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CONTRACTING:
Pflanzenöl statt Fernwärme
Nach der Zusammenlegung seiner Standorte bekommt ein Krankenhaus in Braunschweig auch eine neue Energieversorgung. Ihr Kernstück ist ein Blockheizkraftwerk, das mit Pflanzenöl betrieben wird.
 

Das Braunschweiger Herzogin-Elisabeth-Hospital wurde in diesem Sommer umgebaut und erweitert. Dabei legte man seine bisher an zwei Standorten betriebenen Einrichtungen zusammen. Gleichzeitig wird die Energieversorgung des Krankenhaus-Komplexes von einem Energiedienstleister auf eine neue Basis gestellt.

Bisher bezog das Krankenhaus Strom aus dem Netz und Fernwärme für Heizzwecke sowie für ein Therapiebecken. Zwei Dampfkessel, die mit Öl gefeuert wurden (je 400 kW), stellten Wärme auf höherem Temperaturniveau, etwa für die Sterilisation, bereit. Rund 3500 MWh an Wärme verbrauchte das Krankenhaus bisher jährlich.

Das Konzept der neuen Energieversorgung basiert jetzt auf einem Blockheizkraftwerk, das mit Pflanzenöl betrieben wird. Die Ölkessel für die Dampfproduktion bleiben erhalten. Die Wärme aus dem BHKW verdrängt zwar die Fernwärme, was laut Matthias Friese von der planenden NEK Ingenieur Gruppe GmbH "nicht optimal" ist, dafür läuft die Anlage mit Pflanzenöl, und das Krankenhaus spart die Anschlusskosten für die Fernwärmeleitung ein. Der Motor hat eine thermische Leistung von 330 kW, seine elektrische Leistung beträgt 300 kW. Wenn alle Wärmeverbraucher angeschlossen sind, soll die Anlage jährlich rund 5000 Stunden laufen und dabei bis zu 1700 MWh an Wärme erzeugen, mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs des Krankenhauses.

Kernstück der Anlage ist ein Zehnzylinder-Dieselmotor, der für den Betrieb mit Pflanzenöl umgerüstet wurde. Den Motor mit 12 l Hubraum hat man in einem Nebenraum der Heizzentrale in einer eigenen Schallschutzkabine untergebracht. Die Verbrennungsluft wird aus dem Innenhof des Gebäudekomplexes angesaugt, zwei Ventilatoren unterstützen die Lüftung. Mit dem Luftstrom wird gleichzeitig die im Zuluftstrom aufgestellte Kompressoranlage gekühlt.

Der Treibstoff lagert in einem kellergeschweißten Tank. Dieser kann bis zu 40 000 l Pflanzenöl fassen. Nach Angaben des Contractors reicht dieses Volumen im Winter für den Betrieb von ca. 20 Tagen.

Unmittelbar nach dem Contracting-Vertrag schlossen die Energiedienstleister einen Liefervertrag für das Pflanzenöl ab. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf der Basis dieser Brennstoffkosten und unter Einbeziehung der EEG-, KWK- und Nawaro-Zulagen kann das Kraftwerk wirtschaftlich betrieben werden. Derzeit sind die Wärmekosten laut Friese rund 10 % günstiger als durch die Fernwärmeversorgung. Mittlerweile sind die Brennstoffpreise stark gestiegen, was die Wirtschaftlichkeitsrechnung für die Zukunft und für weitere Anlagen dieser Art schwieriger macht, räumt der Contractor ein.

Für die Umwelt ist die Anlage aber immer ein Gewinn, denn sie spart jedes Jahr rund 1 700 t CO2 ein. Erzeugt werden sollen mit ihrer Hilfe Jahr für Jahr neben den 1 700 MWh Wärme rund 1 500 MWh elektrische Energie.

Der Contractor Artemis hat in die neue Energieversorgung rund 400 000 Euro investiert; der Vertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Artemis ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG und der NEK Ingenieur Gruppe GmbH, einem Verbund von insgesamt 12 Ingenieur- und Betriebsgesellschaften. Ein ähnliches Heizkraftwerk mit Pflanzenöl-Motor wurde von dem Energiedienstleister bereits am Braunschweiger Flughafen installiert. Weitere Projekte mit Biomassenutzung im Braunschweiger Raum sollen folgen.


 
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Freitag, 14.09.2007, 14:16 Uhr