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Enerige & Management > Berater - Unterstützung in schnelllebigen Zeiten
Bild: Fotolia.com, jd-photodesign
BERATER:
Unterstützung in schnelllebigen Zeiten
Wie installiert man ein Innovationsmanagement in Unternehmen? Stefan Herzog und Martin Weitzel* zeigen die wichtigsten Schritte.
 
Für Unternehmen in immer volatileren Märkten mit immer schnelleren Produktlebenszyklen kann das Etablieren einer Innovationskultur und der damit verbundene kluge Einsatz von neuen Produkten und Dienstleistungen ganz entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen – ihn sogar sichern. Doch genau damit tun sich die Unternehmen der Energiewirtschaft schwer: Fragen nach Investitionssicherheit, Rentabilität, validen Business Cases sowie Situationen der Ungewissheit und die Angst vorm Scheitern sind allgegenwärtig.

Innovationen steigern die Leistungsfähigkeit von Unternehmen erheblich, wenn es gelingt, sie angemessen zu kanalisieren und einzusetzen. Schlüsselfaktor der erfolgreichen Integration einer Innovationskultur im Unternehmen ist das Bekenntnis der Führungskräfte. Innovationsmanagement muss deshalb immer auch „Chefsache“ sein, wenn es langfristig wirken und so zur Wertschöpfung beitragen soll.
 
In drei Schritten zur Innovationskultur
 
Das „Einführen“ einer Innovationskultur wird scheitern, denn diese muss langsam wachsen und sich Schritt für Schritt etablieren. Grundvoraussetzung für Innovationen ist deshalb eine Systematik – eine definierte Strategie. Bei der Entwicklung dieser Innovationsstrategie sollten zum einen angestrebte neue Geschäftsfelder oder -ideen als Zielpunkte feststehen. Ebenso relevant sind Neuerungen in der Kundenkommunikation und der Außenwahrnehmung. Weitere wichtige Aspekte von Innovationen richten sich nach innen: Wie können Innovationen dazu beitragen, Prozesse des operativen Tagesgeschäfts zu optimieren? Wie kann durch Innovationen die Attraktivität des eigenen Unternehmens für die Mitarbeiter gesteigert werden?
 
Die einzelnen Stufen der Innovationspyramide
Grafik: Arvato Systems

In einem ersten Schritt sollten gute organisatorische Rahmenbedingungen für den Innovationsprozess geschaffen werden: Dazu gehören die Benennung der benötigten Rollen für das Business und bei der IT sowie die Festlegung der zugehörigen Entscheidungsspielräume. Das Einverständnis der Geschäftsführung samt Budgetfreigaben sind ebenfalls wichtige Erfolgsfaktoren für den Start einer Innovationskultur.
 
Die interne Kommunikation ist entscheidend

 
Um diese im Unternehmen zu initiieren und zu etablieren, ist im nächsten Schritt die interne Kommunikation entscheidend. Hierbei hat sich die Einbindung der bereits bestehenden unternehmenseigenen Medien (Intranet, Projekt-Newsletter, Firmenblog, Collaboration Tools) als hilfreich erwiesen, weil Mitarbeiter und Führungskräfte sich auf diese Weise unkompliziert in das Projekt einbringen können. Gleichzeitig macht Kommunikation die Ziele und Ergebnisse transparent und fördert die Motivation der Mitarbeiter, sich zu beteiligen.

Im letzten und entscheidenden Schritt geht es darum, den Prozess der Innovationsfindung zu etablieren, zu leben und permanent weiterzuentwickeln. Dabei besteht ein idealtypischer Innovationsprozess aus drei Schritten: Ideengenerierung, Analyse und Bewertung dieser Ideen und deren Umsetzung. Bei der Etablierung des Prozesses empfiehlt es sich, die drei Schritte sowohl fachlich als auch technisch zu standardisieren.

Auch eine Unterscheidung von Makro- und Mikro-Innovationen kann sinnvoll sein. Während Makro-Innovationen eine umfangreiche Systematik samt Projektorganisation bedingen können, reichen für Mikro-Innovationen möglicherweise schlanke Ansätze wie Steuerung und Coaching aus. Die Einbindung des Business Developments, der Fachabteilungen sowie weiterer wichtiger Stakeholder unterstützt das Wachsen einer Innovationskultur.

Im Zentrum stehen danach der Austausch und die gemeinsame Bewertung der Ideen, die sinnvollerweise IT-gestützt sind, wobei es keine Rolle spielt, welches Tool zum Einsatz kommt: In Abhängigkeit der Datenmenge und des freigegebenen Budgets kann eine zentrale Excel-Liste ausreichend sein oder aber auch eine zu implementierende Collaboration-Lösung notwendig werden.
 
Umgesetzt in der Praxis
 
Bei Arvato Systems ist dieser Kulturwandel bereits Teil des Unternehmensalltags: Eine durch das Management formulierte Innovationsstrategie wird von einer Projektgruppe, der „Innovation Task Force“, und mithilfe von plattformbasierten Tools umgesetzt. Ziel ist es, das Portfolio zu erweitern und die Mitarbeiter zu begeistern. Hierbei ist vor allem die kontinuierliche Unterstützung durch die Geschäftsführung hilfreich.

Immer wieder müssen die Projektmitarbeiter zwei wesentliche Herausforderungen meistern: Führungskräfte und Mitarbeiter von dem noch ungewohnten Projektvorgehen und der Methodik zu überzeugen sowie gleichzeitig die Vielfalt der Ideen aus allen Hierarchieebenen des Unternehmens zusammenzutragen. Dafür werden verschiedene Kreativitätstechniken wie beispielsweise der Design-Thinking-Ansatz oder das Hackathon-Konzept (kollaborative Veranstaltung für Software- und Hardwareentwicklung) genutzt. Diese Formate werden auch mit Kunden eingesetzt.

Mit der internen wie auch externen Wertschöpfung kommt die Community dem ursprünglichen Ziel eines Innovationsmanagements sehr nah: das Wissen ihrer Mitarbeiter erfolgreich für die Unternehmensentwicklung zu nutzen und aus eigener Kraft in schnelllebigen Zeiten erfolgreich zu bleiben.
 
* Stefan Herzog, Business Consultant, Martin Weitzel, Senior Consultant, Arvato Systems, Gütersloh

 
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Donnerstag, 04.05.2017, 13:45 Uhr