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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Vestas macht Weg für Holztürme in der Windenergie frei
Bild: Fotolia, pict rider
WINDKRAFT ONSHORE:
Vestas macht Weg für Holztürme in der Windenergie frei
Nach Jahren des Schattendaseins könnte der Weg für Holz im Windturmbau freigemacht sein. Mit Vestas hat die weltweite Nummer 1 der Turbinenhersteller den Werkstoff für sich entdeckt.
 
Es ist eine Investition mit voraussichtlich großen Nebenwirkungen: Vestas Wind Systems hat bekannt gegeben, in das Holztechnologie-Unternehmen Modvion AB aus Schweden einzusteigen. Die Investitionssumme behalten die Unternehmen für sich. Klar ist damit aber, dass der dänische Weltmarktführer dem Werkstoff Holz den entscheidenden Zugang zur Windenergie verschaffen will. Vestas verfolge das „langfristige Ziel“, die Marktakzeptanz von Holztürmen zu beschleunigen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Modvion mit Sitz in Göteborg baut Holztürme für Windkraftanlagen, hat aber aktuell überschaubare Referenzen vorzuweisen: Auf der Insel Björkö vor Göteborg steht ein 30 Meter hoher Testturm, dazu gibt es eine Kooperationsvereinbarung mit dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall. Ein Windpark mit 150-Meter-Türmen ist in Planung, der erste kommerzielle Turm für 2022 angekündigt. Der im dänischen Aarhus ansässige Vestas-Konzern kann einer "Holzturm-Offensive" auf jeden Fall mehr Tempo verleihen. Das Unternehmen sei daran interessiert, die Holztürme in seiner Produktlinie als Teil eines nachhaltigeren Produktangebots für Kunden einzusetzen, heißt es.
  Größere Nabenhöhen möglich - Unabhängiger vom Stahlpreis

Bo Svoldgaard, einer der Vize-Chefs von Vestas, bringt verschiedene Vorteile ins Spiel. Er hebt nicht nur das geringere Gewicht von Holztürmen hervor, das einen leichteren Transport "in logistisch schwierigen Märkten ermöglichen" würde. Durch das Design des Turms würden zudem größere Nabenhöhen der Turbinen realisierbar, was zu niedrigeren Energiekosten führen werde. Insgesamt sieht Svoldgaard das "Potenzial, unabhängiger von den Stahlpreisen zu werden, was den weiteren Wachstumskurs von Vestas unterstützen würde". Holger Lange, Professor für Windenergietechnik an der Hochschule Bremerhaven, hatte die Vorteile von Holz jüngst im Gespräch mit unserer Redaktion aufgelistet. In der Ökobilanz schneidet Holz am besten ab, berechnet nach dem geltenden Preis von 25 Euro je Tonne CO2. Bei der Produktion von Holztürmen entstehen CO2-Kosten im Gegenwert von 16.000 Euro. Gittermasten liegen doppelt so hoch, Hybridvarianten aus Beton und Stahl kratzen an der 100.000-Euro-Marke.

Die allgemein abwartende Haltung der Windturbinenhesteller gegenüber Holz begründet Holger Lange so: „Innovative Ideen wie Holztürme müssen so große Vorteile haben, dass die Spitzenunternehmen der Windindustrie ins Risiko gehen, das Produkt in den Markt zu pressen und damit bei den Wettbewerbern einen Schneeballeffekt auszulösen.“ Der erste Schneeball könnte durch Vestas nun geworfen sein. Der Turbinenhersteller hat im November 2020 Vestas Ventures als Tochterunternehmen gegründet, um in Startup-Unternehmen zu investieren. Damit, so betont das Unternehmen, wolle es „Industriestandards herausfordern und Vestas' Weg zum Weltmarktführer für nachhaltige Energielösungen beschleunigen“. Die Beteiligung an Modvion ist die erste offizielle Investition von Vestas Ventures.

Die Dänen wollen den Einsatz von Holz in ihrer Produktlinie erweitern, um die Kunden "bei der Bereitstellung nachhaltigerer Energielösungen zu unterstützen". Modvion kann mit dem Geld der Dänen die Produktion ausbauen und damit schneller Holztürme in die Angebotspalette Vestas’ integrieren. Auch die Vestas-Dependance in Deutschland verfolgt die Entwicklung mit Interesse. Ein erstes Projekt mit Holztürmen hierzulande sei aber noch nicht in Planung, so eine Sprecherin gegenüber unserer Redaktion.

 
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Freitag, 26.02.2021, 09:25 Uhr