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Enerige & Management > Stadtwerke - Thiel: "Die Stadtwerke wollen die Hoheit über die Daten" 
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Thiel: "Die Stadtwerke wollen die Hoheit über die Daten" 
Die Stadtwerkekooperation KOS hat sich von einer Einkaufsgemeinschaft zu einem Datenmanager entwickelt 
 
Die KOS Energie GmbH mit Sitz am Flughafen München ist eine Kooperation von zwölf mittelständischen Stadtwerken aus dem südbayerischen Raum. Zentrale Geschäftsfelder sind die Strom- und Gasbeschaffung, das Energiedatenmanagement sowie energienahe Dienstleistungen. Das Unternehmen sieht sich als „verlängerte Werkbank“ für ihre Mitglieder.

Über Synergieeffekte soll die Wirtschaftlichkeit und damit die Unabhängigkeit der kommunalen Partner gestärkt werden. E&M sprach mit KOS-Geschäftsführer Achim Thiel über die künftigen Herausforderungen der Kooperation.

E&M: Herr Thiel, die KOS ist 1999 als Einkaufsgemeinschaft gestartet, hat ihr Portfolio aber sukzessive erweitert. Wie wichtig ist die Strom- und Gasbeschaffung heute noch für die Mitglieder?

Thiel: Die Energiebeschaffung ist für uns auch heute noch von zentraler Bedeutung. Zwar entwickelt sich das Geschäftsmodell der Stadtwerke weg von der reinen Energielieferung hin zu mehr Systemdienstleistungen. Dennoch bin ich überzeugt, dass der Zugang zum Großhandelsmarkt − insbesondere im kurzfristigen Bereich, also Day Ahead und Intraday − ein entscheidender Faktor für die künftige Energieversorgung sein wird. Bei der Entstehung von neuen Marktplätzen wie Community-Strom oder Peer-to-Peer-Handel ist das energiewirtschaftliche Know-how im Bereich Energiehandel, Direktvermarktung und Bilanzierung notwendiger denn je. Aus unserer Sicht schließt sich hier ein Kreis zwischen den Themen Energiehandel, Zugang zum Großhandelsmarkt und der Energiedatenerfassung.
 
Achim Thiel ist Geschäftsführer der Stadtwerkeplattform KOS
Bild: KOS

E&M: Die KOS betreibt ein Meter-Data-Management-System. Was machen Sie mit dem MDM genau?

Thiel: Wie betreiben unser MDM schon seit über 15 Jahren. Mit dem Energie-Daten-Management-System nehmen wir die kundenspezifischen Lastflüsse auf und verarbeiten diese gemäß den MaBiS-Regeln zur Strombilanzierung. Wir haben dafür unser klassisches System mit Zählerfernauslesung, aber auch ein modernes System für die neue digitale Smart-Meter-Welt. Wobei da schon ein großer Sprung zwischen den beiden Systemen ist. Die gesetzlichen Anforderungen in puncto Sicherheit liegen bei der Gateway-Administration auf einem ganz anderen Niveau.

E&M: Warum bietet die KOS die Smart-Meter-Gateway-Administration an?

Thiel: Die Partnerstadtwerke wollen die Hände auf den Daten haben. Die Datenhoheit ist unseren Gesellschaftern wichtig. Wir unterstützen die Stadtwerke daher bei der Umsetzung des intelligenten Messstellenbetriebs. Die erforderliche Infrastruktur haben wir eingeführt und stellen sie den Stadtwerken zur Verfügung. Der ganze Bereich Messen, Analysieren und Steuern − auch von kleinen Verbrauchseinheiten − eröffnet neue Möglichkeiten für neue Produkte wie Community-Strom und Flexibilität, aber auch für Erneuerbare-Anlagen, die aus der EEG-Förderung herausfallen.

E&M: Welche Leistungen erbringt die KOS selbst, welche kauft sie ein?

Thiel: Die Stadtwerke der KOS haben sich genau überlegt, welche Leistungen extern vergeben werden und was auf Kooperationsebene Sinn macht. Wir bei der KOS stellen die Infrastruktur auf Kooperationsebene zur Verfügung. Die Zertifikateverwaltung für die Zähler macht beispielsweise ein Dienstleister. Auch das Rechenzentrum wird extern betrieben. Dort, wo die Zählerdaten landen, das betreuen wir selber im Haus. Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die Datenerfassung von uns oder den Stadtwerken organisiert wird. Wir sind der Meinung, dass die Kenntnis der Daten die Voraussetzung für neue Angebote und Produkte ist. Derzeit entwickeln wir mit unseren Stadtwerken neue Produkte für Endkunden mit dem Fokus Eigenversorgung.

 
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