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GASMARKT:
Rufe nach Regulierung der Gasspeicher
Viele Akteure am Gasmarkt verlangen weiter nach mehr Flexibilität - dabei spielen Speicher eine wichtige Rolle.
 

"Der Zugang zu liquiden Gasmärkten ist eine entscheidende Voraussetzung für die flexible Beschaffung von Gas. Die Unterteilung des Gasnetzes in Marktgebiete verhindert die Entstehung eines liquiden Gasmarktes", so lautet die Feststellung bei Electrabel. Ergo müssten die Marktgebiete zusammengelegt werden, ein Plädoyer, das auf der Tagung des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter (BNE) am 13. November oft zu hören war. Electrabel prüft den Bau von drei Gaskraftwerken an den Standorten Calbe und Staßfurt in Sachsen-Anhalt sowie im bayerischen Schwandorf und hat daher massives Interesse an verbesserten Gasbeschaffungsmöglichkeiten.

Peter Stratmann von der Bundesnetzagentur sieht jedoch keine Chance, schon im nächsten Jahr eine Reduzierung der Marktgebiete auf maximal zwei zu erreichen. Die Behörde wolle auch nicht darauf warten, bis es nur noch vier oder fünf Marktgebiete gebe, sondern jetzt schon etwas für den Wettbewerb tun und kümmere sich deshalb um das Thema Kapazitätsbewirtschaftung, betonte er.  Bereits durch das Zweivertragsmodell für den Netzzugang und das neue Bilanzierungsmodell Gabi Gas sei die Problematik entschärft worden, sagte Stratmann und kündigte ein Konzept für die Kapazitätsbewirtschaftung an.

Damit solle das Problem der "allerorten vertraglichen Engpässe" in den Gasnetzen gelöst werden. Anders als beim Strom bestünden die Engpässe nicht darin, dass die Transportleitungen voll belegt seien, sondern darin, dass jemand, der Kapazität gebucht hat, diese nicht nutze und dadurch Platz im Rohr sei, den ein andere gerne buchen würde - was aber nicht geht. Allerdings erwarten Startmann schon "Geschrei", wenn das Konzept veröffentlicht werde. Denn "natürlich wird es nicht gehen, ohne dass jemand etwas hergibt".

Neue Anbieter kritisieren völlig überhöhte Transaktionskosten

Gero Lücking vom Ökostromanbieter Lichtblick, der seit 2007 auch Gas vertreibt und inzwischen 25 000 Kunden versorgt, spricht sich klar für mehr Regulierung aus. Eine katastrophale Datenlage, unzureichende vertragliche Regelungen, Diskriminierung, eine nicht ausreichende Umsetzung von Gabi und Geli, Androhungen und faktische Verweigerung des Netzzugangs, überhöhte Entgelte im regulierten und nicht regulierten Bereich sowie unzureichendes Unbundling "führen zu völlig überhöhten Transaktionskosten", fasst Lücking die Erfahrungen eines neuen Anbieters zusammen. Vom Strommarkt ließen sich viele Regelungen eins zu eins auf den Gasmarkt übertragen, meint er, damit könnten kurzfristig wesentliche Verbesserungen durchgesetzt werden. "Wir laufen der Zeit um Jahre hinterher", kritisiert Lücking und fordert ein stärkeres Engagement der Bundesnetzagentur.

Bei der Frage der Regulierung der Speicher steht für Lothar Kriebel von Electrabel der Wettbewerb im Mittelpunkt. "Die EU-Kommission sollte fragen: Was nützt dem Wettbewerb?". Ähnlich sieht das Andreas Kost von der BEB Erdgas und Erdöl GmbH Hannover, die Speicher in Harsefeld, Dötlingen und Uelsen in Niedersachsen betreibt. Er geht davon aus, dass die Speichernachfrage in Europa massiv steigen wird und forderte "eine faire Chance im Wettbewerb" für physische Speicher. Die Instrumente sollten flexibel sein. "Die strategische Bevorratung sollte dem Markt überlassen bleiben", meinte er. Zugleich betonte er die Bedeutung der Speicher als Lieferanten von Regel- und Ausgleichsenergie. 

Speicherentgelte und Nutzungsbedingungen weiter umstritten 

Benedikt Schuler vom schweizerischen Energieversorger Atel sprach sich für eine Teilregulierung der Speicher aus. Er hält es für "unwahrscheinlich, dass sich die Entgelte für den Speicherzugang wettbewerblich bilden". Zudem kritisierte er, dass die Speicherzugangsbedingungen "nicht der physikalischen Realität" entsprächen und bewertete den von Eon Ruhrgas ab 2009 angebotenen punkt-basierten Speicherzugang als Rückschritt, unter anderem wegen der Buchungspflicht und der nun anfallenden Ein- und Ausspeiseentgelte. In jedem Fall sollte die netzentlastende Wirkung der Speicher bei den Entgelten berücksichtigt werden, forderte Schuler.

Gefragt ist bei diesem Thema wohl erst einmal die nationale Behörde und nicht so sehr die EU. Denn: Die Regelung der Speicherfragen stelle in der nahen Zukunft "nicht das dringendste Problem dar, das wir jetzt anfassen müssen", sagt Oliver Koch von der Wettbewerbsabteilung der EU-Kommission.  


 
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Dienstag, 18.11.2008, 12:26 Uhr