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Enerige & Management > Stromspeicher - Varta erhält 300 Mio. Euro Förderung für Batteriefertigung
Bild: Fotolia.com, Dark Vectorangel
STROMSPEICHER:
Varta erhält 300 Mio. Euro Förderung für Batteriefertigung
Am 30. Juni bekam Varta Förderbescheide über 300 Mio. Euro für ihre Batteriezellfertigung vom Bund und den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg in Ellwangen überreicht.
 
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), die Wirtschaftsministerin Baden-Württembergs, Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär, Roland Weigert (Freie Wähler), überreichten die Förderbescheide persönlich. Die geförderten Batteriezellentwicklungen sind Teil zweier europäischer Großprojekte, sogenannte „Important Projects of Common European Interest" (IPCEI) (Bedeutsame Projekte gemeinschaftlichen europäischen Interesses). Da Batterien zum Beispiel für Elektrofahrzeuge eine Schlüsseltechnologie sind, will die EU in mehreren Mitgliedstaaten die Technologie entwickeln und eine eigene Fertigung ansiedeln, um nicht von Importen abhängig zu sein.

Varta ist Teil des ersten IPCEI, das die Europäische Kommission beihilferechtlich genehmigt hat. Hier arbeiten 17 Unternehmen aus insgesamt sieben Mitgliedstaaten zusammen. Ziel der europäischen Gesamtinitiative ist es, die Grundlagen für Batteriezellen und -module zu schaffen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dabei besonders die Steigerung der Nachhaltigkeit von Batterien im Blick. Dabei kommt es auf geringe CO2-Emissionen bei Produktion und Entsorgung, Nachnutzung und Kreislaufführung von Batterien und Rohstoffen an.

Von der Forschung zur Großserie

Minister Altmaier sagte, dass erste Batteriekomponenten bereits in Deutschland produziert werden. „Nun machen wir den nächsten Schritt hin zur Großserie bei Batteriezellen für automobile und industrielle Anwendungen“, erläuterte er. So werde die Energie- und Verkehrswende vorangebracht. „Wir wollen, dass die innovativsten und nachhaltigsten Batterien in Deutschland und Europa gefertigt werden.“ Batterieforschung, -innovation und -recycling bringe innovative Wertschöpfungsketten und qualifizierte Arbeitsplätze nach Deutschland und Europa.

Einen „Meilenstein“ für ihr Bundesland nannte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin das Projekt bei Varta. „Wir wollen unsere gute Position auf diesem Feld weiter stärken und unseren Standort zu einem Zentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa ausbauen“, erläuterte sie. Gerade in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeit entstünden weit über die Region hinaus wertvolle Arbeitsplätze für die Zukunft, so Hoffmeister-Kraut.

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär sagte: „Bayern übernimmt eine 30-prozentige Kofinanzierung der Fördermaßnahmen des Bundes, um die nächste Generation Lithium-Ionen-Zellen bei Varta in Nördlingen zu erforschen und in die Massenproduktion zu überführen.“ Damit würden Arbeitsplätze in Bayern gesichert und geschaffen, hofft Weigert. Varta kann die Mittel bis 2024 abrufen. Auf einer Pilotlinie sollen die neuen Batterieformate optimiert und in eine Massenproduktion überführt werden. Bis Ende nächsten Jahres sollen dafür rund 1.000 neue Stellen in Ellwangen und Nördlingen geschaffen werden.

1,5 Mrd. Euro für Batterieprojekte vom Bund

Die Bundesregierung stellt für Projekte zur Batteriezellforschung und -fertigung insgesamt mehr als 1,5 Mrd. Euro bereit, innerhalb der Initiative „Batteriezellenfertigung Deutschland“. Ziele sind der Auf- und Ausbau von Know-how entlang der Batterie-Wertschöpfungskette sowie der Einstieg in die Großproduktion von Batteriematerialien, -komponenten, -zellen und -systemen. Dies sei nötig, um mit Elektrofahrzeugen die deutschen Klimaschutzziele im Bereich der Mobilität zu erreichen, so das BMWi.

Die “European Battery Alliance“ schätzt das Marktpotenzial für in Europa produzierte automobile Batterien schon bis Mitte der 2020er Jahre auf bis zu 250 Mrd. Euro. Der Produktionsbeginn für Batteriezellen in Deutschland aus den geförderten Projekten sei für 2022 geplant. Spätestens Mitte der 2020er Jahre soll dann im größeren industriellen Maßstab produziert werden.

Fünf deutsche Unternehmen gefördert

Fünf deutsche Projekte zur Batteriezellenfertigung werden im Rahmen des ersten IPCEI gefördert. In den Kooperationen deutscher Firmen mit Unternehmen aus sechs weiteren EU-Mitgliedstatten stehen Forschung, Innovation und industrielle Produktion im Fokus. BASF will mit innovativen Kathodenmaterialien zum Aufbau einer nachhaltigen Batterie-Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge in Europa beitragen. Die BMW Group verfolgt Forschungsthemen zur chemischen Zusammensetzung, Zellmechanik, Zelldesigns und Produktionsprozess.

Opel plant eine innovative Batteriezellenproduktion am Standort Kaiserslautern im Rahmen eines Joint Ventures (ACC) zusammen mit der Muttergesellschaft PSA und dem französischen Batteriehersteller Saft. Die Firma Umicore wird zur Entwicklung einer nachhaltigen Batterie in Europa beitragen, die eine verantwortungsvolle Beschaffung und das Schließen des Materialkreislaufs durch Recycling vereint. Im Bereich der Lithium-Ionen-Technologie will Varta die Batteriezellproduktion auch von größeren Zellformaten vorantreiben.

 
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Dienstag, 30.06.2020, 12:05 Uhr