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Enerige & Management > Stromnetz - Schleswig-Holstein erwartet zunehmende Netzengpässe
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Schleswig-Holstein erwartet zunehmende Netzengpässe
Der schleswig-holsteinische Energieminister Robert Habeck kritisiert die Verzögerungen beim bundesweiten Netzausbau und fürchtet einen weiteren Anstieg der Abregelungen im Norden.
 
Wegen drohender Überlastungen im Stromleitungsnetz wurden in Schleswig-Holstein 2017 insgesamt knapp 3 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energien an Land abgeregelt. Das teilte das Kieler Umwelt- und Energiewendeministerium unter Berufung auf den aktuellen Bericht zu Redispatch und Einspeisemanagement der Bundesnetzagentur mit. Den Angaben aus Kiel zufolge sind damit die Abregelungsmaßnahmen für Anlagen an Land gegenüber dem windschwachen Jahr 2016 um rund 10 % gestiegen.

„Die Netzbetreiber sind in der Pflicht, die Stromnetze bedarfsgerecht auszubauen“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne). Der Anstieg der Kosten für das Einspeisemanagement ist nach seiner Einschätzung „ein klares Signal“, dass der Netzausbau weiterhin energisch vorangetrieben werden müsse. 92 % der Abregelungen sind auf Engpässe im Höchstspannungsnetz zurückzuführen. „Das unterstreicht noch einmal die Dringlichkeit, die Stromautobahnen in ganz Deutschland weiter auszubauen“, ergänzte der Energiewendeminister. Abhilfe können dabei die neuen 380-kV-Leitungen in Schleswig-Holstein nur teilweise schaffen. Noch in diesem Jahr soll der zweite Bauabschnitt der Westküstentrasse in Betrieb genommen werden, bereits Anfang des Jahres war ein verstärkter Teilabschnitt der Mittelachse offiziell in Dienst gestellt worden. Auch die Planung der Ostküstenleitung schreitet weiter voran. Gegenwärtig verstärkt Netzbetreiber Tennet die Elbekreuzung 2 und vervierfacht die Übertragungskapazitäten Richtung Süden auf 9 600 MW.

„Der Bund und die anderen Bundesländer müssen hier endlich nachziehen und auch politisch für den Leitungsbau einstehen“, forderte Habeck. Er räumte ein, dass Stromnetzausbau, wie nahezu jeder Infrastrukturausbau, „zweifelsohne einen Eingriff in die Lebensumwelt“ bedeute. Aber die Alternative seien, Kohle- und Kernkraftwerke länger am Netz zu halten. „Ziel muss es sein, für eine erfolgreiche Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bundesweit weiter zu steigern, ohne vermeidbare zusätzliche Kosten hervorzurufen“, so der Umweltminister.

Für das windstärkere Jahr 2017 und aufgrund der gestiegenen installierten Leistung und der zunehmenden Einspeisungen in die Netze von SH Netz und Tennet erwartet das Energiewendeministerium zusammen mit den Netzbetreibern einen Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 21,6 Mrd. kWh. Dies wäre ein Plus um 10 % gegenüber 2016. „Damit ist die in die Stromnetze aufgenommene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter und deutlich angestiegen – ein Indikator dafür, dass Netzausbau- und Netzmanagementmaßnahmen in Schleswig-Holstein zu wirken beginnen“, so Habeck.

Im Zuge des Sinteg-Projektes Norddeutsche Energiewende 4.0 soll abgeregelter Strom künftig besser genutzt werden. Auf der von SH Netz und der Arge Netz gemeinsam entwickelten Enko-Plattform sollen Netzengpässe künftig bereits am Vortag prognostiziert und zuschaltbare Lasten ausgeschrieben werden. Dadurch könne Energie intelligent koordiniert werden und Netzengpässe durch geeignete Flexibilitätsangebote ausgeglichen werden. Ziel der beiden beteiligen Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg sei es, mehr lokal erzeugten regenerativen Strom vor Ort zu nutzen. Die Enko-Plattform soll im Sommer eine Live-Simulation starten und zum Jahresende in den Echtbetrieb übergehen, teilte das Energiewendeministerium mit.

 
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Dienstag, 19.06.2018, 09:58 Uhr