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ÖSTERREICH:
Gebündelte Kompetenzen für intelligente Netze
Unter der Leitung von Siemens Österreich entsteht derzeit die Technologieplattform "Smart Grids Austria". Mehrjährigen Demoprojekten sollen nun reale Implementierungen folgen.
 

Dank des 2007 etablierten Klima- und Energiefonds will Österreich auch die Ausgaben für die Energieforschung deutlich anheben. Die Schwerpunkte dabei liegen insbesondere auf Energieeffizienz, Technologien für das "intelligente Haus" sowie die "Smart Grids": Energiesysteme, die in ihrer Gesamtheit - von der Energieerzeugung, über die Netze bis hin zu den Speichern und Verbrauchern - wesentlich transparenter und flexibler funktionieren sollen als bisher.

Der Hintergrund: Eine alternde Strominfrastruktur, ein steigender Stromhandel und Strom aus erneuerbaren Energien, der oft dezentral ins Netz eingespeist wird. Ein zentraler Kraftwerkspark, der in streng hierarchisch aufgebauten Verteilnetzen Strom abgibt, ist also kein Modell der Zukunft mehr.

Die vorhandene Netzstruktur ist nur beschränkt fähig, Strom aus unzähligen Klein- bis Kleinstkraftwerken aufzunehmen. Vielmehr ist bei einer fluktuierenden und nicht koordinierten Stromeinspeisung mit Netzinstabilitäten zu rechen. Andreas Lugmaier von Siemens Österreich ist der Projektleiter der neuen Smart Grids Austria. Er erklärt: "Wir brauchen intelligente Regelsysteme in Verteil- und Übertragungsnetzen. Österreichs Industrie verfügt in diesem Bereich herausragendes Know-how, das wir nun gebündelt umsetzen wollen."

Bereits an Bord der Plattform ist zum Beispiel Fronius International - der Weltmarktführer in der Wechselrichtertechnologie will insbesondere verstärkt an der Reduktion der Spitzenlast durch neue Managementsysteme arbeiten und so die Netzqualität auch bei einer Vielzahl neuer Photovoltaik- oder Biomasseanlagen gewährleisten. Im Bereich der Leistungshalbleiter und Mikrocontroller ergänzt in Kärnten Infineon Austria die Plattform mit Lösungen zu einer effektiveren Energieumwandlung.

Siemens Österreich hat mit ihrer Software AMIS vor allem bei der Verbrauchsdatenerfassung und zugehöriger Informationssysteme Pionierarbeit geleistet. "Worum es uns geht, das ist letztlich die kommunikationstechnische Erschließung der Energieversorgung", sagt Lugmaier, "die Zusammenführung von Metering, Verteilnetzautomatisierung, Power Quality und Asset Management in einer einzigen Infrastruktur ist gefragt."

Die Österreicher rechnen sich durch die gemeinsamen Anstrengungen einen Technologievorsprung und daher durchaus einen nennenswerten Anteil am Weltmarkt für solche Systemintegrationen aus. Neben Siemens, Fronius und Infineon sind bereits die Netzgesellschaften von Energie AG, Wienstrom, Linz AG, Salzburg AG sowie VKW in erste Modellrechnungen eingebettet. Die TUs Wien und Graz sowie die Wiener arsenal research unterstützen als Forschungseinrichtungen die Plattform.

Hubert Fechner, Geschäftsfeldleiter Erneuerbare Energietechnologien bei arsenal research, erklärt: "Wir haben dank der modernen Power-Elektronik erstmals die Chance, auch zu wissen, was auf Niederspannungsebene vor sich geht. Damit wird der intensive Einbau dezentraler Stromquellen in Verteilnetze auch ohne einen massiven Leitungsausbau möglich. Neben dem Ausbau der traditionellen erneuerbaren Energien werden vor allem Dächer, Gebäudefassaden und andere bauliche Elemente zunehmend lokal zur netzgekoppelten Stromgewinnung beitragen.

Darüber hinaus werden fossile Rohstoffe in absehbarer Zeit auch in der Nutzung im Gebäudebereich nicht mehr verbrannt werden, ohne gleichzeitig dabei Strom auszukoppeln. Grundlegende Systemfragen wie Netzplanung, Netzmanagement, Kapazitätsplanung, Stabilität, Schutzstrategien und auch die Versorgungsqualität sowie Optimierung von Lastflüssen sind also neu zu diskutieren."

Als nächste Schritte will Fechner bei arsenal research selbst ein 1 000 m2 großes Labor etablieren, um alle Aspekte der dezentralen Einspeisung mit realen Maschinen untersuchen zu können. Darüber hinaus hofft er, dass die rund 5 bis 7 Mio. Euro teuren Forschungsprojekte bewilligt werden, damit aus Modellrechnungen reales Monitoring, reale Messtechnik und reale Anlagenanschlüsse werden.

Darüber hinaus gelte es, in Österreich noch deutlich mehr Anreize für Netzbetreiber zu geben, um dezentrale Erzeuger zu integrieren. Fechner sieht Bonus-Programme, wie sie etwa in Großbritannien existieren, dafür als vorbildlich an.


 
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Donnerstag, 03.07.2008, 09:16 Uhr