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REGENERATIVE:
Im Abschwung
Zum zweiten Mal in Folge muss der deutsche Windmarkt ein kräftiges Minus verkraften, weshalb sich immer mehr Windturbinen-Hersteller auf das Auslandsgeschäft konzentrieren. Auf dem deutschen Windmarkt war im Jahr 2004 die Enercon GmbH der eindeutige Gewinner.
 

Der Windkraft-Ausbau hierzulande hat weiter an Dynamik verloren: Im vergangenen Jahr gingen nach powernews.org vorliegenden Informationen Windkraftanlagen mit insgesamt gut 2 037 MW Leistung neu ans Netz. Die Zahlen werden der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der VDMA Power Systems am Montag in Berlin vorstellen.
Gemessen am Jahr 2003 bedeutet das ein Minus von etwa 23 %, im Vergleich zum Rekordjahr 2002 mit installierten 3 250 MW sogar einen Rückgang von über 37 %. Insgesamt sind zwischen deutsch-dänischer Grenze und dem Alpenvorland nun 16 543 Windturbinen mit einer Leistung von zusammen 16 630 MW neue errichtet worden.
Zu Beginn des vergangenen Jahres hatten Branchenkreise noch einen Zubau von 2 200 bis 2 400 MW erwartet. Die Verzögerung bei der Neufassung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sowie ein Mitte August 2004 veröffentlichtes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes mit weit reichenden Konsequenzen für die Genehmigungspraxis von Windparks hatten aber zwischenzeitlich ein Abrutschen unter die 2 000-MW-Marke wahrscheinlich werden lassen. Trotz des Rückgangs kann sich Deutschland weiterhin mit dem Titel „Wind-Weltmeister“ schmücken: Auf Platz 2 des weltweiten Rankings katapultierte sich Spanien, das nach Angaben der Unternehmensvereinigung Plataforma Empresarial Eólica mit 1 744 MW im Jahr 2004 einen Rekordzuwachs verzeichnen konnte.

In neue Rekordhöhen schraubte auch die Enercon GmbH mit 41,8 % ihren Marktanteil in Deutschland, ein sattes Plus von 8,4 % und damit der eindeutige Gewinner der vergangenen Windjahres. Damit erfüllte die Crew um Vertriebsleiter Stefan Lütkemeyer die Vorgaben von Firmenchef Aloys Wobben, der auf der Hannover Messe im vergangenen Jahr die 40 %-Marke zur Messlatte erklärt hatte. Insgesamt haben die Ostfriesen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 937 Anlagen mit 1 300 MW Gesamtleistung aufgestellt, womit der deutsche Marktführer eine Exportquote von gut 35 % erreicht hat.
Das Auslandsgeschäft will Firmeninhaber Wobben in den kommenden Jahren schrittweise weiter ausbauen. So will er in diesem Jahr die Produktion auf 1 500 MW ausbauen, von denen in Deutschland wiederum an die 850 MW errichtet werden sollen. Für 2006 sieht der Businessplan, den Wobben diese Woche ansatzweise auf einer Veranstaltung im Emden präsentierte, 1 600 MW vor, von denen gut 47 % für das Ausland vorgesehen sind. Trotz dieser Expansionspläne setzt Wobben weiter auf den deutschen Markt. Sein Credo: „Der Export hängt von der Entwicklung im Inland ab.“

Nicht nur das Enercon-Management reagierte zufrieden auf die jüngsten Marktzahlen. Auch die Vestas Deutschland GmbH zeigte sich mit dem Marktanteil von genau 30 % „wirklich zufrieden“, so Sprecher Andreas Eichler. Im vergangenen Jahr habe Vestas intern die Herausforderungen schultern müssen, die sich aus der Fusion mit dem Wettbewerber NEG Micon A/S ergeben hätten. Wie schon in den Vorjahren konnten die Nordfriesen mit der V80 auf die meistverkaufte Anlage in der 2-MW-Klasse bauen. Um die Wirtschaftlichkeit dieser Maschine zu erhöhen, bietet Vestas die Anlage mittlerweile auch mit einem erweiterten Rotordurchmesser von 90 m an. Dabei soll es nicht bleiben: „In Vorbereitung ist ein Rotordurchmesser von 100 Metern, um unsere Spitzenstellung in dieser zurzeit gängigen Marktklasse auszubauen“, so Eichler.

Vestas Pläne dürften Fritz Vahrenholt, dem Vorstandschef der REpower Systems AG, gar nicht schmecken. Seine 2-MW-Maschine, die MM82, gerät so bei den wichtigsten Anlagenparametern weiter ins Hintertreffen. Dafür hat die jüngste Marktstatistik ein Trostpflaster für Vahrenholt parat: Mit einem Marktanteil von 9,2 % landete REpower erstmals auf dem dritten Platz: „Für einen Mittelständler ist das doch nicht schlecht, immerhin liegen wir damit vor einem Weltkonzern wie GE Wind“, macht der frühere Hamburger Umweltsenator auf Understatement.
Und noch ein Ziel konnten die Hanseaten im vergangenen Jahr packen: Erstmals schnellte ihre Exportquote auf 32 % hoch. „Wir rechnen uns viel in Portugal, Frankreich, Italien und demnächst auch in Großbritannien aus“, so der REpower-Chef. Ein Hoffnungsträger ganz anderer Art ist die im vergangenen Oktober erstmals aufgestellte 5M, das neue Flaggschiff mit 5 MW Nennleistung. In diesem Jahr will Vahrenholt drei bis fünf weitere Anlagen von diesem Typ aufstellen: „Wir müssen einfach Erfahrungen an Land sammeln, bevor wir mit dieser Maschine aufs Meer gehen.“

Das ist Zukunftsmusik. Erst einmal wird auch REpower sein Geld an Land verdienen müssen. In Deutschland wird das künftig schwieriger. Nicht nur weil die Zahl der Standorte weiter abnimmt, sondern auch weil der Markt zunehmend aufgeteilter ist. Allein die drei führenden Unternehmen in Deutschland, Enercon, Vestas und REpower, vereinen mittlerweile einen Marktanteil von 81 % auf sich. Daher ist der Gang ins Ausland für das Gros der Hersteller ein Muss: So lag der Auslandsausanteil der Nordex AG im vergangenen Jahr bei gut 50 %. Hierzulande hatte das börsennotierte Unternehmen nur 89 MW installieren können, was für einen Marktanteil von 4,4 % reichte. „Totgesagte leben länger“, kommentierte Sprecher Ralf Peters diese Zahlen. Erhofft hatte sich Nordex, die nach wie vor ein negatives Ergebnis vor sich herschiebt, aber ein besser Ausbauergebnis. „Der sechswöchige Produktionsstopp im vergangenen Frühjahr hat alle Planungen durcheinander gebracht“, so Peters, der nun auf verbesserte Zahlen für 2005 setzt.

Wie auch Stephan Schulze, der Geschäftsführer der Gamesa Wind GmbH. Dem deutschen Tochterunternehmen des spanischen Gamesa-Konzerns gelang es im vergangenen Jahr, erstmals elf Anlagen mit zusammen 12,8 MW aufzustellen. Ein bescheidener Einstieg gemessen an den Plänen der Spanier, in zwei, drei Jahren in Deutschland einen Marktanteil von bis zu 15 % zu gewinnen.
„Es haben sich einige Aufträge ins Jahr 2005 verschoben“, ist Schulze dennoch froh über den geschafften Markteinstieg. Für dieses Jahr hat die Gamesa-Dependance vier Windparks mit zusammen 44 MW fest unter Vertrag. Zusammen mit mehreren von der Oldenburger EBV-Gruppe entwickelten Windparks, die auch zum Gamesa-Konzern zählt, rechnet Schulze für dieses Jahr mit einem Output von 80 bis 100 MW: „Dann werden wir schon anders wahrgenommen, zumal sich auch erste Energieversorger für unsere Maschinen interessieren.“
Ob Gamesa in Deutschland eine eigene Produktion aufbaut, hängt nach den Worten Schulzes von der „Gesamtentwicklung“ ab. Das dürfte eine verklausulierte Absage sein, denn das Gros der Windexperten geht davon aus, dass der Zubau in Deutschland in diesem Jahr erstmals seit 2001 wieder unter die 2 000 MW-Grenze rutscht.

Marktanteile der Windkraftanlagen-Hersteller (in %):

Hersteller 2003 2004
Enercon GmbH 33,4 41,8
Vestas GmbH (1) 23,5 30
REpower Systems AG 10,7 9,2
GE Wind Energy 11,2 7,7
Nordex AG 4,8 4,4
AN windenergie 5,0 4,0
Fuhrländer AG 0,9 1,3
Gamesa Wind GmbH (2) - 0,6
DeWind GmbH 1,3 0,5
Sonstige 1,0 0,5
NEG Micon 8,2 -

(1) Vestas hat im Verlaufe des Jahres 2004 mit der NEG Micon A/S fusioniert, weshalb ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr nicht möglich ist
(2) Gamesa hat im Jahr 2004 erstmals in Deutschland Windturbinen verkauft


 
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Freitag, 21.01.2005, 14:03 Uhr