• Erdgas setzt steile Aufwärtsbewegung fort
  • Strom, CO2 und Gas überwiegend fester
  • Widerstreitende Reaktionen aufs neue Klimaschutzgesetz
  • Kabinett beschließt Gesetzesnovelle mit Klimaneutralität bis 2045
  • Südlink jetzt komplett in der Planfeststellung
  • RWE Q1: Ergebnis geschrumpft, Prognose bekräftigt
  • MVV steigert Ergebnis
  • Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
  • Engie verliert Steuervorteil
  • Enapter entwickelt AEM-Elektrolyseur der Megawattklasse
WINDENERGIE:
Gradmesser fürs Exportgeschäft
Die deutschen Windschmieden nutzen die Hannover Messe, um ihr Auslandsgeschäft anzukurbeln.
 

Zu den wichtigsten Ausstellern in Halle 13, wo die Fachmesse Energy im Rahmen der Industriemesse in Hannover schon fast traditionell ihren Platz hat, gehören seit Jahren die Hersteller von Windturbinen. Mit einer Fläche von 513 m2 ist beispielsweise der Stand der Enercon GmbH aus Aurich, Deutschlands mit Abstand größter Windanlagen-Hersteller, nur unwesentlich kleiner als der des RWE-Konzerns – was zum einen für das Selbstbewusstsein der Ostfriesen, zum anderen für das der gesamten Windindustrie spricht.

„Hannover ist für uns die wichtigste Messe des Jahres und hat einen noch größeren Stellenwert als die im September anstehende HusumWind 2003“, begründet Enercon-Sprecherin Nicole Weinhold das Engagement an der Leine. Neben den Kundenkontakten stünden für die Ostfriesen „eine rege Kontaktpflege zu unseren Zulieferern“ im Mittelpunkt, die alle in Hannover vertreten seien.

Neue Modelle werden die Besucher vergeblich an dem Enercon-Stand suchen. Selbst Komponenten der E-112, der mit 4,5 MW weitweit größten Windturbine, sind nicht zu sehen. Wohl erst in Husum oder auch erst nächstes Jahr in Hannover wird es eine neue Anlage aus dem Hause von Firmenchef Aloys Wobben geben – sozusagen sein persönliches Steckenpferd. Seit längerem munkelt die Windbranche, dass es eine Mittelgröße zwischen der früheren E-12 (30 kW Leistung) und der mittlerweile relaunchten E-30 (300 kW) geben soll.

Anbieter mit 2-MW-Maschinen

Weniger zurückhaltend mit Neuigkeiten ist die REpower Systems AG: Die Hanseaten präsentieren erstmals im größeren Rahmen ihre neue Zwei-MW-Maschine MM82, eine speziell für den Einsatz im Binnenland konzipierte Weiterentwicklung der Erfolgsmaschine MD70 (1,5 MW) mit 82 m Rotordurchmesser. Unter Fachleuten dürfte das neue Rotorblatt mit einer Kohle-/Glasfaser-Hybridstruktur große Beachtung finden, da es nur das gleiche Gewicht auf die Waage bringt wie das MD70-Blatt. Zu den Erwartungen an die Messe in Hannover sagt REpower-Sprecherin Manuela Scheferling: „Die Einbindung in sieben weitere Fachmessen bringt zwar auch viel Publikum, das nicht an Windkraft-Fragen interessiert ist, eröffnet aber auch Kontaktaufnahmen in einem eher informativen Rahmen, die für spätere Geschäftsentwicklungen von Bedeutung sein könnten.“

Den REpower-Stand werden sich die Mitarbeiter des dänischen Vestas-Konzern ganz genau unter die Lupe nehmen. Denn mit der MM82 bekommt der Weltmarktführer Konkurrenz für sein bisheriges Erfolgsmodell V80, die weltweit mittlerweile 500 Mal verkauft worden ist. „Wir haben die Zwei-MW-Maschine weiter optimiert, sodass sie jetzt komplett ausgereift ist und wir noch höhere Verkaufszahlen erwarten“, betont Andreas Eichler, Assistent der Geschäftsführung bei der Vestas Deutschland GmbH.
Die Nordfriesen werden an ihrem Stand aber auch großen Wert auf ihren „After Sales-Service“ legen, ihren Kunden- und Wartungsdienst. Genau diese Serviceleistungen der Nordfriesen waren jüngst bei einer Umfrage des Bundesverbandes WindEnergie mit schlechten Noten abgestraft worden. Eichler: „Wir stehen bei unseren Betreibern in der Pflicht und müssen in diesem Bereich unbedingt bessere Angebote machen.“

Die Hannover Messe, darüber herrscht Einigkeit in Windkreisen, ist ein erster Gradmesser in diesem Jahr dafür, wie sich die künftigen Exportgeschäfte entwickeln. Nach einer vor kurzem vom Bundesverband WindEnergie veröffentlichten Schätzung musste die Windkraft-Branche nach Jahren des Aufschwungs im Jahr 2002 einen leichten Rückschlag hinnehmen. Weltweit sind danach im vergangenen Jahr rund 6.500 MW neu installiert worden, knapp 300 MW weniger als im bisherigen Rekordjahr 2001. Verschont von dem Einbruch blieb Europa, wo rund drei Viertel der weltweiten Windkraft produziert wird: Nach Angaben der Europäischen Windenergie-Vereinigung (Ewea) gingen vergangenes Jahr zwischen Nordkap und Gibraltar 5 871 MW neu ans Netz, so viel wie nie zuvor. „Das ist ein Zuwachs beim Neubau von über 30 Prozent“, betont Ewea-Geschäftsführer Corin Millais mit Blick auf die 4 493 MW aus dem Jahre 2001.

Dafür blieb allerdings der Zubau in den USA und in Indien, die zu den Top Ten der wichtigsten Windkraft-Länder zählen, weit hinter den Erwartungen zurück.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 27.02.2003, 08:56 Uhr