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Enerige & Management > Beteiligung - Wintershall verkauft VNG-Beteiligung
Bild: Fotolia.com, bluedesign
BETEILIGUNG:
Wintershall verkauft VNG-Beteiligung
Der Oldenburger Energieversorger EWE kauft vom Öl- und Gasproduzenten Wintershall, der sich aus dem Vertriebsgeschäft zurückzieht, dessen Anteile am ostdeutschen Gasversorger VNG.
 
Unerwartet kann nach Jahren der Blockade durch ostdeutsche kommunale Mitaktionäre der größte Gesellschafter der Verbundnetz Gas AG (VNG), die Oldenburger EWE AG, seine Beteiligung an dem Leipziger Gastransport- und -handelsunternehmen ausbauen. Von der Kasseler Wintershall SE, die sich vom Gasvertriebsgeschäft vollkommen verabschiedet, übernimmt EWE deren 15,79-%-Anteil an VNG und kommt nun mit bereits gehaltenen 47,9 % auf eine stabile Mehrheit von gut 63 %. Zum Verkaufspreis machten beide Unternehmen keine Angaben.

Die geplante Transaktion bedarf noch der Zustimmung des Kartellamts, der Aufsichtsräte der beiden Akteure und der Hauptversammlung der VNG, in der Wintershall und EWE jedoch in der Mehrheit sind.

Durch die Übernahme erhalte EWE die Möglichkeit, „gemeinsam mit den übrigen Aktionären Zukunftsoptionen der VNG zu diskutieren“, erklärte EWE-Vorstandschef Werner Brinker nach der Unterzeichnung der Vereinbarung am 14. März. „Wir erweitern damit unsere Handlungsmöglichkeiten“, ergänzte er.

Und das gilt nicht nur für den Fall, dass es zu einem einvernehmlichen gemeinsamen Vorgehen mit den anderen Gesellschaftern kommt. Auch für einen Verkauf der gesamten VNG-Beteiligung oder beispielsweise der Netzgesellschaft Ontras sehen sich die Oldenburger in einer Mehrheitsposition besser gerüstet, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber E&M Powernews erklärte. „Wir sind nicht auf eine Option festgelegt“, sagte er.

Mit der Entscheidung, sich von den Anteilen an der VNG zu trennen, setze Wintershall ihre Strategie fort, sich zunehmen auf das Öl- und Gasfördergeschäft zu konzentrieren, verlautbarte die Kasseler BASF-Tochter. Der größte deutsche Gasförderer hat auch seine wichtigste Vertriebstochter Wingas an Gazprom verkauft.

Ziel erreicht − aber auf Umwegen

Auf unerwartetem Weg kommt EWE nun also doch noch zur Mehrheit an VNG. Schon 2009 hatte Brinker versucht, ausstiegswilligen VNG-Gesellschaftern wie den Stadtwerken Jena-Pößneck und Halle ihre Anteile abzukaufen, um auf mehr als 50 % zu kommen. Er war dabei am gemeinsamen Widerstand der ostdeutschen Anteilseigner, der Städte Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Hoyerswerda, Leipzig, Lutherstadt Wittenberg, Neubrandenburg, Nordhausen und Rostock, die in der Verbundnetz Gas Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VuB) zusammengeschlossen sind und über eine Sperrminorität von 25,79 % in der VNG-Hauptversammlung verfügen, gescheitert.

Die beteiligten Kommunen, vor allem Leipzig, befürchteten unter anderem, dass EWE den Unternehmenssitz der VNG nicht in Ostdeutschland belässt. Aber auch ein Versuch von EWE, ihre VNG-Beteiligung an EnBW zu veräußern, war im Sande verlaufen.

„Wir bekennen uns zum Standort Leipzig“, erklärte jetzt ein EWE-Sprecher nach Bekanntwerden des Kaufs der Wintershall-Anteile, um erneuten entsprechenden Befürchtungen entgegenzuwirken. „Wir möchten uns ein Bild zu den unterschiedlichen Standpunkten machen, um die besten Optionen für eine weitere und nachhaltige Entwicklung der VNG zu finden“, lädt EWE-Chef Brinker alle Beteiligten zum Dialog ein.

Für Beobachter kommt der Kauf der VNG-Anteile indes ein wenig überraschend. Hatte doch Brinker nach eigenen Aussagen bis zuletzt intensiv versucht, einen Käufer für die EWE-Beteiligung an VNG zu finden und mehrfach geäußert, Erdgas spiele langfristig keine Rolle mehr in der Strategie von EWE. Letzeres gelte weiter so, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens, doch in den nächsten zwei Jahrzehnten werde Gas „noch eine wichtige Rolle am Wärmemarkt und als Rohstoff im industriellen Umfeld spielen“. Und das macht offenbar den Kauf der VNG-Anteile interessant.

 
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Freitag, 14.03.2014, 17:57 Uhr