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Enerige & Management > Gas - Gasdorado vor Tansanias Küste
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
Gasdorado vor Tansanias Küste
Mit dem dritten großen Gasfund vor der Küste Tansanias hat der norwegische Energiekonzern Statoil so große Reserven in Gewässern des ostafrikanischen Staates entdeckt, dass sich Förderung und Export lohnen.
 
Statoil will mit der britische BG-Gruppe Gas vor der Küste Tansanias fördern und ein großes Export-Terminal für verflüssigte Erdgas (Liquefied Natural Gas − LNG) bauen. Laut Tim Dodson, verantwortlich für Exploration bei Statoil, rechtfertigen die gewinnbaren Reserven im Tanawizi-1-Feld den Bau eines LNG-Terminals. BG und Statoil suchen nun gemeinsam nach einem Standort. In der ersten Stufe sind zwei Verflüssigungsstraßen geplant. Das Problem sei, dass in Tansania jede Infrastruktur fehlt, betont Dobson.

Ganz ähnliche Schwierigkeiten stellen sich im benachbarten Mosambik für die italienische Eni-Gruppe, die dort mit der US-amerikanischen Anadarko ein LNG-Export-Terminal bauen will.

Laut dem Consulting-Unternehmen Wood Mackenzie liegen vor der ostafrikanischen Küste so reiche Gasreserven, dass sich der Bau von mindestens 20 Verflüssigungs-Straßen rechtfertigen ließe. Das entspräche dann einer Export-Kapazität von 100 Mio. t LNG im Jahr; mehr als jene von Katar, dem mit 77 Mio. t pro Jahr heute größten LNG-Exporteur der Welt.

Aber die LNG-Exporte aus Mosambik und Tansania sind noch Zukunftsmusik. Dabei sieht es allerdings danach aus, dass BG und Statoil ihren Plan schneller realisieren können als Eni und Anadarko.

Mehr afrikanisches Gas für Europa

Das britisch-norwegische Bündnis hat ganz klar Großbritannien und Kontinental-Europa als Exportziel im Visier. Das vereinigte Königreich hat bei weitem nicht so langfristige Gas-Lieferverträge wie Deutschland und andere europäische Länder sowie sehr viel geringere Lagerkapazitäten.

Das bereitet der britischen Energiewirtschaft durchaus Kopfzerbrechen. Andrew Horstead etwa, Analyst bei Utilyx, einem der britischen Energiewirtschaftsverbände, sieht wegen des kalten, langen Winters und deshalb weitgehend leerer Gaslager und geringer LNG-Importe „große Nervosität“ am britischen Gasmarkt. Laut einer Analyse der Bank of America Merrill Lynch sind die britischen Speicher in diesem März nur zu 20 % gefüllt – im März 2012 waren sie noch zu 47 % voll.

Dieter Helm, Wirtschaftsprofessor an der Universität Oxford, kritisiert die geringere Lagerkapazität als „fehlende Infrastrukur“, vergisst aber dabei, dass Großbritannien eine höhere LNG-Import-Kapazität hat als Kontinentaleuropa. Im Jahr 2011 lag die britische Gasförderung zum ersten Mal seit 1974 unter den Gasimporten. Aber letztere sind 2012 schon wieder gefallen.

Alle Pläne der britischen Regierung sehen weiter eine wichtige Rolle für Gas in der Energieversorgung vor. Gleich ob für den Eigenbedarf oder zur Durchleitung auf den Kontinent bleibt Großbritannien ein interessantes Ziel für LNG – vielleicht bald auch aus Tansania.

 
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Freitag, 22.03.2013, 12:27 Uhr