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Enerige & Management > Kernkraft - Tschechisches Kernkraftwerk vor der Erweiterung
Bild: Fotolia.com, Thorsten Schier
KERNKRAFT:
Tschechisches Kernkraftwerk vor der Erweiterung
Für das Kraftwerk Dukovany wird über eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren diskutiert.
 
Ein Ausbau des tschechischen Kernkraftwerkes Dukovany könnte nach Schätzungen des nationalen Amtes für Reaktorsicherheit umgerechnet knapp 8 Mrd. Euro kosten. Auf 5,8 bis 7,7 Mrd. Euro beziffert Dana Drabova, die Leiterin der Behörde, das Investitionsvolumen für die Errichtung eines weiteren Reaktors.

Nach ihren Angaben haben sich sechs internationale Konzerne um die Erweiterung von Dukovany beworben: die russische Rosatom, der amerikanisch-japanische Westinghouse-Konzern, die südkoreanische KHNP, CNG aus China sowie EDP aus Frankreich. Das Interesse eines weiteren Unternehmens müsse noch vertraulich behandelt werden.

Drabova selbst schließt aus, dass Rosatom oder CNG den Zuschlag bekommen. Die Russen hielten sich nicht an Zeitvorgaben, bei den Chinesen wiederum gebe es offene Fragen zur Einhaltung der Menschenrechte. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hingegen wirbt für eine Zusammenarbeit mit Rosatom. Nach einhelliger Einschätzung tschechischer Medien haben die Russen deshalb die besten Chancen vor den Konkurrenten aus Korea, den USA und Frankreich.

Im Jahr 2017 wurden in Dukovany, das 1985 ans Netz gegangen ist, knapp 12 Mrd. kWh Strom erzeugt und damit etwa 20 % des tschechischen Stromverbrauchs gedeckt. Die beiden tschechischen Kernkraftwerke Dukovany und Temelin zusammen sichern derzeit 38 % der inländischen Stromversorgung. Dieser Anteil soll sich nach dem Willen der Regierung mittelfristig deutlich erhöhen.

Die installierte Leistung von Dukovany, das etwa 50 Kilometer westlich von Brünn liegt und mit russischer Reaktortechnik betrieben wird, beträgt 2 000 MW. Wie viele Megawatt durch eine Erweiterung hinzukommen würden, ist noch unklar. Überhaupt seien wesentliche Informationen über das Projekt noch nicht veröffentlicht, wie österreichische Umweltorganisationen kritisieren. So gebe es beispielsweise auch noch keine Informationen über den für den Ausbau infrage kommenden Reaktortyp.

Dukovany sollte eigentlich 2035 abgeschaltet werden. Nun wird jedoch auch über eine Verlängerung der Laufzeit des Kernkraftwerks um zehn Jahre bis 2045 verhandelt. Die Kosten dafür würden sich nach Regierungsangaben auf umgerechnet 773 Mio. Euro belaufen und wären damit geringer als bei einer Erweiterung. Schließlich hätten sich auch geplante Erweiterungen von Reaktoren in der Slowakei und in Finnland zuletzt deutlich verzögert, so Premier Babis laut Medienberichten.

Der Energiekonzern CEZ, der Dukovany betreibt und an dem der tschechische Fiskus zu 70 % beteiligt ist, will die Kosten des Ausbaus nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit dem tschechischen Staat tragen. Denn die Minderheitsaktionäre befürchten einen deutlichen Rückgang der Gewinne, falls CEZ die Erweiterung von Dukovany alleine schultert. Das Unternehmen vermeldete zuletzt einen Rückgang des Reingewinns für die ersten drei Quartale um 45 %.

 
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Freitag, 09.11.2018, 10:35 Uhr