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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Siemens Gamesa entwickelt Rotorblätter-Recycling
Quelle: Fotolia/Vadim Petrakov
WINDKRAFT OFFSHORE:
Siemens Gamesa entwickelt Rotorblätter-Recycling
Der zweitgrößte Windturbinenhersteller der Welt will die Nummer eins in Sachen Nachhaltigkeit werden. Dies betrifft Wiederverwertung, Klimaziel, Frauenquote und mehr.
 
Der Windturbinenhersteller und Dienstleister Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) hat sich am 21. Juli eine radikale Nachhaltigkeitsstrategie bis zum Jahr 2040 gegeben.

Vor allem das größte Abfallproblem, die ausgedienten Rotorblätter, gehe der Produzent bereits in Pilotprojekten an, teilte Marta Mendendez von Siemens Gamesa exklusiv auf Nachfrage unserer Redaktion zu einer Pressemitteilung mit. Man habe die Phase der Machbarkeitsstudien hinter sich gelassen und arbeite derzeit daran, die Trennung der Kohlen- oder Glasfasern von der Polymer-Verstärkung sowie das anschließende getrennte Recycling auf industrielles Niveau zu heben. Sprich: die Kosten zu senken.

Im Juni hatte der Dachverband Windeurope die EU zu einem Deponieverbot von Rotorblättern ab 2025 aufgefordert, das es schon in Deutschland und einigen anderen Mitgliedstaaten gibt. Zudem verpflichteten sich die Mitglieder, keine Rotorblätter mehr außerhalb Europas zu entsorgen. So soll Druck auf die eigene Branche entstehen, wettbewerbsfähige Lösungen voranzutreiben. Der Verband erwartet bis 2025 jährlich 25.000 Tonnen Rotorblattabfall.
 
Eine in Cuxhaven hergestellte Offshore-Turbine von Siemens Gamesa
wird verladen. Auch dieser Prozess soll bis 2040 klimaneutral werden,
und zwar ohne Ausgleichsmechanismen, so eines der Nachhaltigkeitsziele
Quelle: SGRE

Bis 2030 Rotorblätter, bis 2040 alles

Bis spätestens 2030 möchte SGRE, die auch als Dienstleisterin unterwegs ist, ihre Rotorblätter komplett wiederverwertbar gemacht haben. Dieses Ziel bereitet das neue Fernziel vor, dass die kompletten Turbinen bis 2040 zu 100 % recycelbar sind. Derzeit liegt der Schnitt laut Windeurope bei 80 bis 85 %.

Der Hersteller mit Deutschland-Sitz in Hamburg und Offshore-Windturbinenwerk in Cuxhaven hat auch sein Ziel, ein klimaneutrales Unternehmen pro installierten Megawatt zu werden, von 2050 auf 2040 vorverlegt. Es ist aus sich heraus zu erreichen, also, ohne Ausgleichsmechanismen in Anspruch zu nehmen. Und es betrifft die gesamte Wertschöpfungskette, hieß es mit Blick auf Lieferanten und Dienstleister. Zu den Hauptmaßnahmen gehören demnach der Ersatz aller Heiz- und Kühlsysteme mit klimaneutralen Alternativen sowie die CO2-neutrale Eigenversorgung der Werke und Windparks. Die Stromversorgung ist bereits auf Grün umgestellt.

Frauenquote: Soll und Ist

Unter die neue Nachhaltigkeitsvision subsumiert SGRE auch neue Ziele in der Arbeitswelt:
  • erstmals eine Frauenquote
  • die Übernahme der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung
  • sowie die Förderung ehrenamtlichen Engagements an den Unternehmensstandorten.
Bis 2040 muss die Frauenquote bei SGRE allgemein und im obersten Management auf 30 % steigen. 2020 waren, so teilte Marta Menendez auf Nachfrage mit, 19 % der Beschäftigten weiblich. Im Executive Level waren es 12 %.
 
Zu den neuen Zielen ließ sich der Leiter Qualität und Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE) bei SGRE, Gregorio Acero, folgendermaßen zitieren: "Wir verpflichten uns, Nachhaltigkeit in den gesamten Lebenszyklus unserer Tätigkeiten zu integrieren. Mit diesem Plan bleiben wir ein Spitzenreiter."

Vom weltweiten Zubau her war Siemens Gamesa 2019 mit knapp 16 % die Nummer zwei nach der dänischen Vestas mit 18 %. Es folgten Goldwind mit gut 13 % und GE Renewable Energy mit knapp 12 % von insgesamt 65.000 MW. Das hatte Mitte 2020 eine Erhebung der Analysten und Berater von Wood Mackenzie Power & Renewables ergeben.

 
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