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ENERGIEHANDEL:
Mittelsmänner, Dienstleister und Marktentwickler
Schon per Definition sind Energiebroker nicht nur bei den Abschlüssen mit dabei, sie sind mitten drin im Energiehandel. Doch Broker machen aber noch viel mehr, als am Telefon Geschäfte einzufädeln.
 

Dass der Energiehandel von Außenstehenden kritisch beäugt wird, lässt sich am besten an dem Zusammenbruch des US-Händlers Enron im Jahr 2001 festmachen. Dem weltweit tätigen Unternehmen wurden undurchsichtige Wetten auf Strom- und Gaspreise vorgeworfen, zudem arbeiteten die Enron-Händler durch ihr dominantes Auftreten schwer an ihrem Ruf, die "bad boys" der Szene zu sein.

Die Enron-Pleite hatte auch Auswirkungen auf den deutschen Markt, denn das Vertrauen in das noch zarte Pflänzchen Energiehandel schwand und viele kleinere Marktteilnehmer stellten ihre Aktivitäten ein. Übrig blieben wenige Broker, die sich jedoch in den vergangenen Jahren etablieren konnten.

Im Gegensatz zu Tradern oder anderen Handelsteilnehmern arbeiten Broker stets auf fremde Rechnung. Sie haben die Aufgabe, im Auftrag von Kunden Geschäfte auszuführen und erhalten dafür eine Vermittlungsgebühr. Nachdem Broker neben dem OTC-Handel auch an den Energiebörsen registriert sind, bieten sie kleineren Marktteilnehmern Zugang zu regulierten und standardisierten Produkten. An der Leipziger EEX sind fünf britischen Gesellschaften, zwei niederländische Unternehmen sowie die deutsche Niederlassung der Traditional Financial Services (TFS) als OTC-Broker registriert. Diese acht Broker bringen im bilateralen Handel abgeschlossene Transaktionen für das Clearing an die Börse. Zusätzlich zu diesen Unternehmen haben auch andere EEX-Marktteilnehmer einen Broker-Status.

Als norwegisches Unternehmen verfügt die Bergen Energi AS bereits über Erfahrungen auf dem skandinavischen Energiemarkt und bietet über ihre Leipziger Tochter Bergen Energie Deutschland GmbH Marktzugang zum Strom-Spothandel der EEX. Neben der Beschaffung von Strommengen übernimmt Bergen Energi auch das Clearing, Portfoliomanagement und weitere administrative Dienstleistungen an. Dazu zählen Buchhaltung, Rechnungsstellung und Budget-Planung.

Ebenfalls aus Norwegen hat sich der Broker ICAP Energy AS auf den Weg in die europäischen Energiemärkten und damit auch nach Deutschland gemacht. Das Unternehmen, das nach einer Umfrage des Fachmagazins Energy Risk zum Broker 2008 ernannt wurde, ist im europäischen Handel in den Bereichen Strom, Kohle, Gas, Emissionszertifikate, Frachtraten und Edelmetalle aktiv. Wie verschiedene andere Brokerhäuser bietet auch ICAP seinen Kunden über eine eigene elektronische Plattform den Zugang zu den Handelsmärkten an und liefert gegen eine Gebühr OTC-Preisdaten, die von Informationsplattformen wie powernews.org weiter angeboten werden.

Broker-Status an der EEX hat auch die FSE Portfolio Management GmbH mit Sitz in Hürth. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der Fichtner GmbH & Co. KG und der SE Scherbeck Energie GmbH und bietet Dienstleistungen in den Bereichen Energiehandel, Risiko-, Portfolio- und Bilanzkreismanagement an.

Portfoliomanagement und Beratung gehören dazu

Bereits seit 1998 ist die Leipziger Kom-Strom als Energiehändler auf dem deutschen Markt aktiv und kombiniert für ihre Kunden als EEX-Broker Energieprodukte und Dienstleistungen. Um den strengen Vorgaben für den Handel mit Energiederivaten gerecht zu werden, verfügt die Tochtergesellschaft Kom-Fin GmbH seit Anfang 2007 über die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin-Lizenz). Mit dieser Genehmigung bietet das Unternehmen den bilateralen und börslichen Handel mit Energie- und Wetterderivaten an. Darüber hinaus sind Clearing-Geschäfte an Energiebörsen und der derivative Handel im Rahmen der genehmigten Finanzdienstleistungen und Bankgeschäfte möglich.

Aus der europäischen Finanzmetropole London ist auch die GFI Security Ltd. im finanziellen Handel als Broker an der EEX aktiv. Über das weltweite Netzwerk hat GFI Zugriff auf Analysen für den Energiehandel sowie auf Markt- und Transportdaten. Über die Frankfurter Niederlassung ist auch das internationale Broker-Haus Traditional Financial Services (TFS) auf dem deutschen Markt vertreten. In der Branche gilt TFS als reiner Spezialist für OTC-Geschäfte, der über keine Eigenposition verfügt und neben den Handelsaktivitäten auch Dienstleistungen in den Bereichen Consulting und Recruiting anbietet.

Ebenfalls über eine Niederlassung in Frankfurt ist die britische Spectron Group plc im Stromhandel an der EEX tätig. Zur Angebotspalette zählen neben dem Handel mit klassischen Energieträgern auch Wetterderivate, Optionen und Uran. Die im Jahr 2000 gestartete elektronische Plattform SpectronLive.com verband in der Energiehandelslandschaft erstmals die beiden ursprünglichen Möglichkeiten des Brokergeschäftes über das Telefon oder über elektronischen Datenaustausch. Zudem bietet Spectron verschiedene Benchmark-Indizies für den europäischen Strom- und Gashandel und betreibt eine elektronische Multi-Broker-Plattform für den Handel mit Frachtkontrakten (FFA - Freight Forward Agreements).

Die Liste der Unternehmen mit Broker-Status an der EEX komplettiert die britische Gesellschaft Tullet Prebon. Das Portfolio des Unternehmens umfasst ebenfalls den Handel mit Strom, Gas, Öl und Frachten, zudem ist Tullet Prebon auch als Informationsdienstleister weltweit in den Kreditmärkten aktiv.


 
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Mittwoch, 11.06.2008, 09:31 Uhr