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Enerige & Management > Österreich - Ökostromausbau als "Massenphänomen"
Bild: Fotolia.com, YuI
ÖSTERREICH:
Ökostromausbau als "Massenphänomen"
Um das Ziel der bilanziell vollständigen Versorgung Österreichs mit Ökostrom zu erreichen, ist nach Einschätzung von Experten nicht zuletzt mehr Privatinitiative gefragt.
 
Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass Österreich seinen Strombedarf ab 2030 bilanziell zu 100 % mit erneuerbaren Energien decken möchte. Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen, warnte der Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control, Andreas Eigenbauer, bei einem Hintergrundgespräch am 20. März in Wien. Um das Ziel zu erreichen, muss die Ökostromerzeugung um etwa 3 Mrd. kWh pro Jahr erhöht werden, der derzeitige Zuwachs liegt bei weniger als 1 Mrd. kWh. Die Verdreifachung des Zubaus ist laut Eigenbauer nicht einfach zu bewerkstelligen, insbesondere, weil die Höhe der jährlichen Ökostrom-Vergütung mit rund 1 Mrd. Euro konstant bleiben soll.

Ferner gilt es, die Energieeffizienz zu steigern. Denn falls der Strombedarf weiter um rund 1 bis 2 % pro Jahr zunehme, sei das 100-%-Ziel auch mit einer Verdreifachung der Ökostrommengen kaum erreichbar. Überdies sind die Übertragungs- und Verteilnetze zu verstärken, um deren sicheren Betrieb durch die schwankende Stromeinspeisung von Windparks und Photovoltaikanlagen nicht zu gefährden.

Womit Eigenbauer zufolge noch eine weitere Herausforderung angesprochen hat: Zum Ausgleich der volatilen Stromproduktion benötigt Österreich auch künftig flexible thermische Kraftwerke. Deren Vorhalten durch die Kraftwerksbetreiber muss laut Eigenbauer langfristig sichergestellt werden. Zu überlegen wären seiner Ansicht nach Anpassungen des Elektrizitätsrechts, um entsprechende Abgeltungen dauerhaft zu gewährleisten. Für unverzichtbar hält die E-Control auch die Einbindung der Bevölkerung in den Ökostromausbau - dieser muss „zu einem Massenphänomen werden. Eigeninitiative wird künftig noch mehr gefragt sein“.

Arbeiten am Gesetz

Unterdessen sind die Arbeiten am „Erneuerbare-Ausbau-Gesetz“ (EAG) in vollem Gang, hieß es beim Jahreskongress des Photovoltaikverbandes PV Austria. Laut Josef Plank, dem Generalsekretär für Energiepolitik im zuständigen Nachhaltigkeitsministerium (BMNT), wird das EAG der „Mittelpunkt eines Pakets an Maßnahmengesetzen“ sein. Noch vor dem Sommer soll dieses in die parlamentarische Begutachtung gehen und 2020 in Kraft treten.

Künftig müssen die Ökostromerzeuger ihre Energie stärker selbst vermarkten, erläuterte Plank. Ausnahmen von diesem Prinzip sind für die Betreiber von Kleinanlagen (im Bereich der Photovoltaik-Anlagen mit weniger als 500 kWp Leistung) vorgesehen. Für deren Ökostrom wird es wie bisher einen zentralen Abnehmer und Vermarkter geben. Zurzeit nimmt diese Funktion die „OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom“ wahr.

Kleinanlagen möchte das BMNT primär mit Investitionszuschüssen fördern. Für größere Erzeugungseinheiten sind dagegen Marktprämien mit 20 Jahren Laufzeit vorgesehen, die, soweit dies sinnvoll ist, per Ausschreibung vergeben würden. Umstritten ist zwischen dem BMNT und der Elektrizitätswirtschaft, ob die Ausschreibungen technologieneutral oder technologiespezifisch erfolgen sollen.

Plank warnte, „in einem kleinen Land wie Österreich“ stießen technologiespezifische Ausschreibungen rasch an Grenzen, weil es nur vergleichsweise wenige Anbieter gebe. So gut wie sicher ist laut Plank, dass es in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle für Förderanträge geben wird. Das soll nicht zuletzt Privatpersonen den Einstieg in die Ökostromerzeugung, etwa mit Photovoltaikanlagen, erleichtern.

Die Geschäftsführerin des Verbandes PV Austria, Vera Immitzer, konstatierte, grundsätzlich gingen die Überlegungen des BMNT in die richtige Richtung: „Aber der Teufel steckt im Detail.“ Ein mögliches Problem sei der Plan des Ministeriums, die Förderungen nach dem Eigenverbrauchsanteil zu vergeben. Je mehr des selbst erzeugten Stroms ein Antragsteller nutzt, desto besser wären seine Chancen, bei der Mittelvergabe zum Zug zu kommen.

Laut Immitzer ist das vor allem für die Betreiber von Kleinanlagen kritisch, also für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe. Deren Eigenverbrauchsteil sei oft erheblich niedriger als jener von Industriebetrieben und anderen großen Stromverbrauchern. „Aber gerade die Kleinanlagen sind extrem wichtig, um die Photovoltaik flächendeckend zu verbreiten. Also dürfen deren Betreiber nicht benachteiligt werden“, forderte Immitzer. Plank zeigte sich kompromissbereit: Entschieden sei nichts. Und im Zuge der Begutachtung gebe es „noch viel Platz, um sich konstruktiv einzubringen“.

 
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