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Enerige & Management > Startklar - Über den Haushaltsmarkt ins B2B-Geschäft
Bild: E&M
STARTKLAR:
Über den Haushaltsmarkt ins B2B-Geschäft
In unserer Rubrik Startklar stellen wir immer wieder Start-ups aus der Energiewirtschaft vor. Dieses Mal: „VoltStorage“ aus München.
 
Vanadium-Redox-Flow ist an sich keine exotische Speichertechnologie mehr. Projekte im Megawatt-Bereich sind in Europa schon in Betrieb. Als Haushaltsspeicher sind Flow-Batterien jedoch noch die große Ausnahme. Michael Peither erklärt, warum: „Die Produktion der Cell Stacks ist eine große Herausforderung und generell die Nichtverfügbarkeit von Komponenten am Markt.“ Deshalb haben er und seine Mitgründer von Volt Storage sich dafür entschieden, selbst als Entwickler tätig zu werden. „Dazu gehört auch das Produktionsverfahren für die Stacks“, so der Elektroingenieur. Mittlerweile ist die eigene automatisierte Lösung international zum Patent angemeldet.

Die Einzelteile für den Zell-Stack kommen von Lieferanten aus der ganzen Welt, aus China, den USA und anderen Ländern, auch aus Deutschland. „Doch zusammengebaut wird er hier bei uns in München – inhouse und das Ganze ab Sommer automatisiert“, so der Gründer.

Grundsätzlich wäre es möglich gewesen, noch stärker auf Unternehmen aus dem europäischen Ausland oder auch aus Deutschland zu setzen. Doch vor allem die Lieferzeiten – nicht einmal die etwas höheren Preise hierzulande – hätten dann den Ausschlag gegeben, sich mehr nach Asien und Amerika zu orientieren. „In China beträgt die Lead Time für Spritzgussteile zwei bis vier Wochen. Hier sind es fünf bis sechs Monate, weil die Fabriken voll ausgelastet sind“, sagt Peither.

Er und seine beiden Mitgründer kennen die Situation in China gut. Sie waren 2017 ein halbes Jahr lang in Shenzhen, dem – wie sie es nennen – „Silicon Valley für Hardware-Firmen“. Dort haben sie ihre Speichertechnologie weiterentwickelt und sich ein Zulieferer-Netzwerk aufgebaut, was sich nun auszahlt. Denn laut Peither ist Volt Storage derzeit das einzige Unternehmen, das die kompakte Variante der Redox-Flow-Batterie entwickelt und in den Markt bringt.

Das Start-up arbeitet an einer Eisen-Redox-Flow-Batterie

Für 2019 ist ein Absatz von 300 Einheiten geplant. Im nächsten Jahr sollen es schon 2 500 bis 3 000 Speicher sein. Produktionstechnisch sind die Jungunternehmer auf die Skalierung vorbereitet. „Wir haben uns die Fertigungspartner entsprechend ausgesucht, dass wir schnell höhere Stückzahlen erreichen können“, sagt Peither.

 
Michael Peither (rechts) und seine Mitgründer Jakob Bitner (Mitte) und Felix Kiefl (links)
Bild: Volt Storage


Im Moment konzentriert er sich mit seinen Kollegen auf die Haushaltskunden. Hier sei der Markteintritt vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen und die Technologie, die Marke und das Unternehmen leichter bekannt zu machen. Von hier aus soll dann der Sprung in das B2B-Geschäft gelingen – allerdings, wie im Haushaltskundenmarkt auch, mit standardisierten Produkten. Ein Modul mit 60 bis 100 kWh Kapazität ist in Planung. Daraus könnten dann auch Lösungen im Megawattstunden-Bereich entstehen. „Ins Projektgeschäft mit Angeboten über ganz individuell optimierte Großspeicher wollen wir aber nicht einsteigen“, stellt Peither klar.
 
Der Vanadium-Redox-Flow-Heimspeicher von Volt Storage
Bild: Voltstorage

Berührungsängste mit der etablierten Energiewirtschaft haben die Gründer keine. Mit einigen kommunalen Netzbetreibern und Versorgern – deren Namen noch nicht spruchreif sind – gebe es schon eine Zusammenarbeit, um die Nutzung von Flexibilitäten im Verteilnetz zu testen. Denn netzdienliche Dienstleistungen sollen in Zukunft das Geschäftsmodell des Münchner Start-ups ergänzen. Die Zyklenfestigkeit der Speicher sei dafür eine gute Voraussetzung, denn fünf bis zehn Lade- und Entladevorgänge pro Tag ohne Beeinträchtigung der Kapazität seien für die Flow-Batterien kein Problem. Und vernetzt, das heißt steuerbar, seien die Batterien bereits jetzt.

Investoren bei Volt Storage, das derzeit rund 25 Mitarbeiter hat, sind aktuell der amerikanische Venture-Capital-Fonds SOVS, der Smart Energy Innovationsfonds aus der Schweiz, der Juwi-Gründer Matthias Willenbacher sowie weitere Privatpersonen.
Diese sollen dann auch den Weg zu neuen Technologien ebnen. Derzeit forscht das Start-up bereits an Eisen-Redox-Flow-Batterien. Sie sollen Speicherkosten von rund 50 Euro/kWh erreichen. Das wären weniger als 50 % der erwarteten Kosten für Lithium-Ionen-Batterien in zehn Jahren. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Letztlich könnte aber tatsächlich die Vanadium-Batterie durch die Eisen-Variante ersetzt werden. Wann das sein werde, lasse sich derzeit aber noch nicht absehen, sagt Peither.
 

 
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Freitag, 05.04.2019, 15:44 Uhr