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Enerige & Management > Wirtschaft - Schleppender Ausbau von LNG-Terminals
Bild: LNG-Tanker, 2009, Bild Eon Ruhrgas
WIRTSCHAFT:
Schleppender Ausbau von LNG-Terminals
Weltweit ist der Energiehunger bislang noch keineswegs gestillt. Doch der Ausbau der Terminals zum Export von verflüssigtem Erdgas (LNG) kommt in den Fördergebieten global viel langsamer voran als sich das die potenziellen Gasabnehmer wünschen. Hauptgrund dafür sind die gestiegenen Kosten bei gleichzeitig mangelnder Aussicht auf höhere Gaspreise.
 
Der japanischen Regierung, allen voran Premierminister Shinzo Abe, sind die Gaspreise in Asien viel zu hoch. Das drohe die japanische Wirtschaft zu strangulieren, die fast drei Jahre nach dem Unglück in Fukushima und der Abschaltung der meisten anderen Kernkraftwerke in Japan noch viel stärker auf Energieimporte angewiesen ist als je zuvor. Bei seinem jüngsten USA-Besuch hatte Abe erfolgreich bei US-Präsident Barack Obama für grünes Licht für Gasimporte aus den USA geworben. Käufer wie Tepco (Tokyo Electric Power), Betreiber des Unglücksreaktors in Fukushima, und Osaka Gas aus Japan, Kogas aus Südkorea und GAIL aus Indien haben Verträge zum Kauf von verflüssigtem Schiefergas aus den USA geschlossen. Cheniere Energy baut denn auch das erste LNG-Export-Terminal der USA und es sieht alles danach aus, dass die Anlage Ende 2015 in Betrieb gehen kann. Pläne für eine ganze Reihe weiterer LNG-Terminals stecken in der Pipeline.
 
Aber selbst in den USA geht der Bau von LNG-Export-Terminals sehr viel langsamer voran als bei dem stark steigenden Bedarf eigentlich erwartet worden war. Das Problem liegt bei den Gaspreisen. Der Benchmark-Preis am Handelspunkt Henry Hub in den USA beträgt etwa ein Drittel des westeuropäischen und sogar nur ein Viertel des in Asien gezahlten Gaspreises. Käufer aus Asien wollen jetzt eine Bindung an den Henry-Hub-Preis. Deshalb können sich laut Philippe Sauquet, dem für Gas und Strom verantwortlichen Direktor von Total, Käufer und Verkäufer nicht auf eine Preisbasis einigen. Bei so niedrigen Gaspreisen bleiben seiner Beobachtung nach selbst weit gediehene Pläne zum Bau von LNG-Export-Terminals schlicht in der Schublade. Außerdem kommt die US-Regierung erneut unter Druck aus dem Inland. Statt die Genehmigung zum Bau von Export-Terminals zu beschleunigen will sie lieber wieder auf die Bremse treten und die heimische Wirtschaft vom preiswerten Schiefergas profitieren zu lassen.
 
Um diesen LNG-Exportgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen und Fortschritte bei LNG-Projekten in aller Welt zu ermöglichen, schlägt Masami Iijima, Präsident und Vorstandschef von Mitsui vor, doch bei im wesentlichen langfristigen Verträgen bei einer Art von Ölpreisbindung zu bleiben. Damit bezieht er zwar eine gegenteilige Position zur Politik der japanischen Regierung, dient aber den Interessen seines Konzerns: Mitsui ist unter den großen japanischen Handelshäusern der Mischkonzern mit den meisten Energieinteressen, darunter ein großes LNG-Projekt vor der Küste von Mosambik, wo 2018 die Produktion beginnen soll.
 
Während die Nachfrage nach LNG, die sich seit 2000 schon verdoppelt hat, weiter schnell wächst und sich allen Prognosen nach bis 2025 noch einmal verdoppeln soll, zeigen sich bei der Zahl neuer LNG-Projekte global erste Bremsspuren. 2011 hält mit 26,8 Mio. t pro Jahr neuer LNG-Kapazität den bisherigen Rekord, 2012 kam mit 14,1 Mio. t schon weniger Kapazität hinzu und für das laufende Jahr rechnet Wood Mackenzie weltweit nur noch mit 9 Mio. t pro Jahr an neuer LNG-Kapazität, alles davon in den USA. Unterdessen wächst die Zahl der Länder, aus denen Nachfrage nach LNG kommt, ständig weiter. Waren es 2000 erst elf LNG-Importeure weltweit, sind es heute schon 27 und die Berater von Wood Mackenzie gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis 2025 noch einmal verdoppelt. Nachdem sich im vergangenen Jahrzehnt Qatar als wichtigster LNG-Lieferant gezeigt hat, übernehmen jetzt Australien und Nordamerika die Führungsrollen. Wie weit Vorkommen vor der Ostküste Afrikas künftig eine größere Rolle spielen können, ist ungewiss und hängt entscheidend von stabilen politischen Verhältnissen ab. Klar ist nur, dass auskömmliche Gaspreise auch dort helfen würden, die riesigen Projekte zu realisieren.

 
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Dienstag, 26.11.2013, 16:12 Uhr