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Bild: wellphoto / Fotolia
E-WORLD:
Sagen Sie mal: Dirk Fieml
In der Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
 
Herr Fieml, Sie beraten Energieversorger. Warum sollten diese in den Glasfaserausbau einsteigen?
Die Stadtwerke sind seit mehr als 100 Jahren die klassischen Anbieter von Netzinfrastrukturen. Damit sind sie geradezu dafür prädestiniert, auch die neuen Glasfasernetze aufzubauen und zu betreiben. Die Breitbandversorgung gehört zudem künftig ebenso zur Daseinsvorsorge wie die Versorgung mit Strom, Wasser, Gas oder Wärme. Sie ist somit die logische Weiterentwicklung für einen Netzbetreiber. Er kennt die Gegebenheiten vor Ort und kann auf bestehende Kundenbeziehungen aufbauen. Die Vermarktung von Breitbandnetzen bietet zahlreiche Chancen, neue versorgungsnahe Geschäftsmodelle aufzubauen. Denn dieser Markt ist vergleichsweise aufgeräumt und der Preiskampf ist längst nicht so intensiv wie etwa beim Strom. Auch die erzielbaren Margen pro Kunde sind deutlich höher.

 
Dirk Fieml ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens TKT Vivax
Bild: Patrick Rupp

Was sind die größten Fehler, die Stadtwerke beim Glasfaserausbau machen?
Wir treffen immer wieder auf zwei große Stolperfallen: Viele Versorgungsunternehmen schenken dem Thema Breitbandversorgung nicht die nötige Aufmerksamkeit und meinen, sie könnten das quasi nebenher erledigen – etwa als Add-on für den Energievertrieb. Das wird nicht funktionieren. Egal ob man als ‚Dark-Fiber-Anbieter‘ das Breitbandnetz lediglich vermietet, die Aktiv-Technik und die einzelnen Fasern mit vermarktet oder als Komplettanbieter für Internet, Telefonie und IPTV auftritt: In jedem Fall muss man diese Geschäftsfelder ganzheitlich und professionell angehen. Wenn irgendwo Probleme auftreten und man diese nicht umgehend lösen kann, weil die Kompetenz fehlt, wird es schnell teuer.

Und das gefällt den wenigsten Aufsichtsgremien. Der zweite Fehler, der oft gemacht wird, ist das Thema, Breitband zu schnell outzusourcen. Denn damit begibt man sich in die Abhängigkeit von Dritten, was sich negativ auf die Kundenbeziehungen auswirken kann. In der Regel steht ja der eigene Name auf den Produkten. Wenn der Dienstleister aber einen schlechten Job macht, der Service nicht stimmt oder es technische Probleme gibt, fällt das alles auf das Stadtwerk zurück. Das hat dann aber kaum eine Möglichkeit, selbst für Abhilfe zu sorgen.

Warum sollten Energieversorger bei diesem Thema Berater konsultieren?
Breitbandprojekte sind sehr komplex und kaum ein Stadtwerk bringt vom Start weg das dazu notwendige Know-how mit. Von der Akquise von Fördermitteln über die Netzplanung und Clusteranalyse bis hin zur Entwicklung von Geschäftsmodellen und Produkten werden ganz unterschiedliche Kompetenzen benötigt. Dazu kommen die Auswirkungen auf die Prozesse und die Organisation, die sich durch das komplette Unternehmen ziehen, aber auch neue Anforderungen an die IT. Denn mit den herkömmlichen IT-Lösungen lassen sich weder Breitbandnetze noch die -kunden adäquat abbilden und verwalten. Stadtwerke, die jetzt vor der Herausforderung stehen, zeitnah ein Glasfasernetz aufzubauen, werden das deswegen ohne externe Expertise kaum schaffen. Ziel muss es aber immer sein, die Kompetenzen sukzessive ins eigene Unternehmen zu holen.

 
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Dienstag, 04.02.2020, 10:25 Uhr