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Enerige & Management > Gas - LNG kein billiger Ausweg
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
LNG kein billiger Ausweg
Die Krimkrise und der schwelende Konflikt zwischen der Ukraine und Russland befördern weiter Überlegungen über Alternativen zum russischen Gas.
 
Eine herbe Enttäuschung gibt es für alle Hoffnungen, Gasimporte aus den USA könnten helfen, die Abhängigkeit europäischer Länder von Gaslieferungen aus Russland zu senken oder gar eine kostengünstigere Alternative zu bieten. Sharif Souki, Vorstandschef des texanischen Versorgers Geniere Energy, hält diese Idee für „völligen Unsinn”. Cheniere plane zwar, Anfang nächsten Jahres eines der ersten großen Terminals zum Export von verflüssigtem Erdgas (LNG) in den USA in Betrieb zu nehmen. Aber dieses Gas sei längst verkauft, überwiegend nach Fernost. Denn dort liegen die Preise im Schnitt um ein gutes Drittel höher als in Europa.

Die beiden britischen Konzerne Centrica und BG-Group haben auch schon Gas in den USA kontrahiert, aber nicht unbedingt für Europa und schon gar nicht in ausreichender Menge, um den Bedarf an russischem Gas nennenswert zu senken. In ihrem jüngsten Report prognostizierten die Energie-Consultants von Wood Mackenzie zudem, dass die USA sich auch wegen der innenpolitischen Debatte um Energie-Exporte wohl erst 2020 zum Netto-Exporteur bei Energie wandeln. Der Mineralölkonzern BP geht davon, dass dies schon 2018 der Fall sein. BP und Wood Mackenzie rechnen deshalb damit, dass Europa vorerst vom russischen Gas stark abhängig bleibt.

Allerdings zeigt sich nach Ländern betrachtet ein differenziertes Bild: Während Mittel- und Osteuropa zu mehr als 75 % am russischen Gashahn hängen, selbst Österreich noch über 50 % seines Bedarfs in Russland deckt, haben Frankreich und Italien ihre Gasimporte aus Russland, die ohnehin weniger als 25 % ausmachen, zwischen 2010 und 2012 um 14 respektive 8 % gesenkt.

Laut Wood Mackenzie haben einige Länder in der EU erfolgreich ihre Abhängigkeit reduziert oder wie Polen und Litauren ihre Position durch den Bau neuer LNG-Terminals gestärkt, wie Skip York, einer der führenden Analysten von Wood Mackenzie, meint.

Aber bisher spielen LNG-Importe für die meisten Länder nur eine eher untergeordnete Rolle. Im vergangenen Jahr kam mit 48 Mrd. m3 die geringste Menge LNG seit 2004 in die EU, 2011 waren es noch 90 Mrd. m3. „Wenn die Europäer LNG wollen, dann müssen sie es eben bezahlen”, sagt Howard Rogers, Direktor für Gasforschung am Oxford Institut für Energiestudien. LNG biete keine besonders billige Versicherungspolice.
 
Hauptabnehmer für russisches Gas
 
Land Importe 2012
in Mrd.m3
Ukraine 32,4
Deutschland 31,4
Türkei 26,5
Weissrussland 20,3
Italien 19,0
Polen 9,8
Österreich 8,3
Tschechien 7,5
Frankreich 7,1
Slowakei 4,8
Quelle: Eurostat

 
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Montag, 16.06.2014, 09:09 Uhr