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Enerige & Management > Gas - Gazprom erweitert Exportmöglichkeiten
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
Gazprom erweitert Exportmöglichkeiten
Europa ist für den russischen Gaslieferanten Gazprom weiter Absatzmarkt Nummer eins. Doch Unternehmenschef Alexej Miller hält Strategie- sowie Preiskorrekturen für möglich und erwartet, nach China langfristig ähnliche Mengen zu exportieren wie nach Europa.
 
Neue Ansätze zur Preisbildung, die die Spothandelsplätze auf dem europäischen Markt in Bedrängnis bringen, stellte Gazprom-Chef Alexej Miller auf dem internationalen Gasforum in St. Petersburg im Oktober in Aussicht. Details ließ er noch offen.

Dafür erläuterte er Schwächen Europas, die aus seiner Sicht zu Preisänderungen führen könnten. Dazu zählt er, dass Europa sich nur 10 Mrd. m3 Gas aus Aserbaidschan sichern konnte und dass die Importterminals für verflüssigtes Erdgas nur zu 20 Prozent genutzt würden. Für Gazprom bleibe dennoch der „europäische Markt die Nummer eins“, erklärte Miller.

Die Gazprom-Strategie sei bislang mittelfristig darauf ausgerichtet gewesen, die gesamte Wertschöpfungskette von der Erkundung und Förderung bis hin zum europäischen Endkundenmarkt abzudecken. Da Europa heute jedoch kein Käufermarkt sei, „müssen wir uns kritisch die Frage stellen, ob wir auf den Endkunden zugehen sollten“, so Miller. Er kündigte an, Strategien und die Projekte entlang der Wertschöpfungskette kritisch zu analysieren und zu prüfen.

Gerüchte, wonach die Komplett-Übernahme der bisher gemeinsam mit Wintershall geführten Vertriebstochter Wingas und der Speichergesellschaft Astora in Frage stehe, dementierten Medienberichten zufolge sowohl Wintershall als auch Gazprom. Juristische Fragen verzögerten bislang die Abwicklung des Aktientauschgeschäftes, so die beiden Unternehmen.

Lukratives Exportgeschäft in Richtung Osten

Die Aussichten für Gaslieferungen per Pipeline nach China, dem künftig zweiten wichtigen Exportmarkt der Russen, bewertet der Unternehmenschef als riesig. Der Anteil von Pipeline-Gas auf den Märkten der asiatisch-pazifischen Region und Chinas nehme mehr und mehr zu.

Den mit dem chinesischen Versorger CNPC in diesem Jahr geschlossenen Gasliefervertrag bezeichnete Miller als sehr lukrativ. Er sieht einen jährlichen Lieferumfang von 38 Mrd. m3 Gas aus Ostsibirien über die geplante Pipeline Kraft Sibiriens vor. Sie soll 2018 in Betrieb gehen, 2019 sollen die Lieferungen starten.

Aktuell werde darüber hinaus über Lieferungen aus Westsibirien in den Westen Chinas verhandelt. Dafür ist der Bau einer weiteren Pipeline über das Altai-Gebirge geplant. Im nächsten Jahr soll laut Miller ein Liefervertrag über zunächst 30 Mrd. m3 pro Jahr abgeschlossen werden.

Insgesamt hält man es bei Gazprom für möglich, in einigen Jahren bis zu 150 Mrd. m3 per Pipeline nach China zu liefern und damit das Niveau der Exporte in Richtung Europa zu erreichen. Für diesen Fall hält Miller den Bau eines LNG-Exportterminals bei Wladiwostok nicht mehr für nötig.
 
Gasförderung Sibirien
Bild: Wintershall

Die mögliche Jahresproduktionskapazität von Gazprom bezifferte Miller in St. Peterburg auf 617 Mrd. m3 Gas. In diesem Jahr sollen 463 Mrd. m3 Gas gefördert werden.

Für Gazprom sind die Perspektiven im Osten Russlands und in China offensichtlich so lukrativ, dass jüngst das aktuelle Investitionsprogramm kräftig aufgestockt wurde. Demnach will der Konzern 2014 rund 1 026 Mrd. Rubel (20 Mrd. Euro) und somit 220 Mrd. Rubel mehr als Ende 2013 beschlossen investieren.

In dieser Summe enthalten sind auch Mittel für die großen Pipeline-Projekte Kraft Sibiriens nach China und South Stream durch das Schwarze Meer und Südosteuropa nach Österreich. Während die Bauarbeiten für Kraft Sibiriens bereits begonnen haben, stockt es bei South Stream, weil europäische Rechtsfragen für die Pipeline-Abschnitte in Südosteuropa ungeklärt sind und der Ukrainekonflikt hier spürbar Spuren hinterlässt.

 
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Dienstag, 28.10.2014, 09:41 Uhr