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ERNEUERBARE:
Windstrom wird zu Wasserstoff
Strom aus Mecklenburg-Vorpommerns größtem Windpark, der gerade bei Grapzow im Landkreis Demmin entsteht, wird ab nächstem Jahr in Form von Wasserstoff gespeichert und bei Flaute wieder zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt.
 

Das Speichern von regenerativem Strom rückt seit der neuen Energiewende weg von der Kernenergie verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses. Die Ingenieurgesellschaft Wind-Projekt aus Börgerende bei Rostock setzt nun ein Zeichen und baut zum entstehenden 140-MW-Windpark einen ergänzende Anlage, mit der aus überschüssigem Windstrom und Wasser Wasserstoff erzeugt, gespeichert und in einem Motor-BHKW wieder zu Strom umgewandelt werden kann. In Grapzow entstehe die mit 1 MW Leistung „aktuell größte Windstromelektrolyseanlage", sagt Projektleiter Marcus Heinicke. Wind-Projekt, später auch Betreiber der regenerativen Kraftwerks- und Speicheranlage, investiert insgesamt 220 Mio. Euro.

Der Windpark wird mit 28 Turbinen ausgerüstet, darunter 15 Enercon E126, die mit je 7,5 MW leistungsstärksten Maschinen, die es derzeit auf dem Markt gibt. Sie werden den Strom direkt in das 380-kV-Netz der nordostdeutschen Transportnetzgesellschaft 50Hertz einspeisen. Enercon werde vor Ort auch einen Servicestützpunkt mit 50 Mitarbeitern einrichten, berichtet Heinicke. Bis Ende des Jahres soll der Windpark ans Netz gehen.

Im ersten Quartal 2012 soll dann auch die Wasserstoffanlage betriebsbereit sein. Bis dahin, so hofft Heinicke, werde die Elektrolyse an die schwankende Windstromerzeugung angepasst sein. Das sieht er als die wesentliche Aufgabe vor dem „ersten kommerziellen Einstieg" in die Umwandlung von erneuerbarem Strom in Wasserstoff. Auch die Gasmotoren, die noch für die Verwendung von reinem Wasserstoff modifiziert werden müssen, sollen dann einsatzbereit sein.

Die Verstromung soll nicht die einzige Verwendung des Wasserstoffs bleiben. Geplant ist, den Energieträger auch als Treibstoff für Schiffe, die auf Mecklenburgischen Seen verkehren, und als Sprit für spezielle Traktoren zu nutzen. Nicht zuletzt deshalb erhielt Wind-Projekt für das ehrgeizige Vorhaben auch 4,5 Mio. Euro Förderung vom Bundesverkehrsministerium. Die Mittel stammen aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellen. Das Speichern des Wasserstoffes in Drucktanks vor Ort soll langfristig gesehen jedoch nur eine Zwischenlösung sein. „Wir planen eine Einspeisung des Wasserstoffs in das Erdgasnetz", kündigt Heinicke an.

„Nur wenn wir die großen Mengen Strom, die die Windparks überall im Land produzieren, zwischenspeichern können, wird die Energiewende gelingen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering am 7. Juli anlässlich des ersten Spatenstichs für die Windkraft-Wasserstoffspeicheranlage in Grapzow. „Deshalb ist die Demonstrationsanlage, die hier gebaut wird, so wichtig", ergänzte er.


 
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Freitag, 08.07.2011, 13:58 Uhr