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Enerige & Management > Smart Meter - Smart Energy verändert die Landschaft
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Smart Energy verändert die Landschaft
Wie verändert sich die IT- und Prozesslandschaft durch die neue Rolle des Smart Meter Gateway Administrators? Reinhard Höfer und Jens Nagel* wagen den Blick in die Zukunft.
 
Zur Sicherstellung einer effizienten und intelligenten Energieversorgung hat die Bundesregierung mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) 2011 die Voraussetzungen für die Einführung von intelligenten Messsystemen unter Beachtung der eich- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen geschaffen. Zur Umsetzung werden unter anderem aktuell die MessSystem-Verordnung, das BSI-Schutzprofil sowie die technische Richtlinie zur Umsetzung der technischen Mindestanforderungen an intelligente Messsysteme sowie an deren Betrieb definiert. Damit einhergehend entsteht nun die neue Marktrolle des Smart Meter Gateway Administrators im Energiemarkt; aus all dem ergeben sich strategische Implikationen zur Marktbearbeitung.
 
Nach derzeitigem Stand ist dem Messstellenbetreiber (MSB) die Rolle des Gateway Administrators (GWA) zugeordnet. Offene Fragen sind noch, wer das zukünftige Gateway operativ administriert, wie sich die bestehende Prozess- und IT-Landschaft hinsichtlich neuer und veränderter Prozesse gestalten wird und wie die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sein werden.
 
Mit den Aufgaben des GWA für den Messstellenbetreiber geht ein neues Rollenverständnis einher, welches von der reinen Zählerverwaltung weg und hin zu einer Funktion als Datendrehscheibe für Andere mit erweiterten IKT-Aufgaben führt.
 
Transformation innerhalb der Marktrollen
 
Im erweiterten Rollenmodell werden den Marktrollen Funktionen und Aufgaben neu zugeordnet, wodurch die IT- und Prozesslandschaften geändert werden müssen. Abhängig davon, wie man die Tätigkeiten strategisch ordnet, entstehen hier unterschiedliche Ziellandschaften. Übernimmt der Verteilnetzbetreiber als grundzuständiger MSB/MDL die Rolle des Gateway Administrators vollumfänglich oder kommt ein Dienstleister zum Einsatz? Vor der Entscheidungsfindung ist es wichtig, den Transformationsumfang zu kennen, um Kosten und Aufwand für das eigene Unternehmen zu bewerten. Folgende Beispiele verdeutlichen die Auswirkungen auf die Rollen:
 
  • MSB: Beim reinen Messstellenbetrieb ändern sich absehbar Arbeitsabläufe vor Ort und dabei vor allem der Automatisierungsgrad der bisherigen Tätigkeiten. So werden Zähler zukünftig nicht mehr „nur“ gewechselt, sondern es muss prozessual eine Einbindung ins Messsystem durchgeführt werden. Dies führt zu einer automatischen Anmeldung der Geräte im Gerätemanagement. Dieser Beispielprozess existiert heute noch nicht, wird jedoch durch den Verordnungsgeber noch ausformuliert werden.
 
  • MDL: Je höher der Automatisierungsgrad der Messdienstleistung wird, umso mehr verringern sich die manuellen Aktivitäten rund um das Thema Ablesung. Eine große Veränderung vollzieht sich im Bereich der Zählerfernauslesung. Messsysteme mit einem Kommunikationsmodul im Gateway sind so ausgestaltet, dass sie ihre Daten zyklisch an eine eingegebene Empfängeradresse verschicken. So muss der MDL zukünftig ein sogenanntes Head-End-System (HES) für den Empfang bereithalten, das den sicherheitstechnischen Vorgaben entspricht. In diesem System soll künftig auch die Plausibilisierung der Messwerte erfolgen.
 
  • VNB: Eine Erweiterung des Energiedatenmanagements (EDM) auf ein Messdatenmanagement (MDM) ist bei vielen Verteilnetzbetreibern bereits in Planung, bei einigen sogar schon in Umsetzung. Hierin werden, je nach Ausprägung, Energiedaten, Gerätedaten und diverse, bisher verteilte Aufgaben konzentriert. Bei vielen VNB wird sich künftig das MDM als führendes IT-System ausprägen.
 
  • Lieferant: Durch mögliche Anforderungen an die Visualisierung von Messwerten entstehen bei Lieferanten in der Zukunft Potenziale für Mehrwertangebote. Die Umsetzung kann auf mehreren Wegen erfolgen. Eine gangbare Lösung ist die Bereitstellung der Werte über ein Webportal. Dieses ließe sich auch in die bestehenden Internetauftritte einbinden und marketingseitig nutzen.
 
Dies sind nur einige Beispiele für Themen, die sich in den Marktrollen verändern werden. Um sich als Unternehmen diesen Herausforderungen stellen zu können, muss der Aufwand für die einzelnen Handlungsfelder abgeschätzt werden. Dabei können ergänzend auch noch mögliche Dienstleister mit eingebunden werden. So lassen sich viele Aufgaben innerhalb einer Marktrolle im ersten Schritt durch Cloud-Lösungen oder durch die Einbindung von Fremdfirmen bewältigen. Die dadurch entstehenden Schnittstellen müssen dann wiederum in der eigenen IT- und Prozesslandschaft abgebildet werden.
 
Anpassung der regulatorischen Prozesse
 
Einhergehend mit der neuen Infrastruktur wird es von verschiedenen Seiten Vorgaben für umzusetzende Prozesse geben. So sind in der aktuellen Version der technischen Richtlinie TR03109 bereits einige Prozesse rund um die Inbetriebnahme und die Messung mit dem Gateway formuliert worden. Angepasst werden müssen auch die Marktkommunikations- und Geschäftsprozesse (GPKE/GeLiGas/WiM/MaBiS) und die Datenaustauschformate. Diese Anforderungen müssen bei der Definition der eigenen Ziellandschaft ebenfalls beachtet werden.

 
Aufgaben und Beteiligte an der künftigen IT- und Prozesslandschaft müssen gut geplant werden Bild: Process Management Consulting


 
Um bei den anstehenden Veränderungen den Überblick zu behalten, ist es hilfreich, eine System-Prozess-Matrix aufzubauen. Diese beschreibt den Transformationsbedarf und betrachtet den Anpassungsbedarf für jede Marktrolle. Erfolgt diese Listung getrennt nach Marktrollen, lässt sich danach die Ziellandschaft anhand von verschiedenen Szenarien ausformulieren.
 
Dabei ist für die Unternehmen das Warten auf regulatorische Vorgaben nur bedingt sinnvoll. Wenn man als Marktteilnehmer den Status Quo soweit erkannt und die wichtigen strategischen Ziele formuliert hat, fehlt nur noch das politische Startsignal. Ansonsten ist jetzt der Zeitpunkt für diejenigen Unternehmen, die noch nicht mit der Zielformulierung begonnen haben.
 
*Reinhard Höfer, Jens Nagel, Process Management Consulting GmbH, München

 
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Dienstag, 15.04.2014, 09:10 Uhr