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KRAFTWERKE:
Mittelkalorik-Kraftwerk für Bremen
Mit einem neuen Block für heizwertreiche Reste aus der Abfallversorgung wollen die Stadtwerke Bremen (swb) ihr Heizkraftwerk Hafen verstärken.
 

An dem Standort im Bremer Industriehafen betreibt die swb bisher zwei Steinkohleblöcke, die neben Strom auch Fernwärme für die Grundlastversorgung auskoppeln. Der Block 6 mit einer elektrischen Leistung von über 300 MW ist seit 1979 in Betrieb, der fast 40 Jahre alte 140-MW-Block 5 wird derzeit modernisiert, um seine Lebensdauer bis 2020 zu verlängern.

Für eine Erweiterung des Heizkraftwerks Hafen setzt die swb Erzeugung GmbH & Co. KG auf eine energetische Abfallverwertungsanlage mit einer Feuerungswärmeleistung von 110 MW, die in die bestehende Anlage baulich und energetisch integriert wird. Das Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) ist ausgelegt auf eine heizwertreiche Mischung aus Papier, Kunststoff, Holz und Verpackungsresten, die nicht mehr recycelt werden können. Der Brennstoff kommt aus der Gewerbeabfallaufbereitung oder Ersatzbrennstoff-Produktion, wobei auch heizwertreiche Gewerbeabfälle, bei denen eine Aufbereitung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, energetisch verwertet werden können. Beim mittleren Auslegungsheizwert von 14 MJ/kg verfügt die Anlage über einen Plandurchsatz von rund 230 000 t/a.

Mehr Strom mit geringerem CO2-Ausstoß

Der mit einer konventionellen, robusten Rostfeuerung ausgerüstete Kessel des MKK wird Dampf produzieren, der in einer eigenen Dampfturbine mit einer elektrischen Nettoleistung von 27,5 MW Strom erzeugen wird. Zusätzlich wird das MKK Prozessdampf und Betriebsstrom für die Blöcke 5 und 6 liefern, was dort den Brennstoffbedarf um etwa 9 % reduziert. Durch die erhöhte Effizienz der Kohleverstromung und durch die voraussichtliche Stromerzeugung des MKK von 220 Mio. kWh/a werden rund 70 000 t/a der bisher zur Energieerzeugung eingesetzten Steinkohle durch den kostengünstigen Abfall-Brennstoff ersetzt. Da dieser etwa zur Hälfte biogener Natur ist, wird damit auch der spezifische CO2-Ausstoß der Stromerzeugung verringert.

Für das MKK-Projekt, das seit 2005 vorbereitet wird, hat der swb-Aufsichtsrat im April 2006 grünes Licht gegeben. Eingeplant ist ein Investitionssumme von rund 112 Mio. Euro. Bereits bis Dezember 2006 hat die swb zehn Verwertungsverträge mit einem Gesamtvolumen von etwa 130 000 t/a für eine Laufzeit von zehn Jahren verbindlich abschließen können. Damit ist eine Basisauslastung der Anlagenkapazität des MKK gesichert, so dass die Vergabe der Baulose termingerecht starten konnte. Die Entsorgungs-Restkapazitäten will die swb bis 2008 vermarkten.

Noch im Dezember 2006 wurden die Aufträge für die zwei Hauptlose „Rost/Kessel“ und „Rauchgasreinigung“ mit namhaften Anlagenbauern endverhandelt und erteilt: Den Kessel und die Rostfeuerung werden das Konsortium ThyssenKrupp Xervon Energy GmbH, Duisburg, und Baumgarte Boiler Systems GmbH, Bielefeld, liefern, die Rauchgasreinigung errichtet die LAB GmbH, Stuttgart, ein Unternehmen der CNIM-Gruppe. Weitere zwei Baulose wurden Anfang 2007 vergeben. Die Dampfturbine wird von der Franco Tosi Meccanica S.p.A., Legano (Italien), geliefert. Mit dem für die Errichtung des MKK notwendigen Rückbau im Kraftwerk Hafen wurde die Gebrüder Neumann GmbH & Co. KG, Emden, beauftragt; die Rückbauarbeiten haben bereits Mitte Februar begonnen. Alle weiteren Baulose will die swb noch bis zur Jahresmitte 2007 ausschreiben, verhandeln und beauftragen. Auch der operative „kick off“ des Anlagenbaus ist schon erfolgt, die Anlagenbauer haben mit dem Detail-Engineering begonnen.

Auf Grundlage der intensiven Vorbereitung des Antrages für das MKK erwartet der Bauherr einen positiven Abschluss des eingeleiteten Genehmigungsverfahren bis Mitte 2007. Dann könnte die Montage der Anlagen beginnen, so dass wie geplant die Inbetriebnahme Ende 2008 und der Start eines kommerziellen Betriebs Anfang 2009 erfolgen könnten.


 
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Dienstag, 06.03.2007, 10:15 Uhr