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Enerige & Management > Österreich - Entlastung für die Kleinwasserkraft
Bild: Fotolia.com, YuI
ÖSTERREICH:
Entlastung für die Kleinwasserkraft
Die niedrigen Großhandelspreise für Strom sowie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU setzen die Betreiber von Kleinwasserkraftwerken mit höchstens 10 MW Engpassleistung unter Druck. Doch Hilfe von politischer Seite ist angekündigt.
 
So wirklich erfreulich sei die Lage der rund 2 800 österreichischen Kleinwasserkraftwerksbetreiber derzeit nicht, hieß es auf der Jahrestagung des Vereins Kleinwasserkraft Österreich Mitte September in Wien. Wie Verbandspräsident Christoph Wagner erläuterte, liegen die derzeitigen Großhandelspreise für Strom mit rund 3,5 Ct/kWh in etlichen Fällen unterhalb der Stromgestehungskosten der Kleinwasserkraftwerksbetreiber. Und auch, wenn der Großteil davon für seine Stromerzeugung mit Einspeisetarifen in der Höhe von bis zu 10,6 Ct/kWh gefördert wird, könne es so nicht weitergehen. Hinzu kommt: Bis Ende kommenden Jahres ist der „erste Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan“ (NGP I) umzusetzen, mit dem die Implementierung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU in Österreich beginnt. Unter anderem heißt dies, dass sämtliche Kleinwasserkraftwerke an den Nebenflüssen der Donau mit Fischaufstiegshilfen (FAH) auszustatten sind. Das sei weder organisatorisch noch finanziell zu schaffen, konstatierte Wagner. Im Gespräch mit E&M Powernews erläuterte der Präsident, pro Meter Fallhöhe koste eine FAH zwischen 30 000 und 50 000 Euro. Zum Vergleich: Im Vorfeld der NGP I kursierten Zahlen von rund 20 000 Euro pro Meter Fallhöhe.
 
Damit nicht genug: Laut Veronika Koller-Kreimel, der stellvertretenden Leiterin der zuständigen Abteilung im Umweltministerium, geht am 22. Dezember der „zweite Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan“ (NGP II) in Begutachtung. Dieser soll Ende 2015 in Kraft treten und schreibt fest, welche Schritte zur Umsetzung der WRRL bis 2021 zu setzen sind. Zu den Inhalten wollte Koller-Kreiml nichts sagen. Ein Kleinwasserkraftwerksbetreiber, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber E&M Powernews indessen, angesichts seiner bisherigen Erfahrungen mit der Kreativität des Ministeriums rechne er nicht notwendigerweise mit allzu erbaulichen Weihnachtsfeiertagen. Nach derzeitigem Stand rechnet Verbandspräsident Christoph Wagner im Zuge der WRRL-Umsetzung mit einem jährlichen Erzeugungsverlust von insgesamt etwa 10 %.
 
Wagner zufolge ist daher Hilfe von politischer Seite vonnöten. Er fordert für den Strom, den seine Verbandsmitglieder erzeugen, einen garantierten Marktpreis von 4 bis 6 Ct/kWh. Auszuzahlen wäre dieser von der „OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom“, die für das Management der Ökostromförderung zuständig ist. Außerdem müsse die Umsetzung der WRRL verschoben werden. Dass der gewünschte Mindestpreis dem Beihilfenrecht der EU widersprechen könnte, ficht Wagner nicht an. „Das Beihilfenrecht lässt mancherlei zu. Es müssen nur die Spielräume genutzt werden“, stellte er auf Anfrage von E&M Powernews fest.
 
Bereit zur Hilfe
 
Zumindest prinzipiell kann Wagner mit der Unterstützung der Bundesregierung rechnen. Bei der Tagung sagte Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner, er denke über Umschichtungen im Bereich des bestehenden Ökostrom-Förderregimes nach. Zusätzlich zum regulären Förderkontingent besteht ein sogenannter „Resttopf“, dessen Volumen sich pro Jahr zwar um 1 Mio. Euro verkleinert, der aber im laufenden Jahr noch mit immerhin 17 Mio. Euro dotiert ist. Das entspricht einem guten Drittel der jährlich für neue Anlagen zur Verfügung stehenden Fördermittel, die sich auf insgesamt 50 Mio. Euro belaufen. Bislang wurde der Resttopf zwischen der Windkraft, der Photovolotaik und der Kleinwasserkraft aufgeteilt. Da in den vergangenen Jahren die Windkraft stark ausgebaut wurde, blieb für die für die beiden anderen Technologien laut Mitterlehner allerdings „fast gar nichts übrig.“ Der Minister will den Resttopf daher künftig mittels fixer Kontingente aufteilen, was vor allem der Kleinwasserkraft zugute käme.
 
Mitterlehner fügte hinzu, er könne sich grundsätzlich auch „einen Mindestpreis für Strom aus älteren Kleinwasserkraftwerken“ vorstellen – zeitweilig wenigstens. Allerdings wünscht er eine Lösung, bei der das Ökostromgesetz nicht novelliert werden muss: „Sonst müssten wir das Gesetz bei der EU-Kommission neu notifizieren. Und das möchte ich gerne vermeiden.“ Zudem kündigte Mitterlehner an, im Bereich der Verwaltungsverfahren tätig zu werden. Per Erlass sollen Best-Practice-Standards für die Abwicklung solcher Verfahren bundesweit durchgesetzt werden. Angehen will der Minister diese Themen bei der Regierungsklausur Ende September.
 
Die österreichische Bundesregierung hat gute Gründe, der Kleinwasserkraft Gehör zu schenken: Sie verpflichtete sich 2009 gegenüber der EU-Kommission, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Deckung des Brutto-Endenergiebedarfs bis 2020 auf mindestens 34 % zu steigern. Der derzeitige Anteil beläuft sich rund 32,2 %. Um das Ziel zu erreichen, spielen sowohl Groß-, als auch Kleinwasserkraftwerke eine maßgebliche Rolle. Erstere machen etwa 60 % der österreichischen Stromerzeugung von etwa 72,4 TWh aus, letztere immerhin rund 9 %.

 
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Montag, 15.09.2014, 15:01 Uhr