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WINDKRAFT:
Ganz weit weg von der Küste
Die Bremer WPD AG plant gleich zwei Hochsee-Windparks in der Nordsee.
 

In diesen Wochen gingen in Bremen elf neue Windturbinen mit jeweils 2 MW Nennleistung ans Netz. Dazu zählte auch der Windpark Weserwind mit sechs Maschinen, den die WPD AG aus Bremen für die swb Enordia GmbH, Bremen, geplant und gebaut hatte. Seit sechs Jahren ist die WPD im Windgeschäft – mit unverkennbarem Erfolg. „Wir haben in diesen sechs Jahren die steuerliche und betriebswirtschaftliche Konzeption von 36 Windparks mit 245 Einzelanlagen realisiert“. Dahinter stehe eine Gesamtinvestition von 386 Mio. Euro sowie ein Eigenkapitalanteil in Höhe von rund 120 Mio. Euro, erläuterte Vorstand Gernot Blanke bei der Einweihung. Damit gehören die Hanseaten von der Weser zu den Großen in der Windbranche.

Wie auch andere Planungsbüros bereitet WPD mehrere Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee vor. Das Besondere bei den Windfarmen in der Nordsee: Sie liegen deutlich hinter den Schiffstrennungsgebieten 75 km nördlich vor Borkum hat die WPD-Crew einen Standort für den „Hochsee-Windpark Nordsee“ ausgeguckt, ähnlich weit weg von der Küste liegt das kleinere Projekt „He dreiht“ (Er dreht). In ähnliche tiefe Nordsee-Gewässer traut sich zurzeit nur noch die Oldenburger Projektgemeinschaft mit ihrem „Sandbank 24“-Projekt, das 120 km westlich vor Sylt liegt.

Partner der Bremer ist das Planungsbüro innoVent GmbH aus Varel, mit der WPD zusammen die EOS Offshore AG gegründet hat. Eine gleiche 50:50-Konstruktion sind die Hanseaten bei ihrem Ostsee-Projekt „Kriegers Flak“ mit dem Planungsbüro Wind-projekt GmbH aus Börgerende eingegangen.

„Die Arbeitsaufteilung ist dabei die gleiche: Wir kümmern uns um die Finanzierung und um alle juristischen Dinge, während die eigentlichen Planungsaufgaben bei unseren Partner liegen“, erklärt WPD-Vorstand Gernot Blanke. Ist bei „He dreiht“ eine Kapazität von 400 MW angedacht, so sollen sich nach Abschluss der dritten Bauphase im Hochseepark Nordsee über 500 Propeller mit einer Leistung von knapp 2 300 MW drehen.

Angst vor den Meerestiefen um die 40 m bei beiden Projekten hat Blanke nicht: „Uns haben mehrere Experten glaubhaft versichert, dass beide Standorte technisch machbar sind.“ Auch Knud Rehfeldt, Offshore-Experte bei der WindGuard GmbH aus Varel, sieht keine Ausschluss-Kriterien für die Hochseeparks: „Im Gegenteil, je früher wir Erfahrungen mit solchen Standorten gewinnen, desto schneller können wir uns von den zum Teil nicht konfliktfreien Standorten verabschieden.“ Rehfeldt berät die EOS AG bei der Suche nach einem Netzanschluss für die beiden Projekte.

Den Schritt, weit weg von der Küste die Offshore-Parks zu bauen, hat WPD ganz bewusst gemacht. „Wir erwarten dort keinen Widerstand von Naturschützern und von Seiten der Schifffahrt“, so Gernot Blanke. Dass er mit dieser Annahme nicht falsch liegt, zeigte sich bei der Antragskonferenz Mitte August. Gegen die erste Pilotphase mit 119 Anlagen und einer Kapazität von 535 MW gab es kaum Bedenken von den Trägern öffentlicher Belange. So hieß es beispielsweise in der Stellungnahme des Alfred-Wegener-Institutes: „Für das vorliegende Projekt wurde ein Standort gesucht, der offenbar in herausragender Weise konfliktarm ist.“

Konflikte zeichnen sich dagegen beim dritten WPD-Offshore-Park in der Nordsee ab. Zwar hat die niedersächsische Landesregierung in ihrem Ende Mai vorgestellten Aktionsprogramm die noch von der innoVent beantragten Flächen vor der Insel Langeoog innerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone als potenziell geeignet eingestuft, Horst Schörshusen sieht dennoch wenig Realisierungschancen. Er ist in der Niedersächsischen Staatskanzlei für die Gesamtkoordination in Sachen Windenergie zuständig: „Der Widerstand der Inselgemeinden Baltrum, Langeoog und Spiekeroog sowie der Fischereiverbände ist so groß, dass ich nicht glaube, dass diese Fläche in das neue Landesraumordnungsprogramm übernommen wird.“

Außerdem habe sich die Schifffahrtsdirektion Nordwest in einer ersten Beurteilung gegen die geplanten 20 Mühlen ausgesprochen. Horst Schörshusen: „Wir müssen für die Leistungsphase so schnell wie möglich Erfahrungen mit ersten Pilotparks gewinnen. Es bringt uns nichts, wenn ausgewiesene Standorte möglicherweise jahrelang juristisch auf Eis liegen bleiben.“

Die WPD AG reagiert abwartend auf die Einschätzung aus der Staatskanzlei. „Solange es schriftlich keine negativen Erklärungen gibt, halten wir an dem Standort vor Langeoog fest“, sagt Offshore-Projektleiter Nils Brümmer.


 
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Montag, 23.09.2002, 16:07 Uhr