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Enerige & Management > Hintergrund - Smart Metering und Smart Submetering wachsen zusammen
Bild: EnBW
HINTERGRUND:
Smart Metering und Smart Submetering wachsen zusammen
Die Energiewirtschaft beschäftigt sich seit Jahren mit intelligenten Stromzählern, den Smart Metern. Was bisher seltener diskutiert wurde, aber für Versorger viel Potenzial bietet, ist ein spartenübergreifender Metering-Ansatz; Reinhard Höfer und Michael Schulze* erläutern diesen.
 
Für den Endkunden bieten die Energiearten Wärme und Kälte oft ein sehr viel höheres Einsparpotenzial als Strom. Energieversorger können helfen, diese Potenziale mit moderner Messtechnik zu erschließen. Die Anbindung der genannten Energiearten an die immer noch auszuformulierenden Strukturen des Smart Metering wird unter den Begriff Smart Submetering zusammengefasst.

Bisher wirken die gesetzlichen Vorgaben zur Liberalisierung der Energiemärkte vor allem auf die Bereiche Strom und Gas. Beschäftigt sich ein Mehrspartenunternehmen bei einer Neuorganisation oder strukturellen Veränderung jedoch nur mit diesen beiden Sparten, würden andere Versorgungsbereiche wie Wärme und Wasser schnell in veralteten Strukturen koexistieren und mögliche Einsparpotenziale nicht ausgeschöpft.
So haben sich die gesetzlichen Vorgaben der vergangenen Jahre im Bereich der Energieeffizienz umfangreich mit dem Thema Wärmebedarf und dessen Einsparmöglichkeiten beschäftigt.

Förderprogramme für die energetische Gebäudesanierung sollen Energieeffizienz steigern und zum Erreichen der nationalen CO2-Ziele beitragen. Für jeden Einzelnen heißt eine energieeffiziente Wohnung, dass man immer weiter steigenden Energiekosten mit weniger Verbrauch entgegenwirken kann. Da in einem Altbau die Kosten für die Heizung inzwischen annähernd drei Viertel der Gesamtenergiekosten ausmachen können, ist hier ein großes Einsparpotenzial zu finden.

Wie man die Sparten zusammenbekommt

Bei Neubauten und nach einer umfangreichen Modernisierungsmaßnahme werden bei größeren Wohnkomplexen mittlerweile immer mehr Zähler installiert, die den Energieverbrauch je Wohneinheit in überschaubaren Zeitrastern transparent machen. Die bekannten Dienstleister für die Wohnungswirtschaft, die sich seit Jahren mit der Ablesung von Wärmemessgeräten beschäftigen, nehmen diese Entwicklung auf und treiben sie voran. Das große prozessuale Know-how für die Nebenkostenabrechnung als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft wird dabei mit den technischen Vorteilen der Smart-Meter-Entwicklung verbunden. Hier ist der Schritt, die Bereiche Wärme/Kälte mit Strom und Gas sowohl bei der Auslesung und der Datenverarbeitung wie auch bei der Rechnungsstellung miteinander zu verbinden, nicht groß. So entsteht eine Erweiterung der Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft oder andere Kundengruppen.


Grafik: Process Management Consulting

Für Energieversorger stellt sich deshalb die Frage, inwiefern es sinnvoll ist, die Haushalte im Rahmen eines Smart-Meter-Rollouts nicht auch mit smarten Submetern auszustatten. Hier bietet sich die neue Architektur für die Messsysteme, deren zentrale Einheit ein Gateway für die Datenkommunikation bildet, an. Für einen einheitlichen Ansatz muss die Kommunikation der Submeter ebenfalls über diese zentrale Einheit laufen. Prozessual und organisatorisch ergeben sich dadurch für Energieversorger positive Synergien. Denn durch den einheitlichen Datenflusskanal über das Gateway müssen im Unternehmen nicht zwei Systeme zur Messwerterfassung parallel gepflegt und aufrechterhalten werden.

Die Abwicklung der einzelnen Energiesparten wächst dadurch beim EVU enger zusammen. Es ist daher naheliegend, auch Vertriebsprodukte zu schaffen, die alles aus einer Hand anbieten. Dadurch könnten Energieversorger jedoch in direkten Wettbewerb zu ihren derzeitigen Dienstleistern treten. Andererseits könnten diese ihr Angebot erweitern und die komplette Energiedatenerfassung dienstleistend übernehmen. Hierbei entstehen strategische Fragen nach dem Out- oder Insourcing von Aufgaben in diesem Bereich.

Energetischer Gesamtunternehmer als Dienstleister

Durch die Einführung smarter Zählvorrichtungen fungiert die heute bestehende Marktrolle des Messstellenbetreibers oder Messdienstleisters immer mehr als Dienstleister des Lieferanten. Durch klare zeitnahe Abrechnungen können je nach Kundengruppe weitere Services angeboten werden: Lastvariable Tarife können zu einer effizienteren Netznutzung führen und energetische Einsparungen beim Verbraucher begünstigen. Neben den reinen Abrechnungsservices und der Energiebereitstellung eröffnen sich ebenfalls neue Geschäftsmodelle in Kombination mit dem Einsatz tarifgesteuerter Verbrauchsgüter.

Auch die Dienstleistung des energetischen Gesamtunternehmers kann gerade für Immobilienfirmen und Investorengruppen, die in Wohneinheiten investiert haben, von Interesse sein. Hierbei können beispielsweise der Betrieb eines Blockheizkraftwerkes oder die Energieverbrauchsoptimierung und -abrechnung an ein EVU oder einen Contractor ausgelagert werden. Diese können durch den Einsatz von Smart Metern für Strom, Gas und Wärme eine energetisch ideale Steuerung des BHKW vornehmen und im Rahmen der Abrechnung für einzelne Wohneinheiten eine zeitnahe Energieberatung durchführen.

Um die neuen technischen Möglichkeiten nutzen zu können, die in der linken Hälfte der Grafik dargestellt sind, müssen sich Energieversorger jedoch auf höhere Kosten für die Wartung von smarten (Sub-)Metern durch qualifizierte Servicetechniker einstellen. Die für neue Geschäftsfelder benötige erhöhte Datenbasis erfordert eine Anpassung der IT-Landschaft an das größere Aufkommen von Energiedaten und deren Management. Wegen kürzerer Abrechnungsperioden müssen hierbei auch die Prozesse angepasst werden, wodurch Mehrkosten entstehen können. Im Abrechnungsbereich jedoch werden durch einen höheren Automatisierungsgrad und einen spartenübergreifenden Ansatz wiederum Kosten eingespart.

Die hohen Kosten, die Wärme- und Kälteversorgung bei einigen Kundengruppen verursacht, bieten ein großes Einsparungspotenzial, das durch den Einsatz von smarten Submetern erkannt werden kann. Smart Submetering ermöglicht die organisatorische Zusammenlegung der Abwicklung verschiedener Energiesparten im EVU, wodurch redundante Strukturen abgeschafft und Synergieeffekte genutzt werden. Energieversorger sollten ihr Engagement innerhalb der smarten Themen deshalb um diesen Bereich erweitern, der außerdem einige Potenziale für neue Geschäftsfelder schafft.

* Reinhard Höfer und Michael Schulze, Process Management Consulting, Köln

 
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Dienstag, 26.03.2013, 10:29 Uhr