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STROM:
Streit um Strompreiserhöhungen
Auf breiter Front erhöhen die deutschen Versorger ihre Strompreise zum Jahreswechsel und berufen sich dabei auf die gestiegenen Belastungen durch die EEG-Umlage. Kritik gibt es dafür von Seiten der Politik und von Verbraucherverbänden.
 
Egal ob Eon, RWE, Stadtwerke Kassel oder Lichtblick: Zum 1. Januar 2013 heben die deutschen Stromversorger ihre Tarife um durchschnittlich 12 % an. Nach Angaben der Internet-Vergleichsportale Verivox, Check24 und Toptarif haben mehr als 600 der rund 1 100 deutschen Versorger höhere Preise angekündigt, betroffen sind damit etwa 30 Mio. Haushalte. Bei einem Jahresverbrauch von 4 000 kWh muss ein Haushalt demnach künftig rund 120 Euro mehr bezahlen, so die Vergleichsportale.

Eine Mehrbelastung von durchschnittlich 13 % oder 140 Euro pro Jahr hat dagegen der Bund der Energieverbraucher e.V. errechnet und spricht von einer "unverschämten Strompreiserhöhung". Den durchschnittlichen heutigen Strompreis der Haushalte setzt der Verbraucherverband dabei auf 27 Ct/kWh an,  dieser steigt durch die jetzt angekündigten Preiserhöhungen um 3,5 Cent an. Dem gegenüber stellt der Verband die staatlichen Mehrbelastungen von 3,3 Cent, die von den Versorgern als Grund für die steigenden Tarife genannt werden: Die EEG-Umlage steigt zum Jahresanfang um 1,7 Cent, die Netzentgelte erhöhen sich um rund 0,5 Cent, die KWK-Umlage nimmt um 0,17 Cent zu, die Industriebefreiungen von den Netzentgelten (§ 19 NetzeV) machen 0,2 Cent aus und die Offshore-Haftungsregelung 0,25 Cent. In der Summe sind das 2,82 Cent Erhöhung, dazu kommt noch die Mehrwertsteuer.

Gleichzeitig weist der der Bund der Energieverbraucher darauf hin, dass die Beschaffungskosten für die Stromversorger gesunken sind. Als Beleg dient ein Kurzgutachten des Energieexperten Gunnar Harms im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Dem Gutachten nach sind die Strompreise an der Leipziger Börse EEX im vergangenen Jahr je nach Marktsegment um 10 bis 20 % gesunken. Aktuell müsste der Strompreis 2 Ct/kWh niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der vergangenen Jahre an die Verbraucher weitergegeben hätten. Dementsprechend bezahlen die Haushalten in diesem Jahr rund 3 Mrd. Euro zu viel für ihren Strom, lautet das Fazit des Gutachtens, das unter http://www.energieverbraucher.de/files_db/1353571314_3501__12.pdf    abgerufen werden kann.

Allerdings weisen viele Stromversorger darauf hin, dass gerade für Haushaltskunden der Strom größtenteils in langfristigen Termingeschäften beschafft wird, deren Preise weit weniger gesunken sind als am Spotmarkt.

Schwarzer Peter für Politik oder Versorger?

Als "teilweise ungerechtfertigt" kritisierte Bundesumweltminister Peter Altmaier die geplanten Strompreiserhöhungen. Die höheren Tarife seien "schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind", sagte der Minister laut Agenturmeldungen. Altmaier forderte deshalb von den Stromversorgern mehr Transparenz bei der Preisbildung. Gleichzeitig bekräftigte Altmaier sein Vorhaben, das EEG zu reformieren. "Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, dass es in den Folgejahren nicht zu immer weiteren starken Strompreiserhöhungen kommt und müssen uns daher Gedanken machen über ein verlässliches Ausbautempo und eine Degression der Einspeisevergütungen" so Altmaier.

Um Transparenz bemüht zeigte sich bereits Mitte November der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): In einer Aussendung teilte der Verband mit, dass die Gesamtbelastung der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis im Jahr 2013 auf über 30 Mrd. Euro ansteigen wird. Den BDEW-Angaben nach wird damit ein neuer Rekordwert erreicht. Im laufenden Jahr sieht der Verband die Staatslasten am Strompreis bei rund 23,8 Mrd. Euro. Im Durchschnitt entfallen 32 % am Strompreis für private Haushalte auf den Großhandel sowie Service und Vertrieb, der Anteil von Steuern und Abgaben liegt bei 45 %. Netzentgelte machen durchschnittlich etwa 23 % am Strompreis aus, so der Verband.

"Mit zunehmenden regulatorischen Eingriffen des Staates wird der durch die Unternehmen direkt beeinflussbare Teil am Strompreis weiter sinken. Dies ist für den Wettbewerb nicht förderlich", kommentierte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die Zahlen.

Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht den Grund für die steigenden Strompreise bei den staatlichen Belastungen. "Die Politik übt in einem wettbewerblich organisierten Markt Druck auf die Preisgestaltung von Energieversorgern aus, obwohl sie doch selbst für dessen Rahmenbedingungen und die steigende EEG-Umlage verantwortlich ist", erklärte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Dem Verband nach beträgt der Strompreis-Anteil, den die Unternehmen noch selbst beeinflussen können, lediglich 33 %.

 
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Donnerstag, 22.11.2012, 12:05 Uhr