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Enerige & Management > Kohlekraftwerk - Schnelle Lösung für Kohlekraftwerk Mehrum
Bild: wikipedia
KOHLEKRAFTWERK:
Schnelle Lösung für Kohlekraftwerk Mehrum
Neben der Stilllegung erwägen die Stadtwerke Hannover jetzt auch einen Verkauf ihres verlustträchtigen Steinkohlekraftwerks Mehrum.
 
Wird über das Schicksal des Kohlekraftwerks Mehrum nun doch eher entschieden als erwartet? Vor allem die Stadtwerke Hannover wollen offenbar so schnell wie möglich eine Lösung herbeiführen, um weitere Verluste zu begrenzen. Neben einer möglichen Stilllegung werden dem Vernehmen nach auch Verkaufsoptionen geprüft. Mehrere Interessenten sollen den 750-MW-Steinkohleblock bereits besichtigt haben. Als möglicher Interessent gilt dabei die tschechische EPH-Gruppe, verlautet aus Unternehmenskreisen.

„Wir prüfen alle Varianten – und es sind nach wie vor alle Optionen offen“, sagte Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Hannover, gegenüber E&M. Zuvor hatte bereits eine Unternehmenssprecherin erklärt, dass es Ziel der Gesellschafter sei, „sich mittelfristig ökologisch und wirtschaftlich solide aufzustellen“ und die Erzeugungsanlagen entsprechend danach auszurichten. Daher prüfe man alle Varianten des Weiterbetriebs bis hin zur Stilllegung der Anlage.

An Mehrum halten die Stadtwerke Hannover rund 83 Prozent und die Braunschweiger Versorgungs-AG knapp 17 Prozent. Aufgrund des Preisverfalls im Stromgroßhandel fährt das Kraftwerk jährlich Millionen-Verluste ein. Anfang März hatte Zapreva bei der Vorlage der Bilanzzahlen 2016 der Stadtwerke Hannover die Abschreibungssumme für Mehrum auf 28,5 Mio. Euro beziffert. Das Kraftwerk soll jedoch mit einem noch höheren Millionen-Betrag in den Büchern stehen. Die Partner in Braunschweig sollen Mehrum dagegen schon komplett abgeschrieben haben.

Tschechische EPH als Käufer im Gespräch

Auch wenn es über mögliche Interessenten keinerlei offizielle Bestätigungen gibt, könnte sich eine Übernahme durch den tschechischen Energiekonzern EPH als sinnvolle Lösung erweisen. Denn die EPH mit ihrem Finanzpartner PPF Investments hatte erst im Herbst die Braunkohlesparte von Vattenfall mit vier Tagebauen und mehreren Kraftwerken in Brandenburg und Sachsen übernommen.

Zapreva hatte ebenfalls im März angekündigt, dass man „noch in diesem Jahr“ eine Entscheidung über Mehrum herbeiführen wolle. Die Vorstandschefin hatte den Problemfall Mehrum von ihrem Vorgänger Michael Feist übernommen. Dieser hatte lange darauf gehofft, dass Mehrum von der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft werde, also unverzichtbar zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung. Doch auch Feist hatte bereits Stilllegungsoptionen erwogen. Der frühere Technik-Vorstand Harald Noske bezifferte in dem Zusammenhang die Kosten für einen Rückbau mit Revitalisierung der Flächen auf 15 Mio. Euro.

Zapreva will nun offenbar sehr bald Ballast abwerfen, um die Verluste zu minimieren. Betriebsrats-Chef Rainer Rettberg-Berkowsky hatte in der Lokalpresse dazu erklärt: „Wir halten an unserer Forderung fest, dass bei einer möglichen Schließung der Anlage die Mitarbeiter weiter beschäftigt werden.“ Gegenteilige Signale habe es jüngst nicht gegeben. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Stadtwerke aufgefordert, rechtzeitig Verhandlungen über die Absicherung der rund 120 Beschäftigten in Mehrum aufzunehmen.
 

 
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Freitag, 05.05.2017, 11:07 Uhr