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Enerige & Management > Österreich - Kelag investiert in Abwärmenutzung
Bild: Fotolia, YuI
ÖSTERREICH:
Kelag investiert in Abwärmenutzung
Der Energieversorger Kelag Energie & Wärme wird in seinem größtes Fernwärmenetz im österreichischen Villach künftig Abwärme mit nutzen.
 
Um die Abwärme der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) aus Arnoldstein (Kärnten) und die Erzeugung der Biomasseanlagen noch effizienter nutzen zu können, errichtet Kelag in Villach-Warmbad einen Pufferspeicher, teilte der Versorger mit. Am 19. Januar war der Spatenstich. Der Speicher hat ein Volumen von 450 Kubikmeter und kann rund 20.000 kWh Wärme speichern. Mit der Wärme aus dem Pufferspeicher will die Kelag kurzfristige Bedarfsspitzen in ihrem Villacher Fernwärmesystem decken. Die Kelag investiert knapp 1 Mio. Euro in den Bau des Pufferspeichers.

Ab September 2021 soll der Pufferspeicher kurzfristige Leistungsschwankungen ausgleichen, die Temperatur des Wasser im Speicher kann bis auf 60 Grad Celsius gesenkt werden. Er ist als Tages- und Spitzenlastspeicher konzipiert und kann sehr flexibel auf die aktuelle Bedarfs- und Erzeugungssituation reagieren, so die Kelag weiter.

In Zeiten geringerer Abnahme wird die Mehrleistung der regenerativen Erzeugung gespeichert und in Zeiten hoher Abnahme die gepufferte Wärme mit einer Leistung von bis zu 20 MW bereitstellt. Mit dem Pufferspeicher können alle Erzeugungs- und Wärmebezugsanlagen gleichmäßiger betrieben werden. Mit dem Pufferspeicher will der Versorger künftig rund 5 Mio. kWh weniger Wärme aus bestehenden Erdgaskesseln verbrauchen. Dies sei eine CO2-Einsparung von rund 1.000 Tonnen pro Jahr.
  Das Unternehmen betreibt seit 35 Jahren die Fernwärme in Villach. Über das 120 Kilometer lange Netz werden rund 190 Mio. kWh Wärme an die Kunden geliefert. Beim Fernwärmesystem Villach handelt es sich um das größte Fernwärmenetz des Versorgers. "In Villach betreiben wir unser größtes Fernwärmesystem mit einer sehr komplexen Wärmeaufbringung", sagt Adolf Melcher, Geschäftsführer der Kelag. "Wir beziehen Abwärme aus verschiedenen Quellen, vor allem aus Arnoldstein, erzeugen selbst Wärme aus Biomasse und betreiben ergänzend Erdgaskessel als Ausfallreserve. Diese Aufbringungsstruktur und die Größe des Villacher Fernwärmenetzes sind die Voraussetzungen dafür, dass sich der Pufferspeicher wirtschaftlich rechnet und wir so die Effizienz unseres Gesamtsystems deutlich verbessern können."

Das Unternehmen mit Sitz in Villach betreibt in Österreich 85 Fernwärmenetze und rund 900 Heizzentralen und liefert pro Jahr rund 1,8 Mrd. kWh Wärme an ihre Kunden.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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