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Enerige & Management > Photovoltaik - Österreich hat die Ein-Gigawatt-Marke überschritten
Bild: Fotolia.com, itestro
PHOTOVOLTAIK:
Österreich hat die Ein-Gigawatt-Marke überschritten
In Österreich sind seit Kurzem mehr als ein Gigawattpeak an elektrischer Photovoltaik-Leistung am Netz. Der Bundesverband Photovoltaic Austria sieht aber dringenden Reformbedarf.
 
Für den Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) ist das ein Erfolg: Im Sommer sei das erste Gigawatt an installierter Photovoltaikleistung erreicht worden und Österreich habe damit die Erwartungen übertroffen, teilte der Solarverband am 23. September mit. Noch im Jahr 2010 hätte eine Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg für Österreich einen Sonnenstromanteil von 0,1 Prozent im Jahr 2020 prognostiziert. Tatsächlich liefere die Sonne seit kurzer Zeit bereits 1,7 Prozent des in Österreich verbrauchten elektrischen Stroms. Damit können jährlich eine Milliarde Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Dazu beigetragen haben laut Verband sowohl die „Entwicklungshilfe“ des Klima- und Energiefonds (unter anderem Investitionsförderung für Anlagen bis fünf Kilowatt) als auch das Ökostromgesetz von 2012. Seit 2008 wurden im Nachbarland 49 000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 264 MW über den Klima- und Energiefonds gefördert. Die Fördersumme pro Kilowattpeak konnte in diesem Zeitraum von 2 800 Euro pro Kilowattpeak auf unter ein Zehntel reduziert werden (Fördersatz des Klima- und Energiefonds liegt dieses Jahr bei 275 Euro pro Kilowattpeak). Das Ökostromgesetz von 2012 (Tarifförderung bis 200 Kilowattpeak) hat mit der Erhöhung des jährlichen Förderbudgets von 2,1 Mio. auf 8 Mio. Euro und einem einmaligen Sonderkontingent von 28 Mio. für den Abbau der vorher aufgestauten Warteschlange ebenfalls „einen kräftigen Impuls mit sich gebracht“, so der Bundesverband. Die Tarifförderung wird durch die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, durchgeführt.

Aktuelles Förderregime hinkt der aktuellen Situation hinterher

Trotz des Erfolgs sieht der Bundesverband einen „dringenden Reformbedarf des Ökostromgesetzes“ in Österreich, da das Gesetz mittlerweile völlig überholt sei. „Unser Ziel ist es, die Photovoltaik innerhalb des nächsten Jahrzehnts in die vollkommene Marktfähigkeit zu führen, sodass sich die Errichtung der Anlagen vollkommen förderfrei rechnet und die Photovoltaik zum Stromproduzenten Nummer Eins aufsteigt“, sagte Hans Kronberger, Präsident des Bundesverbands Photovoltaic Austria.

Mit einem Fördertarif von aktuell nur noch 8,24 Cent (2012: 27,60 Ct/kWh) ist es mittlerweile in Österreich wirtschaftlich lukrativer den erzeugten Strom selbst zu nutzen und nur noch überschüssigen Strom einzuspeisen. Bei der Aufteilung des Förderbudgets für Ökostromanlagen ergibt sich dadurch nach Aussage des Verbands jedoch ein gravierender Nachteil für die Photovoltaik: Im Förderbudget gewertet wird die Größe der Photovoltaik-Anlage und nicht der tatsächlich eingespeiste Strom. Verbraucht ein Anlagenbetreiber zum Beispiel 50 % des erzeugten Stroms selber, so wird der Gegenwert der Gesamtanlage von den im Gesetz vorgesehenen 8 Mio. Euro abgezogen. Dadurch können jährlich 2,0 bis 2,5 Mio. Euro an Fördergeldern nicht genutzt werden. Eine kleine Änderung im Ökostromgesetz würde diesen Missstand beheben und die jährliche Ausbaumenge vergrößern anstatt zu verkleinern. Das Gesetz sei daher seit 2014 reparaturbedürftig, da es dieser Entwicklung nicht Rechnung trage.

Für novellierungsbedürftig hält der österreichische Solarverband auch das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG). Denn laut diesem ist eine effiziente Nutzung von Photovoltaik-Strom in Gebäuden mit mehreren Nutzern derzeit noch untersagt. Bereits im März 2016 hat das Wirtschaftsministerium ein erstes Konzept zur Novellierung des Gesetzes präsentiert. Seitdem sei dieser Prozess zum Stillstand gekommen. Der Verband fordert daher, dass das Gesetz möglichst bald beschlossen werden sollte, um vernünftige Rahmenbedingungen für die Photovoltaik-Stromnutzung auf allen Gebäuden (unabhängig vom Verwendungszweck) zu schaffen. „Das Erreichen des ersten Gigawatt Sonnenstrom in Österreich muss ein massiver Ansporn für alle Beteiligten sein – auch aus Politik und Wirtschaft – um eine höhere Beschleunigung des Zuwachses zu bewirken“, so Kronberger.

 
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Montag, 26.09.2016, 11:43 Uhr