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Enerige & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Hannover stärken sich erneuerbar
Bild: Enercity
STADTWERKE:
Stadtwerke Hannover stärken sich erneuerbar
Die Stadtwerke Hannover begeben sich mit einem gutem Halbjahresergebnis auf Expansionskurs.
 
Die Stadtwerke Hannover (enercity) werden immer grüner und treiben ihren Unternehmensumbau rasant voran: Durch den Kauf des Windprojektierers Ventotec wollen sie eine führende Rolle auf dem deutschen Onshore-Windmarkt übernehmen und durch den Verkauf des Kohlekraftwerks Mehrum teuren Ballast abwerfen. Das Zielvorgabe lautet, bis 2030 den Erneuerbaren-Anteil im Stromportfolio auf 50 Prozent zu erhöhen.

Die Halbjahresbilanz des Unternehmens für das laufende Jahr verzeichnet eine Ergebnissteigerung von 54,6 Prozent nach Steuern. „Wir sind mit unserer Strategie wesentliche Schritte vorangekommen“, berichtete Vorstandschefin Susanna Zapreva bei der Vorstellung der Zahlen in Hannover. So gebe es eine stabile Quartalsentwicklung bei den Absatzmengen im Konzessionsgebiet. Beim Energiehandel gebe es gute Zuwächse über alle Sparten, 8,8 Prozent bei Strom, 21,7 Prozent bei Gas und 12,4 Prozent bei Wärme.

Die Stromerzeugung in den eigenen Kraftwerken lag im ersten Halbjahr 2017 mit einem Plus von 11,7 Prozent bei insgesamt 2,899 Mrd. kWh. Der Stromanteil aus Erneuerbaren beträgt dabei 15,8 Prozent. Bei der Wärmeerzeugung wird ein Plus von 16,7 Prozent auf 1,892 Mrd. kWh verzeichnet.

„Wir hatten ein ausgezeichnetes erstes Halbjahr trotz stark gestiegener Kohlepreise“, erklärte Vorstandsmitglied Marc Hansmann, der im April vom Amt des städtischen Kämmerers zu den Stadtwerken gewechselt war. Er rechnet für 2017 mit einem Ergebnis von 80 Mio. Euro, was dem Vorjahresniveau entspricht. Zu Jahresmitte lag der Gewinn nach Steuern bei knapp 90 Mio. Euro was einen Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Mehr Strom aus Windkraft und Photovoltaik

Der Verkauf des Kohlekraftwerks Mehrum, das noch mit 40 Mio. Euro in den Büchern steht, an die tschechische EPH-Gruppe dürfte da ein Befreiungsschlag sein. Der Kaufvertrag soll Mitte September unterschrieben werden. Schon im Oktober könnte Mehrum einen neuen Eigentümer haben, erklärte Zapreva. Lediglich die Kartellbehörde muss dem Deal noch zustimmen. Die 120 Mitarbeiter würden mit allen Rechten übernommen. Zum Verkaufspreis machten die drei Beteiligten, die Stadtwerke Hannover und BS Energy als bisherige Eigentümer sowie die EPH als Käufer, keine Angaben.

EPH-Vorstand Jan Springl erklärte: „Die Übernahme des Kraftwerkes Mehrum ist ein wesentlicher Teil unserer langfristigen Unternehmensstrategie, unser bestehendes Erzeugungsportfolio in Deutschland zu diversifizieren.“ Das von Braunkohle als Primärenergieträger dominierte Portfolio werde mit Mehrum um Steinkohle strategisch ergänzt.
 
Mit dem Kauf des Windparkprojektierers Ventotec GmbH wollen die Stadtwerke zum Top-Player im Windenergiegeschäft aufsteigen. Die Ventotec GmbH ist seit 20 Jahren im Windmarkt tätig. Durch den Kauf steigert der kommunale Versorger seine Windkraftleistung von 100 MW auf 320 MW. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Dem Vernehmen nach dürfte es sich aber um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Der Kaufpreis soll laut Zapreva sowohl aus Eigenmitteln wie auch über günstige Kredite finanziert werden. Der Kauf werde sich sehr bald amortisieren.
 
Das erste Bürgerkraftwerk der Stadtwerke Hannover war binnen weniger Tage komplett verkauft − 214 Interessenten haben Anteile erworben und sich eine Rendite von bis zu 2,15 Prozent gesichert. Die damit realisierte Photovoltaikanlage am Standort Herrenhausen auf dem Dach der neuen Batteriespeicher-Halle ist seit dem 26. Juni in Betrieb. Die 952 PV-Module mit einer Gesamtleistung von rund 270 kW sollen 240 000 kWh Strom jährlich produzieren.

Auch die Kooperation mit den hannoverschen Verkehrsbetrieben Üstra hat in den ersten beiden Wochen nach Einführung schon mehr als 100 Hannoveraner überzeugt. Neu- und Bestandskunden der Stadtwerke erhalten zehn Prozent Rabatt auf Stadtwerkeprodukte, wenn sie eine Mobilcard (Monatskarte im Abo) der Üstra kaufen. Auch diese Kooperation soll ausgeweitet werden.

 
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Freitag, 01.09.2017, 14:01 Uhr