• An allen Enden fester
  • OGE arbeitet mit Lkw-Herstellern zusammen
  • Verbände fordern mehr Hilfen bei Effizienz-Projekten
  • Vonovia will mehr Mieterstromanlagen bauen
  • Projektplaner von Amprion erhalten eigenes Bürogebäude
  • BEE: Energiewende braucht schnell mehr grüne Stromerzeugung
  • Aufbruch in die E-Luxusklasse mit reichlich Kilowatt
  • Feldversuch in Tamm macht Netze BW fit fürs Elektromobilität
  • Uniper klagt gegen niederländischen Kohleausstieg ohne Entschädigung
  • Netzagentur kürzt Gebotsvolumen um 250 MW
Enerige & Management > Biogas - Kaum noch neue Biomethan-Einspeiseanlagen
Bild: Fotolia.com, Stephan Leyk
BIOGAS:
Kaum noch neue Biomethan-Einspeiseanlagen
In Staßfurt wird seit kurzem Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist. Weitere Biomethan-Einspeiseanlagen werden in Deutschland künftig aber nur noch vereinzelt erreichtet.
 
In der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt ist die MVV Energie AG bereits in zwei Biomethan-Projekten involviert. In Kroppenstedt sowie in Klein Wanzleben hat der Mannheimer Energieversorger in Kooperation mit der ehemaligen RES Projects GmbH in zwei nahezu baugleiche Anlagen investiert. In Staßfurt presst nun eine dritte MVV-Anlage Biogas mit Erdgasqualität ins Gasnetz, die zusammen mit der Münchner BayWa r.e. gebaut wurde. Alle drei Anlagen sind auf eine stündliche Einspeisekapazität von 700 m3 Biomethan ausgelegt und benötigen dafür jährlich zwischen 60 000 und 70 000 t Substrate. Der Mannheimer Energieversorger hält an den jeweiligen Betreibergesellschaften einen Anteil von 74,9 %, während die Projektierer mit 25,1 % beteiligt sind.
 
In der Magdeburger Börde verfügt die MVV über ein Biomethan-Cluster mit Anlagen in Kroppenstedt (im Bild), Wanzleben und Staßfurt 
Bild: MVV Energie AG

Keines der drei Unternehmen hat aktuell weitere Neubauprojekte im Blick. „Wir sind nach wie vor von der Zukunftsfähigkeit und der Bedeutung von Biomethan als speicherbarem erneuerbaren Energieträger und damit als wichtigem Teil der Energiewende überzeugt“, betont ein MVV-Sprecher zwar. Allerdings hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Biomethanerzeugung mit der Novelle der Erneuerbare-Energie-Gesetzes im vergangenen Jahr drastisch verschlechtert, heißt es weiter aus Mannheim.

Die Münchner bmp greengas GmbH hat ihr Projektgeschäft, das bei der RES Projects GmbH angesiedelt war, schon im Frühjahr 2014 eingestellt und beschränkt sich seitdem auf den Biomethanhandel. Die BayWa-r.e.-Gruppe konzentriert sich verstärkt auf den Ökoenergievertrieb und die Direktvermarktung, statt Bioenergieanlagen zu bauen. „Die Projektierung von Neuanlagen wird künftig nicht der Schwerpunkt unserer Aktivitäten sein, dafür sehen wir im Bereich der Beratung, des Rohstoffmanagements und des Repowerings einen Bedarf“, stellte Matthias Taft, Vorsitzender der Geschäftsführung der BayWa r.e. renewable energy GmbH, bereits im Juli vergangenen Jahres klar.

Aufgrund der „dramatisch verschlechterten wirtschaftlichen Bedingungen“ ist der Zubau von Biogasanlagen in Deutschland nach Angaben des Fachverbandes Biogas fast vollständig zum Erliegen gekommen. Ende vergangenen Jahres prognostizierte der Verband für 2015 nur noch 61 neue Biogasanlagen mit 8 MW Gesamtleistung. Zahlen für das erste Quartal werden voraussichtlich Ende Juni veröffentlicht – und den vorhergesagten Trend wohl auch für den Biomethan-Bereich bestätigen.

Bislang wurden 176 Biomethananlagen errichtet

Nach aktuellen Angaben der Deutsche Energie-Agentur (dena) wurden in Deutschland bislang 176 Biomethananlagen mit einer gesamten Einspeisekapazität von 109 710 m3/h errichtet. Nachdem 2014 nur 26 Anlagen in Betrieb genommen wurden – in den Vorjahren waren es mehr als doppelt so viele – beschränkt sich der Zubau in diesem Jahr nur noch auf wenige Einzelprojekte. Neu hinzugekommen ist beispielsweise eine 350 m3/h-Anlage der Energieversorgung Nordhausen GmbH, die seit April im thüringischen Bielen unter Volllast läuft. Laut der dena-Plattform Biogaspartner sollen sich bundesweit insgesamt 12 Biomethaneinspeiseanlagen im Bau befinden, vier weitere Projekte seien in Planung. Doch höchstens zehn Anlagen dürften nach Einschätzung der dena 2015 ans Gasnetz angeschlossen werden.

So wird eine in Beetzendorf in Sachsen-Anhalt bestehende Biogasanlage der Karlsruher Altus AG voraussichtlich ab dem dritten Quartal 385 m3/h Biomethan ins Netz einspeisen. RWE Innogy will ihre 700 m3/h-Anlage im nordrhein-westfälischen Bergheim noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen. Die Münchner Landwärme GmbH hat im April von der Hitachi Zosen Inova Biomethan GmbH den Auftrag erhalten, eine im mecklenburgischen Wittenburg bestehende Biogasanlage um eine Aufbereitungsanlage mit 350 m3/h Einspeisekapazität zu erweitern.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 12.06.2015, 11:16 Uhr