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Siemens Österreich: Osteuropa im Visier
Die Siemens AG Österreich sieht in Zentral- und Osteuropa eine zunehmende Nachfrage nach Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD).
 

Als „den energieeffizientesten und umweltfreundlichsten Kraftwerksbau, der derzeit am Markt angeboten wird", bezeichnete Gunter Kappacher, Vorstand und CEO des Sektors Energy der Siemens AG Österreich, die neue GuD-Anlage im oberösterreichischen Timelkam. Die Anlage der Energie AG Oberösterreich und der schweizerischen Groupe E wurde im Juni 2009 nach rund zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Mit der siebenfach höheren Stromproduktion ersetzt sie ein 47 Jahre altes Kohlekraftwerk. Gegenüber der Altanlage werden die Kohlendioxid-Emissionen um 65 Prozent, der Stickoxid-Ausstoß um mehr als 90 Prozent reduziert. Die Betreiber profitieren nach Siemens-Angaben von der hohen Anlagenflexibilität - der Lastbereich des Kraftwerks könne in weniger als einer halben Stunde von 25 bis 100 Prozent geregelt werden.

Den Auftrag mit einem Wert von rund 150 Mio. Euro für das 408 MW-Kraftwerk erhielt der Geschäftsbereich Energy von Siemens Österreich. „Die Anlage in Timelkam basiert auf dem weltweit erprobten und bereits über 200 mal verkauften Single-Shaft-Basiskraftwerk, bei dem die Schlüsselkomponenten Gasturbine, Dampfturbine und Generator auf einer Welle angebracht sind", erklärte Martin Wilkening am 4. Dezember vor Journalisten. Wilkening ist in der Siemens-Division Fossil Power Generation in Wien für den Vertrieb von GuD-Anlagen in der Region Central Eastern Europe (CEE) zuständig.

"Effizienzsteigerung mit enormer Hebelwirkung"

Neben der Dampfturbine lieferte Siemens die oft als „Arbeitspferd" bezeichnete Gasturbine SGT5-4000F, die weltweit bereits über 280 mal verkauft wurde. „Seit ihrer Markteinführung in den frühen 90er Jahren, mit einer Leistung von 240 MW und 37 Prozent Wirkungsgrad, wurde sie inzwischen auf 292 MW und 39,8 Prozent optimiert", betont Wilkening. Die Entwicklungsschritte zur weiteren Erhöhung des Wirkungsgrades werden zwar immer kleiner, aber „die Effizienzsteigerung bei Kraftwerken hat eine enorme Hebelwirkung bei der Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen", ergänzt Kappacher. Der GuD-Wirkungsgrad in Timelkam wird mit 58,7 Prozent angegeben. Um die Effizienz weiter zu steigern kann maximal 100 MW Fernwärme ausgekoppelt werden, derzeit gibt die Anlage rund 40 MW ab.

„Ein Quantensprung in der heutigen Kraftwerkstechnik" ist Siemens am bayerischen Standort der Eon Energie AG in Irsching gelungen. Dort wurde im September die Testphase der mit 357 MW weltweit leistungsstärksten Gasturbine erfolgreich abgeschlossen. Bis 2011 soll die Anlage vom Typ SGT5-800H zu einem GuD-Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 60 Prozent erweitert werden. Der Irschinger-GuD-Anlage gebührt laut Kappacher dann der Titel „weltweit umweltfreundlichstes fossil befeuertes Kraftwerk".

Auch Abhitzekessel von Siemens

Der dafür benötigte Kessel wird derzeit in Wien hergestellt. Einen Abhitzekessel in stehender Bauweise lieferte Siemens bereits nach Timelkam. Der Siemens-Bereich Power Generation hatte zum Jahresende 2007 mit der Balcke-Dürr GmbH Deutschland eine Vereinbarung zur Übernahme des Abhitze-Dampferzeuger-Geschäftes der Balcke-Dürr Austria GmbH vereinbart. Der Wiener Kesselbauer wurde erst kürzlich in den Siemens-Konzern eingegliedert. „Innerhalb der nächsten drei Jahre soll die Produktionskapazität auf 20 Kesseleinheiten pro Jahr ausgebaut werden", kündigte Kappacher an. Offen ließ der Siemens-Manager, ob schon mit der Produktion des neuen „Zugpferdes", der Gasturbine SGT5-800H begonnen wurde. „Es gibt zahlreiche Anfragen für die neue Maschine, aber wir haben bislang noch keine verkauft", verrät Karl Stoehr, Director Sales CEE der Siemens-Division Fossil Power Generation in Wien.

Nachfrage erhofft sich Siemens aus der Region Zentral- und Osteuropa, für die Siemens Österreich innerhalb des Konzerns zuständig ist. Obwohl in dem Wirtschaftsraum mit 19 Ländern - von Österreich im Westen bis Aserbaidschan im Osten, von der Ukraine im Norden bis Israel im Süden - insgesamt etwa 230 Mio. Einwohnern leben, beträgt die dort installierte elektrische Gesamtleistung nach Siemens-Angaben nur etwa 200 GW. Der Pro-Kopf- Stromverbrauch pro Jahr liege dort derzeit bei unter 3 500 kWh, während in Österreich durchschnittlich etwa 6 700 kWh Strom pro Kopf und Jahr verbraucht würden.

„Unsere Division Fossil Power Plants in Wien ist einer von weltweit drei Standorten für die Abwicklung von Gas- und Dampfkraftwerken für den 50 Hertz-Markt", so Kappacher. Die Kapazitäten reichten, um parallel sechs schlüsselfertige GuD-Anlagen zu errichten. Der Siemens-Geschäftsbereich Energy erwirtschaftete 2008 bei Endkunden in der Region CEE mit etwa 2 400 Mitarbeitern rund 2 Mrd. Euro Umsatz. Die wichtigsten GuD-Märkte seien derzeit die Türkei und Israel. „Künftig sind für uns besonders Ungarn, Rumänien, Tschechien und die Slowakei von Bedeutung", sagt Stoehr.

In Österreich ist Siemens bereits erfolgreich. Zeitgleich mit dem Bau der Anlage in Timelkam wurde das Repowering-Projekt Simmering der Wien Energie GmbH abgeschlossen. Durch Erneuerungsmaßnahmen erhöht sich die elektrische Gesamtleistung des Kraftwerks auf 700 MW bei einer Fernwärmeleistung von 450 MW. In Mellach, einem Kraftwerksstandort der Verbund-Austrian Thermal Power GmbH in der Steiermark, war im Frühjahr Baustart für eine rund 550 Mio. Euro teure GuD-Anlage mit 832 MW elektrischer und 250 MW thermischer Leistung. Darüber hinaus errichtet Siemens Österreich für den niederländischen Energieversorger Enecogen ein schlüsselfertiges GuD-Kraftwerk im Wert von 700 Mio. Euro. Zudem hat das Unternehmen 2009 Aufträge zum Bau von GuD-Anlagen in Gönyü in Ungarn, Malzenice in der Slowakei erhalten.


 
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Dienstag, 08.12.2009, 16:47 Uhr