• Strom, CO2 und Gas notieren fester
  • Hermann Albers weiterhin BWE-Präsident
  • Vollmundige Versprechen ohne Taten
  • Kritik an Berliner Vorschrift für Kartenlesegeräte an Ladestationen
  • Uniper Q1: Höhere Prognose angekündigt
  • Energiebranche soll Hauptlast der neuen Klimaschutzziele tragen
  • Software-Tool errechnet Wechselwirkungen
  • Merkel ruft zu weltweitem Emissionshandelssystem auf
  • Millionenförderung für Mittelstandsprojekt
  • Supercomputer kühlt sich selbst mit Wärme
Enerige & Management > Kernkraft - Trotz leichten Leistungsanstiegs Stagnation bei Atomenergie
Bild: Fotolia.com, Thorsten Schier
KERNKRAFT:
Trotz leichten Leistungsanstiegs Stagnation bei Atomenergie
Die weltweit installierte Atomkraft-Leistung ist laut dem neuesten World Nuclear Industry Status Report im Jahr 2015 um 3,3 % gestiegen. Dies geht vor allem auf das Konto Chinas.
 
Der von einem internationalen Autorenteam unter Federführung von Mycle Schneider und Antony Froggatt erstellte World Nuclear Industry Status Report 2016 wurde am 13. Juli in Tokio vorgestellt. Er gibt wie in den Vorjahren einen Überblick über bestehende, in Bau befindliche wie auch geschlossene Kernkraftwerke, die nukleare Stromproduktion sowie den Finanzstatus der größten Player in diesem Sektor. Der Bericht enthält zudem einen „Tchernobyl Status Report“ und einen „Fukushima Status Report“.

In 31 Ländern wird demnach Kernkraft genutzt, insgesamt sind weltweit 348 GW installiert und damit liegt die Leistung trotz des leichten Anstiegs um 3,3 % auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2000. Dies sei auf die Schließung von Anlagen wie auch auf die Verschiebungen beim KKW-Neubau zurückzuführen. Selbst in China sind zehn von 21 Neubauprojekten ausgesetzt. Die Stromproduktion in Kernkraftwerken weltweit wuchs im vergangenen Jahr um 1,3 % auf 2 441 TWh, was „gänzlich“ darauf zurückzuführen sei, dass die Produktion in China um 30 % zulegte. Der Anteil des Atomstroms an der weltweiten Stromproduktion liegt global seit vier Jahren bei 10,7 % (1996: 17,6 %), beim Primärenergieverbrauch stellt Atomstrom seit 2014 stabil 4,4 %.

Neubau weiterhin rückläufig

Im vergangenen Jahr gingen zehn Reaktoren neu ans Netz, davon acht in China, einer in Russland und einer in Südkorea. Bei allen startete der Bau vor dem Super-Gau von Fukushima. Weltweit wurde mit dem Bau acht neuer Projekte begonnen, auch hier hat China mit sechs Anlagen den Löwenanteil. Die Zahl der insgesamt in Bau befindlichen Reaktoren ging im dritten Jahr in Folge zurück, von 67 Ende 2013 auf 58 Reaktoren Mitte 2016. Während China für seine sechs Projekte laut den Angaben 18 Mrd. US-Dollar investiert, lagen die Investitionen für Erneuerbaren-Anlagen im Reich der Mitte 2015 bei 100 Mrd. US-Dollar. Außer den Vereinigten Arabischen Emiraten und Weißrussland hätten „alle potenziellen Newcomer-Länder“, darunter Chile, Neubau-Entscheidungen verschoben, heißt es weiter. Indonesien habe seine Neubau-Pläne ganz aufgegeben.

Vorzeitige Schließungen von KKW gab es 2015 in der Folge von Fukushima in Japan, außerdem in Taiwan und den USA. Dort wurden Laufzeitverlängerungen auf 60 Jahre für 81 von 100 Reaktoren gewährt, für die KKW in Frankreich und Belgien vorerst für 10 Jahre. Selbst unter Berücksichtigung des aktuellen Neubaus müssten zwischen 2020 und 2030 weltweit 187 Reaktoren (175 GW) ersetzt werden. Das dies tatsächlich erfolgt, scheint angesichts der relativ wenigen in der vergangenen Dekade realisierten KKW-Neubauten unwahrscheinlich.

Finanzprobleme der großen Player

Der Statusreport verweist auch auf die prekäre Finanzsituation der großen Player der Nuklearindustrie: So seien in Europa die Ratings von EdF, Engie, Eon, RWE, Vattenfall, TVO und CEZ im vergangenen Jahr herabgestuft worden. Alle EVU verzeichneten massive Verluste, der Atomkonzern Areva sei praktisch pleite. Auch die chinesische CGN habe 60 % ihres Wertes verloren, ebenso wie Exelon, der größte Betreiber in den USA (seit 2014). Einzige Ausnahme ist die koreanische KEPCO.

Nach dem 30 Jahre zurückliegenden Super-Gau in Tschernobyl, der 40 % der europäischen Landmasse kontaminierte, leben laut dem Bericht immer noch 6 Mio. Menschen in stark verstrahlten Gebieten. In den kommenden 50 Jahren würden daher neben anderen Gesundheitsproblemen 40 000 neue Krebserkrankungen erwartet. Infolge der Reaktorkatastrophe von Fukushima können über 100 000 Menschen nicht in die Region zurückkehren.

Der World Nuclear Industry Status Report 2016 findet sich unter www.worldnuclearreport.org  

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 14.07.2016, 13:26 Uhr