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Enerige & Management > Berater - Genauer Blick auf die Prozesskosten
Bild: Fotolia.com, jd-photodesign
BERATER:
Genauer Blick auf die Prozesskosten
Um Prozesse und deren Kosten bei Energieversorgern optimieren zu können, muss man sie erst im Detail kennen. Eine neu entwickelte Software soll dabei helfen.
 
Wie lange die täglich zu durchlaufenden einzelnen Prozesse bei Stadtwerken dauern und was sie an Kosten verursachen, ist weitgehend unbekannt. Zu dem Ergebnis kommt eine Kurzstudie, die das Beratungsunternehmen Vivax, Großmehring, durchgeführt hat. „Wir sehen zwar Trends, doch wie sich gezeigt hat, sind die wenigsten Energieunternehmen in der Lage, diese Kosten sauber aufzuschlüsseln“, fasst Vivax-Chef Dirk Fieml das Ergebnis der Untersuchung zusammen.
 
Um diesen Zustand zu ändern, hat das Steinbeis Transfer Institut Energiewirtschaft ein Forschungsprojekt gestartet, bei dem die Prozesskosten kleiner und mittlerer Stadtwerke genauer unter die Lupe genommen werden sollen. Ziel ist es, den beteiligten Stadtwerken daraus Informationen zu liefern, mit deren Hilfe sie Potenziale für die Optimierung der täglichen Arbeit erkennen können.
 
Bei dem Forschungsprojekt kommt eine Software zum Einsatz, die Vivax zusammen mit Wilken entwickelt hat und die den Energieversorgern helfen soll, ihre Prozesse und ihre Kosten detailliert zu erfassen. Die Programmierarbeiten für PS-Energy sind mittlerweile abgeschlossen, jetzt wird die zur Software gehörende Datenbank mit Informationen gefüllt. Dazu ist das Programm bei mehreren Kunden installiert worden, etwa bei Stadtwerken und einem Krankenhaus. Es eignet sich laut Fieml insbesondere für die Prozesserfassung bei Querverbund-Unternehmen; dazu enthält es auch Prozessdaten zu den Themen Fernwärme, Wasser und Verkehr.
 
Detaillierte Tätigkeiten in der Datenbank
 
In der Software und der dazugehörenden Datenbank sind bisher schon über 700 Teilprozesse und mehrere 1 000 detaillierte Tätigkeiten hinterlegt, die von EVU-Mitarbeitern im täglichen Betrieb ausgeführt werden müssen. Wer seine Tätigkeit nicht oder nur zu ungenau wiederfindet, kann das Programm anpassen und seine eigenen Prozessschritte eingeben; danach lassen sich dann der Zeitbedarf und die Kosten für Tätigkeiten erheben. Durch die Zuordnung zu Kostenstellen ist auch eine Umlage der allgemeinen Kosten auf bestimmte Tätigkeiten möglich.
 
Derzeit ist die Software laut Fieml in rund 80 Projekten im Einsatz. Zunächst werden die Prozesse genau erfasst, daraus und aus dem Know-how der Berater entsteht dann auch eine anonymisierte Benchmark-Datenbank, mit deren Hilfe die Anwender den Aufwand für ihre eigenen Prozesse mit denen in anderen Unternehmen vergleichen und so Optimierungsbedarf erkennen können. Bei der Darstellung der Prozesse orientiere man sich an der Systematik der Bundesnetzagentur (beispielsweise für die Planung im Mittelspannungsbereich). Die Software kann bei Bedarf jederzeit um weitere Prozesse erweitert werden.
 
Wenn alle Daten erfasst sind, kann das Programm Reports auswerfen, sortiert nach allen gewünschten Kriterien (beispielsweise bezogen auf die Anzahl der Verträge). Die Unternehmen können so erkennen, wer welche Aufgaben abwickelt und wie viele Leute mit einer bestimmten Tätigkeit beschäftigt sind. Was genau erfasst und ausgewertet werden darf, wird laut Fieml zuvor mit dem Unternehmen und dem Betriebsrat abgesprochen.
 
Verschiedene Vermarktungsmodelle im Angebot
 
Das Programm, das im Internet läuft und über den Browser bedient wird, will Vivax insbesondere an kleinere Unternehmen verkaufen, es komme aber auch mit der Datenmenge großer Stadtwerke zurecht. In der Regel will man es zusammen mit einer Beratungsleistung anbieten. Der Versorger könne aber auch eine Lizenz der Software erwerben und sich dann mit wiederkehrenden Prüfungen selbst in seinen Abläufen kontrollieren.
 
Ein weiteres Vermarktungsmodell ist Fieml zufolge auch, dass Vivax die Datenerhebung und die damit erstellte Analyse dem Kunden zur Verfügung stellt und ein anderes Beratungsunternehmen dann die Prozesse im EVU optimiert. Das Programm eigne sich aber beispielsweise auch für den Einsatz in Unternehmen, die selbst Dienstleistungen anbieten wollen und noch nicht wissen, wie sie dafür kalkulieren sollen.
 
Auch wenn die Prozesskosten im Detail noch nicht ermittelt worden sind, sieht Berater Fieml „in der Regel riesige Potenziale“ bei den Unternehmen, ihre Prozesse zu verbessern und die Kosten zu senken. Sein Optimismus speist sich aus seiner Unternehmens- und Marktkenntnis: „Als Berater hat man seine Erfahrung.“

 
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Mittwoch, 01.10.2014, 09:58 Uhr