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REGENERATIVE:
Windausbau weiter rückläufig
Zum dritten Mal in Folge ist in Deutschland die neu installierte Windkraft-Kapazität gesunken.
 

Im vergangenen Jahr gingen 1 050 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1 808 MW ans Netz, gemessen am Vorjahr bedeutet das ein Minus von über 11 %. Im Rekordjahr 2002 feierte der deutsche Windmarkt noch ein Plus von 3 250 MW. Bundesweit beträgt die installierte Windleistung heute 18 428 MW.

In einer ersten Stellungnahme sprach Jens Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (Dewi) in Wilhelmshaven, das die Zahlen ermittelt hat, von einem Ergebnis, das „besser als erwartet“ ausgefallen sei. „Viele Windparks, bei denen es im ersten Halbjahr Verzögerungen durch Genehmigungsschwierigkeiten gegeben hatte, konnten in der zweiten Jahreshälfte noch realisiert werden“, sagte Molly. Zwischenzeitlich hatte die Windbranche einen Absturz auf rund 1 500 MW für das abgelaufene Jahr befürchtet.

Von dieser Größenordnung geht Molly für dieses Jahr aus. Seine Begründung: „Deutschland war über zehn Jahre weltweit der dominante Branchenmarkt. Ein verlangsamtes Wachstum ist da ganz natürlich.“ Dass der Windmarkt in Deutschland weiter rückläufig sein wird, hängt mit drei Faktoren zusammen: Zum einen nehmen an Land die verfügbaren, windreichen Flächen ab. Das zur Kompensation gedachte Repowering-Geschäft, sprich der Austausch älterer Mühlen gegen moderne, effiziente Maschinen kommt nur äußerst schleppend in Gang. So sind im Jahr 2005 nur 18 alte Mühlen abgebaut worden. Deutlich hinter den bisherigen Zeitplänen liegt auch die Nutzung der Windkraft auf See. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen Branchenexperten davon aus, dass bis zum Jahr 2010 in der deutschen Nord- und Ostsee weniger als eine Handvoll Offshore-Windparks mit einer Leistung von höchstens 1 000 MW in Betrieb sein werden.

Wie im vergangenen Jahrzehnt konnte auch 2005 die Enercon GmbH ihre Position als Marktführer bestätigen. Fast auf das Zehntel genau landeten die Ostfriesen wie im Vorjahr bei einem Marktanteil von 41,7 %. Auf den Plätzen folgten Vestas Deutschland (26,8 %), GE Energy (8,1 %), Nordex (7,8 %) und die REpower Systems AG (5,5 %).
Die jüngste Erhebung zeigt, dass mittlerweile in drei Bundesländern die Windenergie in einem Nordwindjahr gut ein Drittel des Stromverbrauchs decken kann. Zu diesen Top Drei zählen Schleswig-Holstein (Anteil an der gesamten Stromerzeugung: 35,2 %), Sachsen-Anhalt (34,4 %) und Mecklenburg-Vorpommern (31,5 %).

Vergleich der Marktanteile in 2004 und 2005 (in %):

Hersteller 2004 2005
Enercon GmbH 41,8 41,7
Vestas GmbH 30 26,8
GE Wind Energy 7,7 8,1
Nordex AG 4,4 7,8
REpower Systems AG 9,2 5,5
Siemens Wind Power* 4 4
Fuhrländer AG 1,3 2,6
Gamesa Wind GmbH 0,6 2,8
Sonstige 0,5 0,6

* Der Siemens-Konzern hat im 4. Quartal 2005 den Anbieter AN windenergie gmbh mit Sitz in Bremen übernommen, der in Deutschland traditionell Turbinen des dänischen Hersteller Bonus Energy A/S vertreibt. Siemens hatte Bonus im Herbst 2004 aufgekauft.


 
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Dienstag, 17.01.2006, 11:36 Uhr