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GASMARKT:
Ökostrom als Erdgas speichern
Mit einem Preis für eine besonders innovative Energieumwandlung setzt die ASUE einen zarten Kontrapunkt zum Energiekonzept der Bundesregierung.
 

„Die 70 eingereichten Projekte haben wieder einmal gezeigt, dass Erdgas im Energiemix der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen muss", sagte Andreas Prohl, Präsident der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), am 29. September bei der Verleihung des Preises der deutschen Gaswirtschaft in Berlin.

Am Tag nach der Verabschiedung des Energiekonzeptes durch die Bundesregierung gönnte er sich einen kleinen Seitenhieb auf das Papier, in dem der Energieträger Erdgas „so gut wie gar nicht vorkommt", wie er kritisierte.

Prohl, hauptamtlich Vorstand beim Berliner Versorger Gasag, zeigte aber auch Zuversicht: „Die Gaswirtschaft wird eine entscheidende Rolle spielen", bekräftigte er. „Wir sind dabei, die Zukunft zu gestalten." Auch Anke Tuschek, Geschäftsführerin beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), demonstrierte Optimismus. „Wir werden die Rolle von Erdgas sicher stärken können", sagte sie.

Etwas Wasser in den Wein goss Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena): „Wenn wir unsere Effizienzziele ernst nehmen, stellt sich schon die Frage, ob es sich noch lohnt, die Gasinfrastruktur aufrecht zu erhalten", zog er seine Schlüsse aus dem Vorhaben der Bundesregierung, Erdgas am Wärmemarkt bis 2050 überflüssig zu machen.

Bemühen um Einbindung Erneuerbarer

Möglicherweise überflüssig zu werden, kann der Gaswirtschaft überhaupt nicht behagen. Auch deshalb bemühte sich die ASUE bei der Vergabe des diesjährigen Preises der deutschen Gaswirtschaft besonders, die Einbindung erneuerbarer Energien in das Versorgungssystem zu betonen.

Klaus Töpfer, Stephan Rieke, Gregor Waldstein, Andreas Prohl (von links)
Bild: ASUE

Den mit 25 000 Euro dotierten Hauptpreis für Innovation und umweltschonende Mobilität überreichte der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer an Stephan Rieke und Gregor Waldstein von der Solar Fuel Technology GmbH mit Sitz in Salzburg und Stuttgart.

Das Unternehmen hat es gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) geschafft, regenerativen Strom aus Windkraft als erneuerbares Erdgas zu speichern. Dies gelang über den Umweg, aus dem Strom zunächst per Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen und diesen dann über eine chemische Reaktion mit Kohlendioxid zu Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas, zu verwandeln. Das Methan kann direkt in das Gasnetz eingespeist und zum Heizen verwendet oder an Erdgastankstellen als Kraftstoff verteilt werden.

Die Ende 2009 in Stuttgart errichtete Demonstrationsanlage beim ZSW komme auf 60 Prozent Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Ökostrom in Erdgas, erläuterte Rieke. Das Gasnetz könne so erhebliche Mengen regenerativen Strom speichern. Die Gaswirtschaft könne damit einen wichtigen Beitrag zum Ausbau und zur besseren Verfügbarkeit der erneuerbaren Energien leisten, freute sich ASUE-Präsident Prohl. „Unser Ziel ist es, ab 2014 serienmäßig Anlagen zu produzieren, die Ökostrom in erneuerbares Erdgas umwandeln", kündigte Ricke an.

Wärmepumpen für Supermärkte

Den mit 15 000 Euro garnierten Preis in der Kategorie „Planung, Forschung und Entwicklung" erhielt die Edeka-Gruppe, die mit der KKU Kälte-Klima-Umwelttechnik GmbH ein Energiekonzept mit Gaswärmepumpen für ihre Lebensmittelmärkte entwickelte. Die Wärmepumpen können mit Erdgas oder auch mit Bio-Erdgas betrieben werden und erzeugen Wärme und Kälte für Edeka-Supermärkte. Das neue Energiekonzept soll ab sofort umgesetzt werden.

ASUE-Preise für umweltschonende Mobilität und jeweils 5 000 Euro erhielten der Paketdienst United Parcel Service (UPS) und CWS-boco, ein Serviceunternehmen für Miettextilien und Waschraumhygiene. UPS unterhalte über 1 880 Transporter mit alternativen Antrieben, darunter auch Erdgas, und damit die größte alternativ betriebene Flotte im privaten Transportwesen in Deutschland, so die ASUE. CWS-boco habe sich bei 260 seiner 700 Transporter für einen Erdgasantrieb entschieden. Ulrich Becker vom Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) schrieb der Gaswirtschaft zu diesem Thema Eindeutiges ins Stammbuch: „Die Zahl der Erdgastankstellen muss noch wachsen", forderte er.

Die ASUE hat den Preis der deutschen Gaswirtschaft, der alle zwei Jahre gemeinsam mit dem ADAC, dem BDEW und der dena verliehen wird, bereits zum sechzehnten Mal ausgelobt.


 
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Freitag, 01.10.2010, 16:36 Uhr