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RENEGERATIVE:
Orangefarbene Power aus Finnland
Mit Generatoren und Vollumrichtersystemen setzt The Switch auf ein rasantes Wachstum in der Windbranche. Vor allem Newcomer setzen auf die Technik aus dem Land der Elche.
 
Wenn ein Farbton in der zurückliegenden Zeit „Karriere" gemacht hat, dann ist es Orange. Die Präsidentenwahlen 2004 in der Ukraine sind eng mit der „Orangen Revolution" verbunden. Hierzulande gewinnt Orange auf politischem Parkett an Gewicht. Die Ökologisch-Demokratische Partei wirbt mit dieser Farbe, auch die CDU nutzt seit geraumer Zeit in einer anderen Tönung Orange vermehrt als ihr optisches Erkennungszeichen.

Auch auf der letztjährigen Windmesse sorgten viele Besucher in den Ausstellungshallen für leuchtende Ausrufezeichen, trugen sie doch eine große orangefarbene Umhängetasche mit der Aufschrift „Bringing you power".

Verantwortlich für diesen Hingucker war Jussi Vanhanen, Marketingleiter des Generatoren- und Umrichterherstellers The Switch mit Sitz in Vantaa in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Helsinki. Die Finnen hatten im vergangenen September ihren zweiten Auftritt auf der weltweit größten Windmessein Husum: „Da die Windbranche zu unseren wichtigsten Wachstumsfeldern zählt, kommt es auch darauf an, unseren Namen bekannter zu machen."
 
Sieben Prozent Mehrertrag sind möglich

Den ungewöhnlichen Namen haben die drei Unternehmen Rotatek und Verteco (beide Finnland) sowie Youtility (USA) gewählt, die Ende 2006 fusionierten. Ziel des Trios war, das sich teilweise überschneidende Produktportfolio zu optimieren und zu ergänzen. Mit Generatoren, mit Vollumrichtern und Leistungselektronik hatten die drei Firmen zum Teil über 25 Jahre ihr Geld verdient. „Auch als Lieferant von Industrieantrieben für die finnische Papierindustrie hatten und haben wir ein gutes Standing, da wir uns auf Einzelfertigung spezialisiert haben", erzählt Vanhanen. Mit diesem geballten Know-how lag der Sprung in die Windbranche nah: „Wir können einfach innovative Produkte anbieten", sagt der Finne selbstbewusst.

Bei den Generatoren schwören die Finnen statt auf die marktbeherrschenden doppelgespeisten Asynchronmaschinen auf permanentmagneterregte Synchronmaschinen. „Gerade im Teillastbereich erreichen unsere Generatoren einen höheren Wirkungsgrad, womit sich nach unseren Auswertungen ein jährlicher Mehrertrag von mindestens sieben Prozent erzielen lässt", sagt Jürgen Millhoff, der das Geschäft von The Switch von Hamburg aus in Deutschland und den angrenzenden Ländern betreut. Sieben Prozent Mehrertrag, das heißt in Deutschland bei einer Zwei-MW-Maschine nach seinen Berechnungen ein Plus von jährlich 200 000 kWh, umgerechnet sind das knapp 20 000 Euro mehr an Einspeisevergütung pro Jahr.

In Kreisen von Windexperten werden die Permanentmagnet-Generatoren durchaus positiv gesehen. „Mit diesen Antrieben fällt die Erregerleistung weg, was wirklich einige Prozent beim Output bringt. Hinzu kommt, dass die permanentmagneterregte Maschine Vorteile im Teillastbereich hat, was sich auf den Gesamtertrag positiv auswirkt", sagt Professor Jochen Twele von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.
 
Manfred Lührs, Gründer der auch international tätigen Sachverständigen-Gruppe 8.2 Consulting AG, gefällt, dass bei den permanentmagneterregten Generatoren weniger Wärme in den  Generatorrotor transportiert wird: „Das bedeutet, dass der Aufwand für die Kühlung sinkt und die Generatoren insgesamt kleiner dimensioniert werden können, was Kosten und Gewicht spart." Nachteilig bewertet Lührs den Umstand, dass mit den Permanentmagneten eine Regulierung - wie bei Elektromagneten - nicht möglich ist: „Deshalb ist eine Leistungsregelung nur über den Pitchantrieb möglich da die Erregung nicht verändert werden kann, was wiederum Ertrag kosten kann."
 
Die Betonung liegt auf „kann", denn per Software kann die Leistungsregelung ohne Probleme über den angeschlossenen Vollumrichter erfolgen. Unter dem Strich zählt der Windfachmann aber die permanentmagneterregten Generatoren zu den wichtigsten Neuerungen der „Großwindtechnik" in den vergangenen Jahren (bei Kleinanlagen werden Permanentmagnete schon immer verwendet).
 
Beim Blick auf die Referenzliste fällt auf, dass The Switch bislang vorwiegend kleinere Windturbinenhersteller als Kunden gewinnen konnte. Was allerdings kein Zufall ist: Mit effizienter Technik wollen sich Unternehmen wie die schwedische Morphic-Gruppe mit ihrem norwegischen Ableger Scanwind, Finnlands WinWind Oy, Chinas Marktführer Goldwind oder die PowerWind GmbH von den Marktgrößen absetzen.
 
Fertigung von 4 500 MW als Ziel für 2010

Die Entscheidung von PowerWind für die finnische Technik, erfolgte nach Worten von Geschäftsführer Stefan Heczko nach einer „umfassenden Marktanalyse": „Was The Switch anbietet, sind ausgereifte Produkte. Wir fühlen uns von den Finnen sehr gut behandelt, weshalb wir an einer langfristigen Partnerschaft interessiert sind." Bislang hatte PowerWind (die ehemalige Windsparte der Conergy AG, die im Oktober 2008 vom Finanzinvestor Warburg Pincus übernommen wurde) den Switch-Generator und Umrichter in ihre 900-kW-Maschine eingebaut, von der nach Firmenangaben 60 Anlagen verkauft worden sind. Auch für die neue 2,5-MW-Maschine, von der die ersten beiden Prototypen in der zweiten Jahreshälfte aufgestellt werden sollen, haben die Finnen den Generator und das Vollumrichter-System geliefert. „The Switch ist einer unserer beiden Generator- und Umrichter-Lieferanten, sowohl für die PowerWind 56 als auch für die PowerWind 90. Das zeigt, dass uns die Technik von The Switch überzeugt", sagt Heczko.
 
Was Marketingleiter Vanhanen gerne hört. The Switch bleibt nach seinen Worten von der sich in diesem Jahr für die Windbranche abzeichnenden Delle unberührt: „Wir wollen unseren Umsatz in diesem Jahr von 53 Millionen Euro in 2008 auf 90 Millionen Euro ausbauen." Außerdem seien an die 100 Neueinstellungen geplant. Im Jahr 2012 sollen dann 250 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Sozusagen als Zwischenetappe will The Switch im übernächsten Jahr Generatoren mit einer Gesamtleistung von 4 500 MW fertigen, im vergangenen Jahr lag der Output bei rund 500 MW. Spätestens im Jahr 2011dürfte die orange Marketingfarbe auch in der Windbranche zum Standard gehören.

 
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Montag, 30.03.2009, 08:58 Uhr