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Enerige & Management > Stromversorger - Grundversorgung wird bei mehr als der Hälfte teurer
Bild: ghazii / Fotolia
STROMVERSORGER:
Grundversorgung wird bei mehr als der Hälfte teurer
Mindestens 450 Stromversorger und damit mehr als die Hälfte (54,35 %) passen zum Jahreswechsel die Preise in der Grundversorgung an. Mit nur einer Ausnahme wird der Strom dabei teurer. 
 

Das geht aus einer Auswertung des Datendienstleisters für die Energiebranche GET AG hervor, die E&M vorab vorliegt.​

Hauhaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh müssen ab 2020 in den betroffenen Gebieten in der Grundversorgung durchschnittlich 64,32 Euro/a (brutto) mehr bezahlen. Das entspricht im Vergleich zum 1. November 2019 einer Steigerung um rund 5,74 %. Nur die grundversorgten Haushaltskunden bei den Gemeindewerken Cadolzburg werden künftig um brutto 3,73 Euro/a (-0,27 %) entlastet.

In der Regel bieten die lokalen Stromversorger natürlich auch günstigere Produkte beziehungsweise Tarife als die in der Grundversorgung an. Laut dem am 27. November vorgelegten Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt haben aber noch immer 27 % der Stromkunden einen Grundversorgungsvertrag.

Netznutzungskosten steigen relativ deutlich an

Nachdem die Übertragungsnetzbetreiber Anfang Oktober ihre Entgelte für 2020 bekanntgegeben hatten, hat die GET AG in der zweiten Oktoberhälfte auch die Kosten für die Netznutzung von Stromhaushaltskunden ab 2020 anhand der vorläufigen Preisblätter der nachgelagerten Verteilnetzbetreiber ermittelt. In die Kostenbetrachtung flossen die Arbeits-, Leistungs- und Grundpreise sowie die von den Netzbetreibern ausgewiesenen Kosten für die konventionelle Messdienstleistung ein.

Ein Vergleich mit den Kosten für 2019 zeigt: „Es ergeben sich zum Jahreswechsel in den meisten Netzgebieten Abweichungen, die teilweise relativ deutlich ausfallen und von Stromvertrieben in ihrer Kalkulation für das kommende Jahr berücksichtigt werden müssen", sagte ein Sprecher der GET AG zu E&M.

Da Preiserhöhungen gegenüber den Senkungen klar überwiegen, zeigt die Kostenkurve im gemittelten Trend nach oben. Je nach Liefersituation wirken sich die Preisänderungen aber unterschiedlich stark aus.

Laut den Berechnungen der GET AG zahlt ein Haushaltskunde (Standard-Lastprofil, 3.500 kWh/a in Niederspannung) im bundesweiten Mittel gegenwärtig rund 7,43 Ct/kWh (netto) und muss vorläufig für 2020 mit Steigerungen im Durchschnitt um 5,48 % rechnen.

Nur wenige Netzunternehmen halten für 2020 die Preise unverändert. Während gut jeder zehnte (10,86 %) Stromnetzbetreiber die Kosten für die Durchleitung und konventionellen Messstellenbetrieb um mehr als 3 % nach unten korrigiert, steigen sie bei mehr als der Hälfte (52,02 %) der Unternehmen um mindestens 3 % an. So wird ein Haushaltskunde im Niederspannungsnetz des Elektrizitätswerks Bruchmühlbach-Miesau um 34,4 % entlastet. Dagegen erhöhen sich die Kosten für die Netznutzung beispielsweise bei der Stadtwerke Herborn GmbH um 40,66 %.

Weitere Beispiele für Veränderungen der vorläufigen Netzentgelte:

Versorger Veränderung
Stadtwerke Waldkirchen -21,1 %
Gemeindewerke Lichtenau -18,37 %
Stadtwerke Versmold GmbH -13,04 %
Stadtwerke Dorfen GmbH -8,54 %
Elektra Genossenschaft Pinzberg e.G. -8,28 %
SWKiel Netz GmbH -4,98 %
Stadtwerke Neustadt a. d. Donau GmbH -2,05 %
Stadtwerke Haltern am See GmbH -0,94 %
Netz Lübeck GmbH -0,51 %
   
Stadtwerke Viernheim Netz GmbH +38,89 %
Stadtwerke Heiligenhaus GmbH +16,1 %
Stadtwerke Velbert GmbH +15,59 %
NEW Netz GmbH +13,87 %
Netzwerke Saarlouis GmbH +13,49 %
WSW Netz GmbH +12,8 %
SWM Infrastruktur GmbH & Co.KG (München) +0,09 %


Noch etwas stärker fällt die Erhöhung in den anderen Liefersituationen aus:

Ein Gewerbekunde (Registrierende Leistungsmessung, 50.000 kWh / 50 kW in Niederspannung) zahlt im bundesweiten Mittel aktuell rund 7,92 Ct/kWh (netto) und muss vorläufig mit Steigerungen im Durchschnitt um 5,81 % rechnen. Die Elektrizitätsgenossenschaft Hasbergen e.G. entlastet den Gewerbekunden ab dem kommenden Jahr um 24,85 %, wohingegen sich die Entgelte im Netz der Gemeindewerke Schönkirchen GmbH um 43,38 % erhöhen.

Ein Industriekunde (RLM, 500.000 kWh / 250 kW in Mittelspannung) zahlt im bundesweiten Mittel aktuell rund 5,17 Ct/kWh (netto) und ist vorläufig mit Steigerungen im Durchschnitt um 6,97 % konfrontiert. Für diese Liefersituation sinken die Entgelte im Netzgebiet der Stadtwerke Waldkirchen um 35,43 %. Auf der anderen Seite steigen die Kosten für die Netznutzung zum Jahreswechsel bei der Stadtwerke Herborn GmbH um 48,39 %.

Bei der Berechnung der Mittelwerte wurde der Durchschnitt über die Anzahl aller betroffenen Postleitzahlen gebildet, ohne deren Größe in der Fläche oder die Anzahl von relevanten Marktlokationen zu berücksichtigen. Gab es mehrere Netzbetreiber je PLZ, ging der gemittelte Wert in die Durchschnittsberechnung ein.


 
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Mittwoch, 27.11.2019, 15:46 Uhr