl leider genau umgekehrt.

Was ist der größte energiepolitische Fehler der Vergangenheit?

Vernachlässigung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz.

Wenn in Ihrem Haushalt nur ein Elektrogerät sein dürfte, welches wäre das?

Eine TV/Hi-Fi-Kombination mit Internetzugang. Die meisten anderen Dinge sind letztlich auch ohne Strom nutzbar.

Was war ihr bisher größter beruflicher Erfolg?

Die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb unseres ersten Strohheizkraftwerkes in Deutschland.

Was war Ihr bisher größter beruflicher Flop?

Der gescheiterte Bau eines Biomasse-Nahwärmeprojektes aufgrund des massiven Widerstandes des regionalen Gasversorgers.

Was tun Sie für Ihre persönliche Energie?

Eher möchte ich sagen, was mir die persönliche Energie gibt: Es ist die Hoffnung, dass meine Kinder eines Tages stolz darauf sein können, dass ich dem Erhalt unserer Umwelt und dem Klimaschutz großen Wert beigemessen und entsprechend gehandelt habe.

Welchen Kilowattstundenpreis wären Sie zu zahlen bereit, wenn der Strom theoretisch schadstofffrei erzeugt würde?

Vorübergehend sicherlich mehr als heute. Langfristig wird Strom aus Erneuerbaren ohnehin günstiger als der aus Fossilen sein. Bei Onshore-Windenergie ist das heute schon der Fall. Berücksichtigt man alle Subventionen für fossil erzeugten Strom, so wäre sauberer Strom aus erneuerbaren Energien bereits heute günstiger.

Welche Art der Energieumwandlung sollte am stärksten gefördert werden?

Diejenigen, die bei Wind, Sonne, Wasser, Geothermie und Biomasse die kürzesten Umwandlungsketten darstellen und so die größte Umweltrelevanz aufweisen.


 
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Mittwoch, 01.04.2009, 08:47 Uhr