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UMWELTSCHUTZ:
Ölbrenner entsorgt Toluol-Abfälle
Nicht nur in festen Abfällen steckt Energie, die zur betrieblichen Versorgung genutzt werden kann. Ein Beispiel aus der Klebemittelindustrie zeigt, dass durch Mitverbrennung von Lösemittelresten in angepassten Ölbrennern Betriebskosten, der Entsorgungsaufwand und die Umweltbelastung gleichermaßen gesenkt werden können.
 
Die Monta Klebemittelfabrik in Immenstadt im Allgäu produziert hauptsächlich für die Industrie 120 Mio. m²/a Klebebänder. Bei deren Beschichtung fallen pro Monat 21 t Toluol als Restlösemittel an. "Mit rund 900 DM pro Tonne Entsorgungskosten ist dies auf Dauer ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor im Hinblick auf den harten Wettbewerb mit Billiganbietern aus dem Ausland, welche zusätzlich auch nicht die strengen deutschen Umweltschutzauflagen beim Umgang mit Gefahrenstoffen zu erfüllen haben", so Ludwig Hense, Werksingenieur bei Monta.
Gleichzeitig braucht der Betrieb eine Menge Energie, die zwei mit Heizöl gefeuerte Dampfkessel mit einer Leistung von 6 MW beziehungsweise 9 sowie ein 2,8-MW-Thermoölkessel liefern. Da Toluol den gleichen Heizwert wie leichtes Heizöl hat, wurden 1999 in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro UES München Versuche zur thermischen Verwertung des Lösemittels gestartet. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umweltschutz Bayern, der zuständigen Gewerbeaufsicht und dem TÜV ein alternativer Ölbrenner von der Bayerischen Ray Energietechnik aus Garching bei München mit zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet, um das leicht flüchtige Lösemittel gefahrlos verbrennen zu können. Geeignete Brennstoffventile und eine speziell angepasste Mischeinrichtung wurden in die Anlage eingebaut, die auf einen durchschnittlichen Toluol-Verbrauch von 150 kg/h optimiert wurde. Alternativ kann auch weiterhin leichtes Heizöl verbrannt werden.
Nach Einreichen des Genehmigungsunterlagen im Mai 2001 durch das Systemhaus Bayerische Ray und der Endabnahme durch den TÜV konnte die Anlage in Dauerbetrieb gehen. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit des Brenners von 3 500 h/a und dem derzeitigen Ölpreis von 70 Pf./kg ergibt sich für den Klebemittelhersteller ein betriebswirtschaftlicher Vorteil von rund 300 000 DM/a, die vermiedenen Entsorgungskosten eingerechnet.
Ein weiterer positiver Effekt sind die weit besseren Emissionswerte der Toluol-Brenner: Die Grenzwerte der TA Luft werden um ca. 60% unterschritten. So liegt der Ausstoß an Stickoxiden, der bei Einsatz von leichtem Heizöl 180 bis 200 mg/m³ betrug, nun bei nur rund 50 mg/m³. Die Emissionen von Kohlenmonoxid konnten ebenfalls auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Wertes gesenkt werden.
„Nur wenige Betriebe sind sich ihres eigenen Potentials der Energierückgewinnung bewusst“, berichtet Sebastian Wirth, technischer Geschäftsführer der Bayerischen Ray Energietechnik, aus langjähriger Erfahrung. „Darum befassen wir uns in Zeiten ständig steigender Energiekosten intensiv mit den Möglichkeiten der Brenneroptimierung und der Nutzung von Sondermüll zur Energierückgewinnung.“

 
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Donnerstag, 19.07.2001, 11:55 Uhr