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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Hannover soll bei E-Mobilität voranfahren
Bild: Picture Factory / Fotolia
ELEKTROFAHRZEUGE:
Hannover soll bei E-Mobilität voranfahren
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur und Angebotspakete für private und geschäftliche Elektroautonutzer sind die zwei Säulen des Geschäftsfelds E-Mobilität der Stadtwerke Hannover.
 
In Sachen Elektromobilität wollen die Stadtwerke Hannover die niedersächsische Landeshauptstadt in eine Spitzenposition bringen und bundesweit intelligente Produkte anbieten. Rund 10 Mio. Euro sollen dafür investiert und 40 neue Mitarbeiter eingestellt werden. „E-Mobilität ist ein Geschäftsfeld, auf das wir in Zukunft stark setzen. Denn wir wollen unsere Kunden auf dem Weg in die neue elektromobile Zukunft begleiten", sagte Stadtwerke-Chefin Susanna Zapreva bei der Vorstellung des Projekts Anfang November in Hannover.

Bis 2020 soll es rund 300 öffentlich zugängliche Ladesäulen mit 600 Ladepunkten für E-Autos in der Landeshauptstadt geben; aktuell sind es 90 Ladesäulen. Laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes sind momentan 455 reine E-Autos in Hannover registriert, was bei 565 000 insgesamt angemeldeten Fahrzeugen einem Anteil von nicht einmal 0,08 Prozent entspricht.
 
Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok und Stadtwerkechefin Susanna Zapreva wollen die Elektromobilität voranbringen
Bild: Stadtwerke Hannover

Trotz der noch ernüchternd niedrigen Zahl von E-Autos rechnen die Stadtwerke mit „einer stark zunehmenden Marktdynamik“ in Folge öffentlicher Förderangebote sowie einer breiteren Modellpalette und kalkulieren bis 2020 mit rund 5 400 E-Fahrzeuge und Hybrid-Varianten in der Region.

Zapreva ist deshalb auch überzeugt, in diesem Geschäftsfeld in drei Jahren einen Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe erzielen zu können, wie sie im Gespräch mit E&M bekräftigt. Für die Investition von 10 Mio. Euro haben die Stadtwerke die Fördertöpfe gut ausgeschöpft: 7,5 Mio. Euro fließen aus dem vom Unternehmen mitfinanzierten Enercity-Fonds Proklima, der Rest kommt aus Bundesmitteln für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Dichtes Netz an Lademöglichkeiten für Stadt und Region

Mit den geplanten 600 Lademöglichkeiten – das sind neun bis zehn Ladepunkte je 10 000 Einwohner – soll Hannover nach derzeitigen Planungen besser ausgestattet sein als andere gut bestückte Großstädte wie Stuttgart, Berlin oder Hamburg. Nach Angaben der Stadtwerke-Chefin sollen die 300 E-Tankstellen vor allem im öffentlichen oder teilöffentlichen Raum stehen, also auf Parkplätzen von Einkaufszentren und Firmen sowie an großen Straßen, wo auch besonders leistungsstarke Schnellladestationen vorgesehen sind, die Akkus von Autos binnen etwa 20 Minuten zu 80 Prozent füllen. Gespräche mit Unternehmen dazu laufen.

Die Stadtwerke wollen außerdem Unternehmen anregen, für ihre Kunden zusätzliche Lademöglichkeiten zu schaffen und bieten dafür Rundum-Sorglos-Pakete an. Sie umfassen nicht nur Ladestationen einschließlich Projektierung, Netzanschluss, Wartung und Ersatzteilen, sondern auch Services wie Call-Center, Fördermittelmanagement und Abrechnung von Fahrstromerlösen. In der Planung sind branchenspezifische Lösungen für Gastronomie (eat & charge), Hotelbetriebe (sleep & charge), Einzelhandel (shop & charge) sowie Parkhäuser und Garagen (park & charge). An Firmen, die für ihre Mitarbeiter Lademöglichkeiten schaffen wollen, richtet sich das Angebotspaket (work & charge).

Für Privathaushalte sind Kombilösungen, also Angebote mit Ladebox und Solaranlage (solar & charge) oder einem Smart-home-System (Smart home & charge) vorgesehen sowie Lösungen für nachbarschaftliche Mehrfachnutzung (share & charge). Das Komplettpaket „Energy & Chargeflat“ umfasst neben einer privaten Ladestation europaweite Fahrstrom-Flatrates an öffentlichen Ladesäulen.

Ladelösungen für Unternehmen und private Autobesitzer

Um für zunehmende E-Mobilitätsaktivitäten gerüstet zu sein, haben sich die Stadtwerke Hannover an zwei spezialisierten Unternehmen beteiligt. Am Paderborner Ladesäulen- und Ladeboxenanbieter Wallbe, seit 2014 am Markt, ist das kommunale Unternehmen mit 25,1 Prozent beteiligt. Wallbe erzielte im Jahr 2016 nach Angaben der Stadtwerke einen Umsatz von 2,1 Mio. Euro und hatte rund zehn Prozent Anteil am Markt für Lademöglichkeiten. Die digitalen Services, wie Abrechnung und Flottenmanagement sowie Online-Handel und „exzellente Kompetenzen im Vertrieb“, passten zum Stadtwerke-Konzept, heißt es.

An der Hildesheimer Software-Schmiede E2Work GmbH haben die Stadtwerke zehn Prozent erworben. Diese Kooperation ermöglicht ein innovatives, effizientes Carsharing-Konzept. Das an der Uni Hildesheim entstandene Startup hat sich auf zelluläres Carsharing im Flottensektor spezialisiert. Die Grundidee sei, tagsüber ungenutzte private Autos mit Fuhrparks von Firmen zu vernetzen.

Die Software von E2Work ermögliche beispielsweise Fahrzeuge tagsüber für Dienstfahrten und außerhalb der Arbeitszeiten privat zu nutzen. Durch diese Synergien reduzierten sich die Betriebskosten für beide Beteiligten um rund 30 Prozent. Auch für Mieter in Mehrfamilienhäusern sei das Teilen von Elektroautos attraktiv. Entsprechende Modelle für die Wohnungswirtschaft habe E2Work im Angebot.

„Wir sehen in diesem Geschäftsfeld das Potenzial, auch bundesweit neue Kunden zu gewinnen“, sagte Zapreva. Ziel sei, die Stadtwerke zu einem der führenden E-Mobilitätsdienstleister zu machen. Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostock, zugleich Stadtwerke-Aufsichtsratschef, lobt die neue Unternehmensstrategie: „Mehr Elektromobilität heißt weniger Lärm, weniger CO2, weniger Stickoxide und damit bessere Luft – ein Gewinn für alle in Hannover."

 
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Donnerstag, 09.11.2017, 15:43 Uhr