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Enerige & Management > IT - Plattform für regionalen Strommarktplatz
Bild: Miredi / Fotolia
IT:
Plattform für regionalen Strommarktplatz
Das Interesse an einer regionalen Vermarktung von erneuerbarem Strom wächst. Die Software der Berliner Lumenaza Gmbh hilft Unternehmen, sie umzusetzen.
 
Die Energieversorgung wird immer dezentraler: Tausende von Windkraft- und Photovoltaikanlagen müssen gesteuert werden, die Menge des von Wind und Sonne erzeugten Stroms schwankt erheblich, immer mehr Verbraucher werden zu Produzenten, die sich teilweise selbst versorgen, aber auch Strom, den sie nicht brauchen, an andere Verbraucher verkaufen wollen.

„Die Energieversorgung hat eine extrem hohe Komplexität erreicht“, sagt Oliver March, CFO und kaufmännischer Geschäftsführer der Berliner Software-Schmiede Lumenaza GmbH. „Wir haben deshalb eine Plattform entwickelt, auf der alle Prozesse dieser neuen dezentralen Energiewirtschaft abgewickelt und abgerechnet werden können“, so der Geschäftsführer.

Die Software biete sämtliche Funktionen an, die am Energiemarkt benötigt werden. Sie steuere große wie kleine erneuerbare Kraftwerke, beziehe deren Stromproduktion ein, verwalte Bilanzkreise und mache Energiemanagementdaten in Echtzeit für alle Marktteilnehmer zugänglich.

Grüner Strom könne damit direkt vom Produzenten an Endkunden weiterverkauft werden. Die Software erledige alle Prozesse bis zur Abrechnung. Lumenaza ermögliche also, sämtliche Teilnehmer der neuen Energiewelt auf einem digitalen Marktplatz zu verbinden und intelligent zu steuern.

Die Lösung wird als Software-as-a-Service angeboten, das heißt von Lumenaza gehostet und cloudbasiert betrieben. Das Unternehmen sorgt für die Abwicklung aller Prozesse, übernimmt bei Bedarf sogar die Rolle des Lieferanten, bietet Hotline-Services an und erledigt auf digitalem Weg die Kommunikation mit Kunden von der Auftragsbestätigung bis zur Abschlags-, Monats- und Jahresabrechnung.

Dezentral erzeugten regenerativen Strom regional vermarkten

Grundidee hinter dieser Entwicklung war, eine Möglichkeit zu schaffen, Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen regional vermarkten zu können und nicht mehr anonym über die Börse verkaufen zu müssen. Das schaffe Wertschöpfung vor Ort und erhöhe die Akzeptanz für die Energiewende, so die Überlegung. Lumenaza wurde 2013 gegründet, seit 2014 ist die Software funktionsfähig und auf dem Markt verfügbar.

Genutzt wird sie unter anderem von Akteuren wie den Stadtwerken Wunsiedel, die damit ihren Fichtelgebirgsstrom vermarkten, der Energiegenossenschaft Jurenergie in Neumarkt in der nordostbayerischen Oberpfalz, die damit Erzeuger und Verbraucher in ihrer Region vernetzt, oder von den Stadtwerken Karlsruhe, die damit eine Quartierstrom-Community organisieren. Auch Tochterunternehmen von Eon, EnBW und Vattenfall arbeiten bei einzelnen dezentralen Versorgungsprojekten mit der Lumenanza-Plattform.

„Wir geben Energieversorgern und Stadtwerken die Möglichkeit, mit regionaler Stromerzeugung und Vermarktung neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen“, erklärt March. „Wir stellen ein großes Interesse an regionalen Vermarktungsmöglichkeiten fest“, so der Finanzchef.

Auch Berlin und Brandenburg wären seiner Meinung nach ein „sehr guter Markt für regionale Stromprodukte“. Strom aus zahlreichen Windkraftanlagen im Umland könnten in der Hauptstadt vermarktet werden. Woran es dort fehle, sei der politische Wille, solche Lösungen schaffen. Als möglichen Partner für ein regionales Stromprodukt sähe March die kommunalen Berliner Stadtwerke. Auch mit der Gasag und Vattenfall habe es Gespräche zu diesem Thema gegeben, berichtet er.

Stromspeicher werden an Bedeutung gewinnen

Als neue Aufgaben der Zukunft sieht man bei Lumenaza die Einbindung von dezentralen Stromspeichern und Power-to-Heat-Anlagen, aber auch die Integration von Ladesäulen für Elektroautos, die mit lokalem oder regionalem Strom betrieben werden sollen. „Das Thema Stromspeicher wird auf jeden Fall an Bedeutung gewinnen“, ist sich March sicher.

Fest steht aber auch, dass Lumenaza diese Aufgaben nicht mehr in der aktuell gegebenen Mannschaftsstärke bewältigen kann. „Wir sind gut ausgelastet und wollen wachsen“, kündigt CFO March an. Zehn bis 15 neue Mitarbeiter sollen noch in diesem Jahr zu den aktuell 25 Lumenaza-Beschäftigten dazukommen.

Die Firmenzentrale im Stadtteil Kreuzberg wird gerade um ein Stockwerk erweitert. „Wir stehen kurz vor unserer zweiten Finanzierungsrunde“, berichtete March beim Gespräch mit E&M Anfang Juni. „Wir rechnen damit, dass unsere Geldgeber“, die EnBW New Ventures GmbH und die IBB Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin, „auch in der zweiten Runde mitgehen werden“, so der CFO.

Nach 1,3 Mio. Euro in der ersten Runde geht es jetzt um 2,5 Mio. Euro neues Geld für den Ausbau des Unternehmens. March und die beiden Unternehmensgründer Christian Chudoba und Bernhard Böhmer wollen die Anteilsmehrheit behalten und ab 2020 mit dem Unternehmen schwarze Zahlen erwirtschaften.

Lumenazas digitaler Marktplatz für regionalen Strom sorgt indes weiter für Aufmerksamkeit. Im Juni wurde das Berliner Unternehmen im Rahmen des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ der gemeinsamen Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft als besonders innovativ prämiert.

 
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Dienstag, 19.06.2018, 09:00 Uhr