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Enerige & Management > Vertrieb - Gasag startet Ökostrom-Vertrieb
Bild: Fotolia.com, Photo-K
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Gasag startet Ökostrom-Vertrieb
Der Berliner Gasversorger Gasag wird auf seinem Weg zum regionalen Energiemanager ab 6. Dezember in Berlin neben Erdgas auch Ökostrom an Haushaltskunden vertreiben.
 
„Wir wollen der Energiemanager für Berlin und Brandenburg sein“, unterstreicht Stefan Grützmacher, Vorstandsvorsitzender der Berliner Gasag, die im Frühjahr ausgegebene neue Unternehmensstrategie. Als wichtigen Schritt in diese Richtung sieht er den Einstieg in das Stromgeschäft. Am 6. Dezember werde das Unternehmen sein Ökostromangebot für Haushaltzskunden „online live schalten“, erklärte Grützmacher am 5. Dezember in Berlin. Ende Januar soll ein Angebot für Gewerbekunden dazukommen. Ziel sei, „einen signifikanten Marktanteil“ zu erreichen. Schon im nächsten Jahr sollen „mehrere Tausend Stromkunden“ gewonnen werden.

Das Gasag-Stromprodukt Smart sei preislich attraktiv und umweltfreundlich zugleich, betonte Katja Gieseking, die im Oktober Andreas Prohl als Vertriebsvorstand abgelöst hat. Angeboten werde ausschließlich zertifizierter Ökostrom zu einem Arbeitspreis von 26,30 Cent pro Kilowattstunde und einem monatlichen Grundpreis von 5,80 Euro. Damit liege die Gasag deutlich unter dem örtlichen Grundversorgungspreis von Vattenfall. Gieseking wies mit Nachdruck darauf hin, dass das Renewable-Plus-Label garantiere, dass ein Teil der Verkaufserlöse in neue Erzeugungsanlagen reinvestiert werde.

Zuerst will sich die Gasag mit ihrem Ökostrom-Angebot an ihre rund 500 000 Gaskunden wenden, aber es sollen auch neue Kunden erschlossen werden. Die Blaupause für dieses Vorgehen hat in den vergangenen Jahren das Tochterunternehmen Energie Mark Brandenburg (EMB) geliefert, das in seinem Versorgungsgebiet im südwestlichen Berliner Umland in den letzten Jahren etwa 35 000 Stromkunden gewonnen hat.

Schwierigkeiten von Seiten der Gasag-Gesellschafter Vattenfall, Eon oder GDF Suez erwartet Grützmacher nicht. Alle drei Aktionäre hätten den Stromaktivitäten zugestimmt, bestätigte er. Vattenfall vertreibt seit einigen Wochen in Berlin auch Erdgas. Nun sei mit der Gasag zu den bereits etwa 200 Stromversorgern in Berlin ein weiterer dazugekommen. Das sei Wettbewerb. „Wir gehen davon aus, dass wir mehr Stromkunden gewinnen als Gaskunden an Vattenfall verlieren“, sagte der Vorstandschef.

Die Bedingungen für die Einführung des Ökostrom-Produktes bei der Gasag beschrieb Grützmacher als recht günstig. Das Geschäft könne im Wesentlichen mit der bestehenden Mannschaft abgewickelt werden, Synergien mit dem Gasvertrieb könnten genutzt werden. Die Abrechnung übernehme das Tochterunternehmen BAS Abrechnungsservice. Die Anlaufverluste will Grützmacher im niedrigen sechsstelligen Bereich halten und innerhalb von zwei Jahren wettmachen.

Bei aller Zuversicht im Hinblick auf das Stromangebot ist sich der Gasag-Vorstand jedoch darüber im Klaren, dass das Kerngeschäft, also der Verkauf von Erdgas und der Betrieb des Gasnetzes, im Unternehmen auch noch in zehn Jahren dominieren werde. Es soll deshalb als „stabiles Fundament“ weiter optimiert werden, wie Grützmacher versicherte.

Die Aussichten für Gas seien in der Hauptstadt nicht so schlecht. Am Wärmemarkt nehme Heizöl immer noch einen Anteil von 20 Prozent ein. Die Umstellung auf Gas ermögliche weiter ein Geschäft für die Gasag und sei zudem „ökonomisch und ökologisch sinnvoll“.

Dazu nötig ist ein akzeptabler Gaspreis – und den will der Berliner Versorger eine weitere Heizperiode lang stabil halten. Die erfolgreiche Neuordnung der Gasbeschaffung und die Marktsituation führten zu einer stabilen Kostensituation beim Einkauf und ermöglichten nach der Preissenkung Anfang 2013 einen weiteren Winter stabile Preise, erklärte Vertriebsvorstand Gieseking.

Im Januar 2014 soll im Rahmen der Energiemanager-Strategie zudem das neue Geschäftsfeld „ganzheitliche innovative Kundenlösungen“ an den Start gebracht werden. Neben dem Gas- und Stromvertrieb will die Gasag dabei Energiekonzepte für Quartiere und Konversionsflächen in Berlin und Brandenburg entwickeln, kostengünstige Angebote für die energetische Sanierung öffentlicher und privater Gebäude anbieten und damit Energiepartner für Kunden vom Privathaushalt bis zur großen Wohnungsbaugesellschaft oder Verwaltung sein, wie Grützmacher ankündigte. „Wir holen die Energiewende in die Stadt“, unterstrich er.

Die Vergabe der Ende 2013 auslaufenden Konzession für das Gasnetz wird sich indes mit Sicherheit bis ins nächste Jahr hinziehen. Die Konzession wird von der Gasag gehalten, die sich auch um eine Verlängerung beworben hat. Netzbetreiber ist das Tochterunternehmen NBB. Er hoffe, dass die Vergabe der Konzession im nächsten Jahr abgeschlossen werde, erklärte Grützmacher gegenüber E&M Powernews.

 
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Freitag, 06.12.2013, 08:57 Uhr