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WINDKRAFT:
Gamesas Offensive beginnt
Spaniens größter Windturbinen-Hersteller hat ambitionierte Pläne in Deutschland. Zu einer nicht alltäglichen Premiere kommt es am 19. November in der Windszene: Erstmals speisen drei Anlagen des spanischen Windturbinen-Herstellers Gamesa Eólica Strom ins deutsche Netz ein.
 
Die drei Anlagen vom Typ G80 mit einer Leistung von 2 MW sind in den vergangenen Wochen auf dem Kugelberg in der Nähe der südniedersächsischen Ortschaft Hehren (Landkreis Holzminden) errichtet worden.

Bei der deutsch-dänischen Dominanz - und einem bescheidenen, mittlerweile abgeschlossenen Zwischenspiel von niederländischen Herstellern - versucht nach gut einem Jahrzehnt erstmals wieder ein ausländischer Anbieter, den Zutritt auf dem deutschen und weltweit größten Markt zu schaffen. Mitte der neunziger Jahre ging in Dithmarschen an der schleswig-holsteinischen Westküste eine japanische Mitsubishi-Maschine mit 450 kW Leistung in Betrieb - ein viel beachtetes Unterfangen, bei dem es allerdings bei der einen Einzelanlage blieb.

Mit den drei G80-Turbinen wollen sich die Basken in Deutschland aber nicht zufrieden geben. Wenn alles klappt, sollen bis Ende dieses Jahres noch zehn weitere Anlagen mit jeweils 850 kW Leistung im Raum Paderborn installiert werden. „Weitere, ursprünglich für dieses Jahr geplante Projekte haben sich leider verschoben“, sagt Stephan Schulze. Er ist Geschäftsführer der spanischen Deutschland-Dependance, die seit dem 1. November unter dem Namen Gamesa Wind GmbH firmiert.

Schulze, der in den vergangenen Jahren für die Vestas Deutschland GmbH das Vertriebsbüro Süd mit Sitz in Würzburg geleitet hat, soll für die Spanier den deutschen Markt -spürbar - öffnen. Die Vorgabe von Konzern-Chef Iñaki Lopez Gandasegui ist ambitioniert: Innerhalb der nächsten drei Jahre strebt er einen Marktanteil von gut 15 % an.

Um dieses Ziel zu erreichen, hatten die Basken im vergangenen Spätherbst das Planungsbüro EBV Management Holding AG aus Oldenburg vollständig übernommen, das zu den Top Ten in der bundesdeutschen Windbranche zählt. EBV, die in den Vorjahren noch eine Partnerschaft mit GE Wind Energy vereinbart hatten, hat inzwischen wie erwartet angekündigt, ihre Windparks nur noch mit Gamesa-Maschinen zu bestücken.

Gemessen an den etwa 1 500 MW neu installierter Leistung, die im kommenden Jahr für den deutschen Markt erwartet werden, bedeutet die 15-%-Vorgabe immerhin einen Absatz von rund 200 MW.

Für Schulze und sein noch nicht vollständiges Team bedeutet das den Verkauf von gut 100 Maschinen der 2-MW-Klasse. Ihre Wettbewerbsposition verbessert sich im kommenden Jahr, wenn Gamesa die G80 auch mit 87 und 90 Meter Rotordurchmesser anbietet. Was wichtig ist: Denn mit größer werdender überstrichener Rotorkreisfläche steigt der Windstrom-Ertrag. „Wichtig für uns ist, dass wir mit der G90 dann gegen die V90 von Vestas konkurrieren können“, betont Geschäftsführer Schulze. Mit der V80 und dem Nachfolgemodell V90 sind die Dänen bislang die unangefochtene Nummer Eins in der 2-MW-Klasse. Diese Größenklasse wird hierzulande zurzeit am meisten nachgefragt.

Selbst mit dem neuen Anlagentyp werden die Basken nach Experteneinschätzung allerdings nicht an „Kampfpreisen“ vorbeikommen. Um sich ein Standing auf dem deutschen Markt zu verschaffen, werden sie beim Verkauf der Anlagen auf Margen verzichten müssen - was den Investoren bei den sinkenden Einspeisevergütungen nur recht sein wird.

 
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Freitag, 19.11.2004, 10:20 Uhr