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Enerige & Management > E-World - Strommarktgesetz muss auf Wettbewerb und Markt setzen
Bild: Kai Eckert
E-WORLD:
Strommarktgesetz muss auf Wettbewerb und Markt setzen
Das deutsche Strommarktgesetz wird von Marktteilnehmern begrüßt, allerdings warnen sie vor einer Marktspaltung mit verschiedenen Preiszonen.
 
Ein klares Bekenntnis zu den Marktmechanismen, zum Wettbewerb und zu einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit ist der Schlüssel für den Strommarkt der Zukunft. Zu diesem Ergebnis kamen Experten aus Wirtschaft und Politik auf einer von den Energiebörsen EEX und Epex Spot durchgeführten Podiumsdiskussion auf der E-World in Essen.

Mit ihrem Gesetzesentwurf zum künftigen Strommarktdesign habe sich die Bundesregierung für eine Optimierung und Weiterentwicklung hin zu einem „Strommarkt 2.0“ ausgesprochen. Dieser biete Innovationen für die Umsetzung der Energiewende, erklärte Kathrin Thomaschki vom Bundeswirtschaftsministerium. Dazu setzt sie auf stärkere Marktmechanismen, die trotz volatiler Märkte eine freie Preisbildung und Bilanzkreistreue gewährleisten. Zudem sei mehr Transparenz erforderlich, um eine flexible und effiziente Stromversorgung zu garantieren, so die Leiterin des Referats Versorgungssicherheit und Stromgroßhandel. „All das benötigt liquide, europäisch gekoppelte transparente und funktionsfähige Stromhandelsmärkte“, sagte Thomaschki. Der Gesetzentwurf zeige das Vertrauen der Politik in die Funktionsfähigkeit und Innovationskraft des Marktes, um im Wettbewerb die besten Lösungen für die Energiewende zu erreichen, unterstrich auch Wolfram Vogel von der Epex Spot. Für Tobias Paulun, Strategievorstand der Leipziger EEX, ist „das Preissignal der Börsen [...] das A und O eines funktionsfähigen Strommarkts und die Grundlage für sämtliche Entscheidungen der Marktakteure, sowohl kurzfristig für die Steuerung von Produktion und Verbrauch als auch langfristig für Investitionen“. Eine Argumentation, die auch Hartmuth Fenn von Vattenfall Energy Trading unterstützt. Auch er sieht einen generellen Trend hin zu Börsenprodukten mit garantierter Abwicklung. Allerdings bleibt für Fenn auch der OTC-Handel für den Strommarkt existenziell wichtig.

Europäischen Ansatz nicht vernachlässigen

Neben dem nationalen Strommarktdesign sei auch eine Auseinandersetzung mit den Regelungen auf europäischer Ebene wichtig, unterstrichen die Diskussionsteilnehmer. Sowohl EEX als auch Epex Spot befürworten vor diesem Hintergrund einen europäischen Ansatz, weil dieser bei der Integration erneuerbarer Energien eine höhere Flexibilität und damit auch eine höhere Versorgungssicherheit ermögliche. Als Beispiel wurde der grenzüberschreitende Handel zwischen Deutschland und Österreich genannt, der als gemeinsame Preiszone ein aussagefähiges Preissignal und die nötige Liquidität liefere. „Bei der Entwicklung eines Strommarktes 2.0 muss die Devise gelten, die Energiemärkte weiter zu integrieren und zu erweitern, anstatt sie zu spalten“, so Paulun vor Pressevertretern in Essen. Auch Vattenfall-Händler Fenn befürchtet im Falle einer Markttrennung negative Auswirkungen auf die Liquidität.

Die von der Politik geforderte zusätzliche Transparenzplattform sehen die Marktteilnehmer hingegen skeptisch. Ein solcher Schritt bürge immer die Gefahr einer möglichen zusätzlichen Regulierung durch die Hintertür, so die einhellige Meinung. Zudem habe die EEX gemeinsam mit den Netzbetreibern ja bereits eine Transparenzplattform aufgebaut und melde diese Daten auch an die Transparenzstelle der europäischen Netzbetreiber Entso-E. Wenn eine zusätzliche Transparenzstelle eingeführt werde, dann solle der Aufwand dafür so gering wie möglich sein. Marktpraktiker Fenn kann sich die EEX dabei in einer neuen Rolle vorstellen: „Wir sollten die EEX als Service-Provider für Datenlieferungen nutzen und weitere zusätzliche Datenlieferungen vermeiden.“ Über das Strommarktgesetz wird der Bundestag am 24. Februar in Berlin beraten.

 
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Dienstag, 16.02.2016, 15:47 Uhr