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Enerige & Management > Windkraft - Mobile Stromversorgung auf See
Bild: vadim petrakov / Fotolia
WINDKRAFT:
Mobile Stromversorgung auf See
Die Bredenoord GmbH lässt Offshore-Windturbinen auch dann drehen, wenn noch kein Strom zur Verfügung steht.
 
Der Ausbau der Offshore-Windenergie hatte zuletzt ein rasantes Tempo angenommen. Bis Mitte dieses Jahres waren in deutschen Gewässern insgesamt knapp 1 200 Windturbinen mit einer Nennleistung von rund 5 400 MW am Netz.
Beim Aufbau von Windparks auf See ist die Bredenoord GmbH mit Hauptsitz im niederländischen Apeldoorn mit einer speziellen Dienstleistung dabei. Das Unternehmen sorgt mit mobilen Stromversorgungs-Aggregaten immer dann für die Stromversorgung, wenn die Windturbinen noch nicht ans Umspannwerk beziehungsweise an die Konverterplattform angeschlossen sind.

Eine solche mobile Stromversorgung ist während der Aufbauphase unverzichtbar. „So gewährleisten wir, dass sich die Rotoren der Windkraftanlagen regelmäßig drehen, um sie vor Korrosion zu schützen“, erklärt Bereichsleiter Jan Wedel aus der Hamburger Niederlassung.

Zum Kerngeschäft des Unternehmens zählen zweifelsohne das Vermieten und das Verkaufen von „zuverlässigen Stromversorgungslösungen“, wie es Wedel formuliert. Die Power-Pakete aus dem eigenen Haus sind bundesweit im Einsatz, beispielsweise bei Musik-Festivals, auf Baustellen oder wenn es gilt, die Lücke bei Wartungsarbeiten am Netz zeitweise zu schließen.

Nach eigenem Bekunden ist Bredenoord hierzulande Marktführer mit mobilen Stromerzeugungseinheiten. Zwei Dinge zeichnen die Dienstleistungen aus: Zum einen ist es die Innovationskraft, die gerade in Zeiten beschleunigter technischer Entwicklung gefragt ist. „Bredenoord hat die Chancen genutzt, die in den neuen Energien stecken“, meint Wedel. So ist der E-Safer, mit dem sich Solarenergie speichern lässt, eine Eigenentwicklung des Unternehmens. Die Nennleistung des Gerätes liegt bei 15 kW, das reicht zum Beispiel für die Flugbefeuerung einer Windenergieanlage. „Wir erreichen mit dem E-Safer eine Energieeinsparung von 70 Prozent“, schwärmt Wedel von der preiswerten Lösung. Denn „betankt“ werde der Safer mit Solarenergie, die bekanntlich kostenfrei ist.

Der zweite Pluspunkt ist die Logistik. Bredenoord verlässt sich nicht auf andere, sondern hat eine eigene Logistik aufgebaut. Der eigene Fuhrpark erlaubt einen 24/7- Lieferservice. So garantiert das Unternehmen den Einsatz der Aggregate einen Tag nach Bestellung.

Bredenoord belässt es nicht nur beim Verkauf oder der Vermietung der Notstrom- und Stromerzeugungs-Aggregate. Eine für ein mittelständisches Unternehmen relativ große Entwicklungsabteilung arbeitet auch an Sonderlösungen: So lieferte und nutzte der Dienstleister zum Beispiel für die Errichtungsphase beim Offshore-Windpark Wikinger, der im vergangenen Jahr in der deutschen Ostsee in Betrieb ging, gleich sechs Dutzend seiner Aggregate und die doppelte Menge an Kraftstofftanks für die Diesel-Vorräte. Es gingen 70 Windenergieanlagen des Herstellers Adwen mit jeweils 5 MW Leistung ans Netz.

Holzverbrennungsöfen prägten die Anfangsjahre

Auch den Aufbau des ersten Stromversorgungsystems für dieses Projekt des spanischen Iberdrola-Konzerns hatten Bredenoord-Techniker übernommen. Dank dieses Einsatzes konnten die 70 eingesetzten Windturbinen nicht nur die ersten Kilowattstunden erzeugen, auch andere notwendige Funktionen - wie beispielsweise die Beleuchtung - konnten sichergestellt werden.
 
Solche mobilen Stromversorgungs-Aggregate brachten die ersten Windturbinen im Offshore-Windpark Wikinger in Betrieb
Bild: Bredenoord GmbH

Damit Adwen die mobilen Stromgeneratoren im laufenden Betrieb im Blick behalten konnte, rüstete die Bredenoord-Crew die Stromversorgung mit einer Fernüberwachung aus. Damit ließen sich die Leistungsdaten und der Kraftstoffverbrauch rund um die Uhr ablesen.

Das Geschäft mit mobilen Stromerzeugungssystemen ist für Bredenoord relativ neu. 1937 begann der Firmengründer Jan Bredenoord, mit seinen Holzverbrennungsöfen Strom zu erzeugen. Zu der Zeit konzentrierte sich das Unternehmen auf Kunden aus der Industrie, aus der Bauindustrie und auf Großevents. Seit 2014 steht bei dem europaweit tätigen Unternehmen auch die Windenergie-Branche im Fokus. Kunden können seit 2016 aus einem speziellen, für die Marine- und Offshore-Industrie – nicht nur Wind-, sondern auch Gas- und Ölindustrie – zertifizierten Sortiment bedient werden.

Das Wikinger-Projekt war für Bredenoord der Einstieg ins Offshore-Windgeschäft. „Derzeit haben wir drei Projekte am Start. Bei einem Projekt haben wir 70 Aggregate mit 70 kVA Leistung im Einsatz, bei den beiden anderen Vorhaben laufen jeweils 500-kVA-Aggregate“, sagt Wedel. Über die Kunden will er nichts sagen, Diskretion gehört zum Geschäft.

Bredenoords Portfolio scheint bei den Kunden anzukommen, insbesondere der Kundendienst rund um die Uhr. Janke Seifert, der beim Windturbinenhersteller Adwen für den Aufbau des Wikinger-Projektes in der Ostsee verantwortlich war, zeigt sich noch heute zufrieden über die Zusammenarbeit. „Wir haben bei der Wahl der Partner immer hohe Maßstäbe angesetzt. Mit Bredenoord verbindet uns eine vertrauensvolle Kooperation, die schon seit Jahren läuft.“

Synthetischer Diesel bei Kunden kaum gefragt

Die Bredenoord GmbH verfügt über rund 2 500 temporäre Stromerzeuger in den Leistungsklassen 15 bis 2 000 kVA. Sämtliche Aggregate werden routinemäßig alle 500 Betriebsstunden gewartet, vergleichbar mit der Inspektion eines Pkw. Teilweise erreichen sie so eine Lebensdauer bis zu 45 000 Betriebsstunden.

Allerdings kämpft Bredenoord seit langem mit dem Image seiner Stromaggregate.
Ein dieselbetriebener Stromgenerator ist nicht die Technologie, die sich der Bundesbürger unter dem Begriff Energiewende vorstellt. Was ist die Alternative?

Bredenoord verwendet – auf Kundenwunsch – synthetischen Diesel für seine Stromaggregate. Synthetische Kraftstoffe sind im Handling anspruchsvoller und somit auch teurer. Nicht allzu viele Kunden würden sich deshalb für diese umweltfreundliche Variante entscheiden. Die Stromerzeugung mittels Photovoltaik ist im Betrieb zwar emissionsfrei, aber in ihrer Wirkung aufgrund der Flächenansprüche nur für kleinere Anwendungen geeignet. Die fortschreitende Batterietechnik weitet den Einsatz der Photovoltaik zwar immer mehr aus, doch auch sie ist mittelfristig limitiert.

Die Zukunft der mobilen Stromerzeugung liegt deshalb wohl eher in den Verbrennungsmotoren – betrieben allerdings mit nachhaltigen und umweltschonenden Treibstoffen wie Wasserstoff oder Methan.

 
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Montag, 08.10.2018, 13:05 Uhr